Corona-Impfstoff: Tiefkalt nach Amman

Erstmals fertigt Frankfurt Cargo Services im Rahmen eine Ladung Vakzine ab. Ziel des Frachtfluges ist Jordanien.

Von FCS abgefertigter Luftfrachtcontainer mit Impfstoffen. (Foto: FCS)
Von FCS abgefertigter Luftfrachtcontainer mit Impfstoffen. (Foto: FCS)
Christine Harttmann

Am Frankfurter Flughafen verlud Frankfurt Cargo Services (FCS), ein Tochterunternehmen der WFS Worldwide Flight Services, erstmals eine Lieferung von Corona-Impfstoffen des Pharmaherstellers Biontech. Der Airline-unabhängige Frachtabfertiger handhabte die sensible und teure Fracht zunächst in seien Einrichtungen in der Frankfurter CargoCity Süd. Von dort gelangte das Vakzin den Frachtraum eines Airbus A319 der Royal Jordanian Airlines, die es nach Amman flog.

Wichtige Vorbereitungen für das Handling der Impfstoffe hatte das Unternehmen den eigenen Angaben zufolge bereits im vergangenen Jahr abgeschlossen. Die WFS-Gruppe hatte die Initiative „Project Coldstream“ gestartet, um die Koordinierung einer globalen Impfstoffverteilung vorzubereitet. Erwartet wird ein Transport von bis zu 16 Milliarden Impfdosen bis Ende 2022. Die FCS erhielt dafür wichtige Pharma-Zertifizierungen, welche die Einhaltung der Qualitätsanforderungen von Fluggesellschaften und Pharmaherstellern sicherstellen. Im September erteilte der Weltluftfahrtverband IATA dazu das Zertifikat CEIV. Im November folgte die Zertifizierung Good Distribution Practice (GDP) der Europäischen Union.

    Bei der Abfertigung des Impfstoffes kontrolliere, so beschreibt es der Frachtabfertiger, gesondertes Pharma-Personal der FCS alle Prozesse. Diese umfassen die Annahme der Impfstoffe am Flughafen, die Kontrolle auf Schäden und Vollständigkeit sowie die konstante Überwachung der Temperaturvorgaben. Zu jederzeit müssen die Vakzine bei -70° Celsius gekühlt werden. Indem die Übergabezeiten an die Vorfeld-Abfertigung verkürzt wurden, sollen daher die Impfstoffe möglichst lange im temperiertem Pharma-Lager bleiben.

    „Die FCS hat sich früh und akribisch darauf vorbereitet, ihren Kunden auch bei der Abfertigung von Impfstoffen höchste und sicherste Standards zu bieten. Dass die erste Abfertigung eines Impfstoffes zusammen mit Royal Jordanian Airlines reibungslos und auch schnell geschah, bestätigt unseren Anspruch, insbesondere in der Coronakrise eine relevante Schnittstelle zwischen Luft- und Landverkehr zu sein“, sagt Claus Wagner, Geschäftsführer der FCS.

    Die WFS betreibt aktuell zwölf spezielle Pharma-Einrichtungen. Diese befinden sich in Amsterdam, Barcelona, Brüssel, Kapstadt, Kopenhagen, Frankfurt am Main, Johannesburg, London, Madrid, Miami, New York JFK sowie in Paris CDG. Alle Lager der WFS sind nach CEIV- sowie GDP-Standards zertifiziert oder ausgerichtet.

    Mit dem „Project Coldstream“ mobilisiert die WFS-Gruppe ihre gesamten Fähigkeiten bei der Abfertigung von Arzneimitteln. Damit stellt sie bei der Abfertigung von Impfstoffen Schnelligkeit, Sicherheit sowie Übereinstimmung mit internationalen Temperatur- und Qualitätsrichtlinien sicher. Das Serviceangebot der WFS umfasst:

    • Zentrale Abfertigungsanlagen inmitten der Cargobereiche der Flughäfen für schnelle Abfertigungen von Import- und Exportgütern
    • Spezielles Personal für Pharma-Abfertigungen
    • Temperatursteuerung im Bereich 2° bis 8° Celsius sowie auch von 15° bis 25° Celsius. Einige Standorte ermöglichen -20° Celsius.
    • Temperaturüberwachung in Echtzeit samt Alarmsystemen
    • Standortverfolgung der Sendungen
    • Abfertigung temperaturgesteuerter Container
    • Temperaturgesteuerte Lkw, Anhänger und Dollie-Wagen
    • Berechtigungen Luft- und Landseite der Flughäfen
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