CO2-Speicherprojekt: Hafen Rotterdam startet mit Porthos

Im nächsten Jahr wird im Hafen von Rotterdam mit dem Bau des ersten großen Onshore-CO2-Transport- und Speichersystems in den Niederlanden begonnen. Investitionsvolumen: 1,3 Milliarden Euro.

CO2 abscheiden und dann unter der Erde speichern: Dieses 2024 startende Klimaschutzprojekt am niederländischen Seehafen Rotterdam soll in den nächsten 15 Jahren insgesamt 37 Megatonnen CO2 unter der Nordsee dauerhaft speichern. Foto: Port of Rotterdam/Kees Torn
CO2 abscheiden und dann unter der Erde speichern: Dieses 2024 startende Klimaschutzprojekt am niederländischen Seehafen Rotterdam soll in den nächsten 15 Jahren insgesamt 37 Megatonnen CO2 unter der Nordsee dauerhaft speichern. Foto: Port of Rotterdam/Kees Torn
Daniela Sawary-Kohnen

Porthos ist ein Joint Venture zwischen EBN, Gasunie und der Port of Rotterdam Authority und bietet einer Reihe von Unternehmen im Hafen von Rotterdam Transport- und Lagerdienstleistungen an.

Für das Onshore-Projekt werden die Unternehmen Air Liquide, Air Products, ExxonMobil und Shell demnach CO2 abscheiden und an Porthos liefern, so die Port of Rotterdam Authority. Dafür würden diese zusätzlich selbst in Abscheidungsanlagen investieren. Boudewijn Siemons, CEO a. i. und COO Port der Port of Rotterdam Authority: 

„Es ist großartig, dass Porthos jetzt mit dem Bau hier im Hafen anfangen kann. Die CO2-Speicherung wird die Emissionen der Unternehmen im Rotterdamer Hafen um 10 Prozent reduzieren. Zusätzlich zu allen Bemühungen um den Einsatz von umweltfreundlicheren Kraftstoffen, ist CO2-Abscheidung und -Speicherung wirklich nötig, um eine signifikante CO2-Reduzierung zu erreichen. Mit Porthos machen wir den ersten großen Schritt.“

Wie CO2-Speicherung funktionieren soll

Porthos soll das CO2 durch den Hafen von Rotterdam zu leeren Gasfeldern etwa 20 Kilometer vor der Küste transportieren. Dort wird das CO2 laut der Rotterdamer Hafengesellschaft dann drei bis vier Kilometer unter dem Boden der Nordsee dauerhaft gespeichert.

Porthos will 15 Jahre lang etwa 2,5 Megatonnen pro Jahr speichern, insgesamt also etwa 37 Megatonnen. Damit sei man ausverkauft, so Porthos. Das im Bau befindliche Onshore-Transportsystem biete auch Platz für zukünftige CO2-Speicherprojekte.

Das Porthos-System soll dann voraussichtlich 2026 betriebsbereit sein. Die Porthos-Infrastruktur umfasst insgesamt ein Investitionsvolumen von 1,3 Milliarden Euro. Nachdem die endgültige Investitionsentscheidung getroffen wurde, werde man die definitiven Aufträge an die Bauunternehmen vergeben, die das Projekt realisieren sollen, hieß es von Porthos. Hans Meeuwsen, Direktor von Porthos: 

„Die CO2-Speicherung ist entscheidend, wenn wir die Klimaziele in den Niederlanden erreichen wollen. Diese Investitionsentscheidung ist ein wichtiger Ausgangspunkt für die zukünftige Entwicklung der CO2-Speicherung in den Niederlanden.“

102 Millionen Euro für CO2-Abscheidung

CO2-Abscheidung und -Speicherung (CCS) ist ein kosteneffizienter Weg, um kurzfristig große Mengen CO2 aus der Atmosphäre fernzuhalten. CCS ist daher ein Eckpfeiler der Klimapolitik.

In Zusammenarbeit mit Porthos wird die Rotterdamer Hafenindustrie laut der Port of Rotterdam Authority bald rund zehn Prozent weniger CO2 ausstoßen. Gleichzeitig arbeite die Industrie an der Umstellung auf Verfahren, die auf erneuerbaren Energien und Rohstoffen basieren.

Um das Projekt zu realisieren, arbeitet Porthos mit TAQA Energy, dem derzeitigen Betreiber der P18-Gasfelder, spezialisierten Bauunternehmen und Lieferanten Denys N.V., Allseas, LMR Drilling GmbH, Mannesmann Grossrohr GmbH, Corinth Pipeworks, Equans, Ensco Offshore, Van der Ven und Bonatti zusammen. Sie seien gemeinsam für den Aufbau der entsprechenden Infrastruktur verantwortlich, hieß es.

Die Europäische Union hat Porthos als wichtiges Projekt zur Erreichung der Klimaziele anerkannt und als Vorhaben von gemeinsamem Interesse eingestuft und dafür 102 Millionen Euro bereitgestellt.

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