City-Logistik: Ford und Hermes kombinieren Vans und Fußzustellung

Hersteller und Logistiker erproben in London erstmals einen telematik-gestützten Einsatz von Lieferfahrzeugen und Fußgängerkurieren, um Online-Shopping in Großstädten effizienter zu gestalten.

Gut zu Fuß: Zwei Transporter werden von acht Fußzustellern flankiert, statt zuvor sechs Vans einsetzen zu müssen. | Foto: Ford
Gut zu Fuß: Zwei Transporter werden von acht Fußzustellern flankiert, statt zuvor sechs Vans einsetzen zu müssen. | Foto: Ford
Christine Harttmann
(erschienen bei LOGISTRA von Johannes Reichel)

Ford und der Paketdienst Hermes erproben in London erstmals einen kombinierten Einsatz von Lieferfahrzeugen und Fußgängerkurieren, um die Zustellung von Päckchen und Paketen zukünftig schneller und nachhaltiger zu gestalten. Mit dem Erfolg des digitalen Handels, der sich bereits vor der Corona-Pandemie deutlich abzeichnete und der zuletzt in Rekordsendungsaufkommen mündete, steige edoch der Druck auf die Kurierdienste, mehr Waren pünktlich an die Haustür zu bringen, schildert der Anbieter den Hintergrund des Projekts.

Per Routing präzise zum Übergabepunkt

Die Sendungsübergabe von Lieferfahrzeugen an Fußgängerkuriere wird dabei über MoDe:Link koordiniert, eine cloudbasierte, multimodale Routing- und Logistiksoftware, die von Ford entwickelt wurde. Gewährleistet wird ein sicheres Anhalten des Fahrzeugs sowie ein optimaler Übergabepunkt an die jeweiligen Fußgängerkuriere, um ihnen unnötig lange Wege bis zur Anlieferadresse zu ersparen. Die Kuriere verwenden eine einfache Smartphone-App, die den Standort des Transporters und die wirtschaftlichsten Routen anzeigt. Die App integriert sich in die Tracking-Systeme des Logistikers, um sicherzustellen, dass Kunden den jeweiligen Status ihrer Sendungen in Echtzeit einsehen können, wie der Hersteller skizziert. Wenn die Initiative in den Kommunen angenommen werde, könnte sie eine effektivere Nutzung von Kleintransportern in Großstädten ermöglichen und dazu beitragen, sowohl die Luftverschmutzung als auch die Staugefahr verringern, glauben die Ford-Verantwortlichen.

Zwei Vans und acht Fußzusteller statt sechs Fahrzeugen

Die Partnerschaft mit dem Autohersteller wurde bereits im September vom Hermes Innovation Lab in einem Gebiet ins Leben gerufen und während einer der geschäftigsten Zeiten des Jahres für Paketzustellungen auf die Probe gestellt. Während der Weihnachts-Saison konnte das Pilotprojekt die beispiellose Nachfrage nach Lieferungen in vollem Umfang erfüllen. Zwei Ford Transit-Transporter arbeiteten zusammen mit acht Fußgängerkurieren, die sich auf drei Postleitzahlenbereiche verteilten. Sie lieferten die gleiche Anzahl von Sendungen wie sechs vergleichsweise eingesetzte Transporter, die Lieferungen ohne Fußgängerkuriere durchführten, und dies sogar in einer kürzeren Zeit.

"Wenn die Paketzustellung künftig intelligenter koordiniert wird, können die Spediteure nachhaltiger und effizienter arbeiten - und gleichzeitig ein besseres Erlebnis für die Kunden erzielen. Unsere Versuchsdurchläufe mit Hermes haben gezeigt, wie multimodale Lieferungen auch zu Spitzenzeiten des Jahres skalierbar und effektiv sein können", unterstreicht Tom Thompson, Project Lead, Ford Mobility.

Bei Hermes heißt es, man prüfe Initiativen, um Emissionen bei Lieferungen auf der letzten Meile zu reduzieren und reagiere damit auf die wachsende Anzahl von Umweltzonen in Städten sowie neue Rechtsvorschriften in vielen Kommunen.

"Das augenblicklich erprobte Betriebsmodell lässt sich bei Bedarf problemlos ausbauen, um einerseits eine steigende Nachfrage zu erfüllen und andererseits neue Arbeitsplätze zu schaffen für Kuriere, die kein Fahrzeug mehr fahren oder besitzen müssen", glaubt Carl Lyon, Chief Operating Officer, Hermes UK.

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