Coronavirus: Auch die Transportbranche leidet

Das Coronavirus gefährdet nicht nur Menschen, er bremst auch die nternationalen Lieferketten aus. Grund dafür sind neben stornierten Flügen die restriktiven behördlichen Anordnungen in China.

Schützt Menschen, hilft aber leider den Lieferketten nicht: der klassische Mundschutz. (Foto: Pixaby)
Schützt Menschen, hilft aber leider den Lieferketten nicht: der klassische Mundschutz. (Foto: Pixaby)
Christine Harttmann

Die Maßnahmen, die China eingeleitet hat, um das Coronavirus an seiner Weiterverbreitung zu hindern, wirken sich inzwischen auch negativ auf die internationalen Lieferketten aus. So verlangsamten sich aufgrund der hohen behördlichen Auflagen in einigen Regionen des Landes die Zollabfertigungen, teilt der DSLV Bundesverband Spedition und Logistik mit. Das verursache deutliche Lieferverzögerungen. Hinzu kommt, dass es wegen des chinesischen Neujahrsfestes ohnehin ein Rückstau der Fracht entstanden war.

 

Betroffen hiervon sind vor allem die See- und Luftfracht. Über Einschränkungen des Landverkehrs auf dem Schienen- und Straßenweg gebe es, so der DSLV, derzeit wenig einheitliche Informationen. Die aktuelle Streichung sämtlicher Passagierflüge der Lufthansa und weiterer Airlines nach Festland-China verknappen den verfügbaren Frachtraum, laut dem Speditionsverband um mehr als die Hälfte, da hierdurch die Frachtkapazitäten im Passagierflugzeug wegfallen. Derzeit könnten deutsche Spediteure die Einschränkungen der Luftfracht noch teilweise ausgleichen, indem sie umbuchen oder neu disponieren. Für den Veralder allerdings steigen dadurch die Frachtkosten.

In diesem Zusammenhang stellt der DSLV klar: Die Coronavirus-Epidemie fällt unter höhere Gewalt. Sofern der Spediteur zur ordnungsgemäßen Ausführung seiner Vertragspflichten nicht vermeiden kann, dass zusätzliche Aufwendungen entstehen, muss der Auftraggeber dafür aufkommen. Dies ergebe sich bereits aus Ziffer 17.1 der Allgemeinen Deutschen Spediteurbedingungen (ADSp), die in der Regel als Geschäftsbedingungen zwischen Spediteur und seinem Kunden vereinbarten sind – immer vorausgesetzt, dass der Spediteur die Aufwendungen nicht zu vertreten hat. Vor allem im Seeschiffsverkehr anfallende so genannte Detention-, Demurrage- und Storage-Charges, also Kosten für die Verzögerung der Seefracht, muss der Spediteur seinen Kunden weiterberechnen.

„Durch die Kapazitätsbeschränkungen steigen die Raten in der See- und Luftfracht derzeit, so dass die verladende Wirtschaft mengen- und destinationsabhängig mit Zusatzkosten für den Warenverkehr rechnen muss“, schätzt DSLV-Hauptgeschäftsführer Frank Huster die Lage ein. „Unsicherheiten bestehen vor allem durch die kurzfristigen Anordnungen der chinesischen Behörden, die in weiteren regionalen Produktionsstopps und schließlich in einer andauernden Exportschwäche Chinas münden können. Hier müssen deutsche Logistikdienstleister punktuell sehr flexibel sein. Am Ende steht aber auch die Sicherheit der eigenen Mitarbeiter vor Ort im Vordergrund.“

Printer Friendly, PDF & Email
Symboldbild Transportjobs

Mehr als 750 aktuelle Jobangebote aus der Transportbranche, vom Lkw-Fahrer über Fuhrparkmanager bis zu Disposition, Teamleitung und vieles mehr mit individueller Suchfunktion und Kartenansicht bieten wir Ihnen ab sofort in unserem Job-Bereich: Ihr nächster Schritt auf der Karriereleiter?

Alle Transport-Jobs anzeigen »