Corona: Produktion von VW Nutzfahrzeugen läuft wieder an

Der Nutzfahrzeughersteller fährt seine Werke schrittweise wieder hoch. Mit der teilweisen Wiederaufnahme der Fertigung gehen weitreichende Hygienemaßnahmen einher.

Es geht wieder los: Mit gründlichen Hygienestandards und zahlreichen Maßnahmen wie Abstandsregeln fährt VWN die Produktion, etwa im Stammwerk Hannover wieder an. | Foto: VWN
Es geht wieder los: Mit gründlichen Hygienestandards und zahlreichen Maßnahmen wie Abstandsregeln fährt VWN die Produktion, etwa im Stammwerk Hannover wieder an. | Foto: VWN
Daniela Kohnen
(erschienen bei LOGISTRA von Johannes Reichel)

Volkswagen Nutzfahrzeuge hat die Wiederaufnahme der Produktion in seinen Werken in Hannover und an den polnischen Standorten in Poznań und Września ab Montag, 27. April angekündigt. Diese sollen nach gut fünfwöchiger Produktionsruhe mit reduzierten Kapazitäten schrittweise anfahren.

Der Anlauf erfolge entsprechend der derzeitigen Verfügbarkeit von Teilen, der staatlichen Auflagen in Deutschland und Europa, der Entwicklung in den Vertriebsmärkten und den sich daraus ergebenden "Fahrweisen" in der Produktion, heißt es. Man beobachte die Lage aber "sehr aktiv", tausche sich im Konzern aus und folge den Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts. Die Einhaltung der hohen Gesundheitsschutz-Maßnahmen für die Mitarbeiter*innen stünden immer an erster Stelle.

„Dafür haben wir ein umfangreiches Maßnahmenpaket entwickelt und arbeiten bereits in kleinen Teams intensiv an der Vorbereitung der Werke, um beispielsweise Abstände einhalten zu können, höhere Hygienestandards umzusetzen oder Schutzausrüstung wo notwendig zur Verfügung zu stellen", skizziert Josef Baumert, Vorstand für Produktion und Logistik bei VWN.

Bertina Murkovic, Vorsitzende des Betriebsrats von VWN sieht es als "gutes Signal für die Wirtschaft und die Menschen, wenn man Perspektiven aus dem shut-down aufzeigen könne. Sie glaubt, man habe mit der Betriebsvereinbarung einen guten Rahmen für das Hochfahren der Produktion in Hannover geschaffen, "wirtschaftliche Interessen und den Schutz der Beschäftigten zu vereinbaren“. 

100-Punkte-Plan des Konzerns als Basis

In den vergangenen Woche habe man einen 100-Punkte-Plan innerhalb des Volkswagen Konzerns erarbeitet, der den Wiederanlauf unter Berücksichtigung des Gesundheitsschutz ermöglichen soll. Alle Maßnahmen gelten im übrigen auch für Fremdfirmen und Lieferanten, die auf den Werksgeländen tätig sind.

„Wir haben gemeinsam unsere Teams bis heute sicher durch die Corona Krise geführt. Die Produktionsruhe verbunden mit vielen Tätigkeiten aus dem Home Office war die einzige und richtige Entscheidung", blickt Thomas Edig, Personalvorstand von VWN zurück.

Konkret wurden die Abläufe in der Produktion optimiert, zudem gelten in allen Bereichen konsequente Mindestabstände und erhöhte Hygiene­standards. Der Maßnahmenkatalog umfasse unter anderem konkrete Abstands- und Hygieneregeln, Pflicht zu Mund- und Nasenschutz in Bereichen, wo Abstände von 1,5 Meter nicht möglich sind, kürzere Reinigungsintervalle, Entkoppelungen von Schichten, um Kontakte zu vermeiden, sowie die Aufforderung zur eigenverantwortlichen Temperaturmessung vor der täglichen Arbeitsaufnahme.

Leucht-Turm-Projekt: VWN-Tower sendet Signale der Hoffnung

Unterdessen engagiert sich der Hersteller auch in der niedersächsischen Landeshauptstadt Hannover, um den Bürgern Mut zu machen. Rund 80 Hochleistungs-Strahler verwandelten den VWN-Tower (Telemoritz) gestern für 30 Minuten zum Leuchtturm in Hannovers Innenstadt – und "zum strahlenden Symbol für Hoffnung und Zuversicht in Zeiten der Corona-Pandemie", wie es heißt. Initiiert hatte das Licht-Projekt Felix Reinhold zusammen mit insgesamt 17 weiteren regionalen Unternehmen aus der Veranstaltungstechnik-Branche.

„Wir wollen mit der Aktion ein Zeichen setzen! Für die Hannoveranerinnen und Hannoveraner, die derzeit nicht den Mut verlieren sollen. Für die vielen Menschen, die während der Krise für uns da sind: aus dem Gesundheitswesen, dem Einzelhandel oder der Logistik und viele, viele mehr. Und für meine Kolleginnen und Kollegen aus dem Event-Geschäft, die derzeit – wie viele andere – eine wirtschaftlich schwere Zeit durchleben. Ihnen allen wollen wir zeigen: Wir denken an Euch, haltet durch und bleibt gesund!“, meinte Initiator Reinhold.

Die 80 Scheinwerfer wurden am Mittwoch unter Wahrung der Sicherheits­vorgaben auf den drei Plattformen des VWN-Towers montiert. Die Lichter leuchteten gestern zwischen 21:30 Uhr und 22:00 Uhr. Volkswagen Nutzfahrzeuge und alle Beteiligten unterstützen das Projekt unentgeltlich.

Die beteiligen Veranstaltungstechnik-Unternehmen sind:
CEC Creativ Event-Consulting, exposive medien gruppe, allstars veranstaltungstechnik, mks Veranstaltungstechnik GmbH, Neumann & Müller, Veranstaltungstechnik, AVE - Audio Visual Equipment Verhengsten GmbH & CO., AVI Studio GmbH, blacklight Veranstaltungstechnik Hannover, Music & Light Veranstaltungstechnik, crystal sound & light, Gahrens und Battermann, LichtKlang Veranstaltungstechnik, Lighttunes Veranstaltungstechnik, Event Werk, Teiwes AV, Mobiltec GmbH, acoustic service GmbH, TLVTGmbH.

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