Containerlogistik: Hafen Antwerpen digitalisiert die Freigabe

Am 1. Januar 2021 startet im Hafen Antwerpen „Certified-Pick-up“, eine sichere und integrierte digitale Lösung zur Containerfreigabe.

Digitalisierte Prozesse sollen die Containerfreigabe im Hafen Antwerpen vereinfachen. (Foto: Medienbüro am Reichstag)
Digitalisierte Prozesse sollen die Containerfreigabe im Hafen Antwerpen vereinfachen. (Foto: Medienbüro am Reichstag)
Christine Harttmann

Der Hafenbetreiber teilt mit, dass die neue Plattform wird das bisherige System per PIN-Codes ersetzen soll. Sie sorge für einen sicheren, transparenten und verbesserten Freigabeprozess der ankommenden Container, die den Hafen später per Bahn, Binnenschiff, Lkw oder Seeschiff wieder verlassen.

Sichere Prozesse

Um einen Container an einem Terminal im Hafen abzuholen, ist derzeit ein eindeutiger PIN-Code erforderlich. Dabei ist die Zeit, die zwischen der Übermittlung des PIN-Codes an die Reederei und der Eingabe dieses Codes durch den Fahrer am Terminal liegt, nicht unerheblich. Hinzu kommt, dass der PIN-Code von verschiedenen Akteuren eingesehen wird, was das Risiko eines Missbrauchs erhöht.

Um diesen Prozess sicherer und effizienter zu gestalten, geht am 1. Januar 2021 mit „Certified-Pick-up" (CPu) ein neues Verfahren für die Freigabe von Containern in Betrieb. CPu ist eine neutrale zentrale Datenplattform, die alle am Container-Importprozess beteiligten Akteure miteinander verbindet. 

Digitaler Schlüssel

Die Plattform empfängt und verarbeitet Containerinformationen, um einen codierten digitalen Schlüssel zu generieren, mit dem der jeweilige Transporteur den Container abholen kann. Dieser digitale Schlüssel wird erst dann erstellt, wenn der letztendliche Transporteur bekannt ist. Die Zeit zwischen der Erstellung des digitalen Schlüssels und der Abholung des Containers ist daher minimal. 

Zudem lässt sich nachvollziehen, welche Akteure an der Abholung eines Containers beteiligt waren. Dies ermöglicht zuständigen Behörden wie Zoll und Polizei, im Rahmen ihrer rechtlichen Befugnisse auf die in „Certified-Pick-up“ ausgetauschten und generierten Daten zuzugreifen. Langfristig soll es möglich sein, den digitalen Schlüssel vollständig zu ersetzen, zum Beispiel durch ein identitätsbasiertes Sicherheitsverfahren mit Fingerabdrücken oder Augenscans. 

Mehr Sicherheit, aber auch mehr Effizienz

CPu vereinfache die administrativen Prozesse, ermögliche den Mitarbeitern ein sichereres Arbeiten und reduziere die Umschlagszeit von Importcontainern im Hafen, ist der Hafenbetreiber überzeugt. Auch Zoll und Polizei würden effizienter und effektiver arbeiten können. Hafenschöffin Annick De Ridder ist daher überzeugt:

„Mit dieser Initiative kommen wir als Hafen unserer sozialen Verantwortung nach. Ich schätze es sehr, dass die Hafengemeinschaft zur weiteren Sicherung der Logistikkette beiträgt. Mit dem digitalen Codesystem erschweren wir der Drogenmafia den Zugang zu den Containern an den Terminals erheblich. Ich möchte allen beteiligten Partnern dafür danken, dass sie dies möglich gemacht haben.“

In Zusammenarbeit mit den Logistik-Partnern

Die Hafenbehörde und die Hafengemeinschaft führen einen offenen und konstruktiven Dialog mit allen beteiligten Logistikakteuren, darunter Reedereien, Schiffsagenten, Terminals, Verlader, Spediteure, Logistiker, Straßentransportunternehmen, Binnenschifffahrts- und Eisenbahnbetreiber. Gemeinsam beraten sie darüber, wie CPu weiter gestaltet und schrittweise umgesetzt werden kann. 

Bernard Moyson, Vorsitzender von Alfaport-Voka:

„Wir begrüßen es, dass dieses Projekt auf die schnellere, sicherere und effizientere Freigabe von Containern gerichtet ist. Ein kooperativer Ansatz ist der einzige Weg, um die Sicherheitsherausforderungen zu meistern. Dass wir einen konstruktiven Kompromiss für diese Initiative gefunden haben, beweist einmal mehr die Stärke und Widerstandsfähigkeit der Antwerpener Hafengemeinschaft. ”

Jacques Vandermeiren, CEO Hafen Antwerpen:

„Dies ist die Geschichte einer gemeinschaftlichen Entwicklung mit dem Ziel, den Hafen Antwerpen als digitalen Hochleistungshafen noch besser zu positionieren. Wir haben eine hafenweite Beratungsstruktur eingerichtet, die das Projekt überwacht und gegebenenfalls anpasst.“

Printer Friendly, PDF & Email
Symboldbild Transportjobs

Mehr als 750 aktuelle Jobangebote aus der Transportbranche, vom Lkw-Fahrer über Fuhrparkmanager bis zu Disposition, Teamleitung und vieles mehr mit individueller Suchfunktion und Kartenansicht bieten wir Ihnen ab sofort in unserem Job-Bereich: Ihr nächster Schritt auf der Karriereleiter?

Alle Transport-Jobs anzeigen »