Coronavirus: DHL senkt Gewinnziel

Der Logistikkonzern hofft für 2020 dennoch auf ein Ebit von mehr als fünf Milliarden Euro – eine Prognose, die jedoch unter Vorbehalt steht. Nach der efolglosen Partnersuche legt der Konzern auch seine StreetScooter-Aktivitäten erstmal auf Eis.

(Foto: Deutsche Post DHL Group)
(Foto: Deutsche Post DHL Group)
Christine Harttmann

In den vergangenen Wochen schwächte sich in den Netzwerken von Deutsche Post DHL Group der Warenverkehr von und nach China, sowie in andere Länder Asiens ab. Der Konzern, der seine Waren- und Güterströme derzeit besonders aufmerksam beobachtet, rechnet außerdem mit immer mehr Produktionseinschränkungen auch außerhalb Chinas. Seine Ebit-Prognose von mehr als fünf Milliarden Euro für 2020 stellt das Unternehmen daher unter Vorbehalt – schließlich weiß keiner, wie sich das Coronavirus weiterentwickelt.

Dabei habe der Konzern im Januar einen sehr guten Start in das Jahr gehabt, heißt es seitens des Unternehmens. Für Februar sei man auf die üblichen Effekte rund um das chinesische Neujahrsfest vorbereitet gewesen. Doch während das Geschäft des Unternehmensbereichs Post & Paket in Deutschland sowie das der Unternehmensbereiche DHL Supply Chain und DHL eCommerce Solutions die Corona-Krise nur marginal spüren, sind die Bereiche DHL Global Forwarding und DHL Express deutlich betroffen. Konzernweit sollen sich den Angaben zufolge die negativen Ergebnisauswirkungen im Monat Februar auf etwa 60 bis 70 Millionen Euro gegenüber dem ursprünglichen internen Planwert belaufen.

Folgen bleiben fraglich

Was das für das Jahresergebnis bedeutet, will der Konzerns aktuell nicht abzuschätzen. Falls sich die Lage schnell wieder normalisiert, seien sogar positive Effekte denkbar. Sollte die Situation länger anhalten oder sich verschärfen, dürften die negativen Folgen jedoch überwiegen.

Post-Chef Frank Appel spricht zwar davon, dass der Konzern „dank unserer breiten geographischen Aufstellung und unseres umfangreichen Portfolios“ resilienter sei als andere Unternehmen, aber eine weltweite Krise wie der Corona-Virus gehe dennoch nicht spurlos vorbei. „Es ist aktuell nicht abzuschätzen, wie stark die Auswirkungen auf unser Geschäft sein werden. Deshalb müssen wir unsere Ergebnis-Prognose nun unter Vorbehalt stellen.“

Die Sondierungen wegen einer Partnerschaft zu den StreetScooter-Aktivitäten jedenfalls will der Konzern momentan „nicht aktiv“ weiterverfolgen. Stattdessen will er sich bei den e-Lieferwagen auf den seiner Bestandsflotte konzentrieren.

Die Umstellung der Konzern-Flotte auf E-Mobilität werde jedoch unabhängig von dieser Entscheidung weiter vorangetrieben, versichert Appel. „Wir stehen zu unserer Mission 2050, das heißt Null-Emissionen-Logistik bis 2050.“

Seine Prognose zum Jahresergebnis veröffentlichte Deutsch Post DHL Group im Vorgriff auf die geplante Bekanntgabe der Jahresergebnisse 2019 am 10. März. Auch andere Eckdaten hat der Logistikkonzern jetzt schon einmal bekannt gegeben. Profitabel gewachsen sei das Unternehmen im abgelaufenen Geschäftsjahr, der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 2,9 Prozent auf 63,3 Milliarden Euro gestiegen. Zu dieser positiven Entwicklung sollen alle fünf Unternehmensbereiche beigetragen haben.

Ergebnis verbessert

Das operative Ergebnis (Ebit) verbesserte sich 2019 deutlich um 30,6 Prozent. Mit einem Ergebnis von 4,13 Milliarden Euro hat der Konzern sein für 2019 angestrebtes Ergebnisziel von 4,0 bis 4,3 Milliarden Euro erreicht. Die Sparte Post & Paket Deutschland hat zu diesem Ergebnis 1,23 Milliarden Euro beigetragen. Die DHL-Divisionen erwirtschafteten zusammen 3,4 Milliarden Euro. Davon entfielen auf den Unternehmensbereich Express 2,039 Milliarden Euro, auf den Unternehmensbereich Global Forwarding, Freight 521 Millionen Euro, sowie 912 Millionen Euro auf den Unternehmensbereich Supply Chain. Der Unternehmensbereich eCommerce Solutions verzeichnete einen Verlust von 51 Millionen Euro, während Corporate Functions 523 Millionen Euro abschreiben musste.

Wachstum überall

„Trotz des herausfordernden weltwirtschaftlichen Umfelds haben wir 2019 ein Rekordergebnis verzeichnet. Wir sind in allen Divisionen weitergewachsen und haben bei der Ertragskraft einen großen Schritt nach vorn gemacht“, resümierte Frank Appel.

Deutsche Post DHL Group hat im abgelaufenen Geschäftsjahr weiter in zukünftiges Wachstum investiert, insgesamt 3,6 Milliarden Euro über alle Unternehmensbereiche hinweg – und damit rund eine Milliarde mehr als im Vorjahr. Darin enthalten sind rund 1,1 Milliarden Euro für die fremdfinanzierte Erneuerung der Flugzeugflotte bei Express. Die neuen Maschinen sind um 18 Prozent effizienter als die bisherigen und zahlen damit auch auf die Nachhaltigkeitsziele der Gruppe ein.

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