Corona: Amazon priorisiert Waren und rekrutiert 100.000 Zusatzkräfte

Im Zuge der Krise stellt der Online-Händler in den USA 100.000 neue Mitarbeiter ein, erhöht den Lohn und legt einen Nothilfefonds auf. Waren des täglichen und sanitären Bedarfs haben nun Vorfahrt.

Sanitäts- und Haushaltsartikel haben bei Amazon derzeit Vorfahrt | Abb.: Amazon/Jordan Stead
Sanitäts- und Haushaltsartikel haben bei Amazon derzeit Vorfahrt | Abb.: Amazon/Jordan Stead
Dr. Karsten Düsdieker
(erschienen bei LOGISTRA von Johannes Reichel)

Der US-Online-Großhändler Amazon verzeichnet im Covid-19-Kontext einen starken Anstieg der Online-Bestellungen spezieller Alltagsgüter und stellt in den USA 100.000 neue Mitarbeiter ein. Vorfahrt haben nun Haushaltswaren, Sanitätsartikel und andere Güter des täglichen Bedarfs. Selbst erklärtes Ziel: diese Waren schneller zu vereinnehmen, zu lagern und zu versenden. Ferner, so das Unternehmen, erhielten auch Kunden der Sparte Web Services digitale Produkte und Support, "um die Sicherheit und Effizienz ihrer Unternehmen und Organisationen zu gewährleisten."

Mehr Mitarbeiter und mehr Geld

Die 100.000 neuen Voll- und Teilzeitstellen entstehen vor allem in Logistikzentren und Zustellnetzwerk, um die steigende Nachfrage zu bedienen. Im April steigt der Stundenlohn im April zudem von 15 auf 17 US-Dollar (15,48 Euro). In Großbritannien steigen die Löhne pro Stunde um zwei Pfund (2,17 Euro), in vielen EU-Ländern um zwei Euro. Diese Lohnerhöhung bis Ende April bedeute eine Investition von über 350 Millionen US-Dollar (318,96 Millionen Euro), so der Konzern. Man empfehle Mitarbeitern, wo immer möglich, die Heimarbeit. Wo das nicht möglich sei, stünden bezahlte und unbezahlte Freistellungen zur Wahl.

Nothilfefonds für Corona-Patienten in Quarantäne

Der vom Konzern eingerichtete Nothilfefonds soll unabhängige Lieferservice-Partner und deren Fahrern sowie Flex-und Saisonarbeiter unterstützen, die finanziell in Not geraten. Das Grundkapital soll 25 Millionen US-Dollar (22,78 Millionen Euro) betragen. Per Fonds könnten Betroffene weltweit bis zu zwei Wochenlöhne Zuschuss beantragen, wenn bei ihnen Covid-19 festgestellt wurde oder sie unter Quarantäne stünden, versprach das Unternehmen. Der Zuschuss beträgt zwischen 400 und 5.000 Dollar pro Person. Zudem soll der Fonds für künftige Naturkatastrophen, Notstände oder persönliche Notlagen erhalten bleiben. 

Darüber hinaus gebe es am Stammsitz Seattle, zugleich größter Standort, einen Hilfsfonds über 5 Millionen US-Dollar (4,56 Millionen Euro) für Kleinunternehmen. Dieser soll etwa kleine Nachbarschaftsläden bezuschussen, falls sie Unterstützung brauchen, um "wirtschaftliche Herausforderungen in Bezug auf Covid-19 zu bewältigen", heißt es weiter.

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