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Brennertransit: Italienische Branchenverbände kritisieren Tirol

Kritik an der vom österreichischen Bundesland Tirol eingeführten Lkw-Blockabfertigung im Alpen-Transit kommt nun auch von Seiten der italienischen Branchenverbände.
Über die Brennerautobahn geht ein großer Teil des italienischen Exports nach Mittel- und Nordeuropa. (Foto: grs1305/pixelio.de)
Über die Brennerautobahn geht ein großer Teil des italienischen Exports nach Mittel- und Nordeuropa. (Foto: grs1305/pixelio.de)
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Christine Harttmann

In einem gemeinsamen Statement wenden sich Transportunternehmen und Automobilindustrie an den neuen Minister für Transport und Infrastruktur, Danilo Toninelli. Thomas Baumgartner, Präsident des italienischen Verbandes der Transportunternehmen ANITA, erklärte „Einseitige Initiativen, wie die von Tirol eingeführte Lkw-Blockabfertigung, sind nicht nur wettbewerbsverzerrend, sondern stehen auch im Widerspruch zum EU-Recht und führen zu genau entgegengesetzten Auswirkungen bezüglich Verkehrsüberlastung und erhöhte Schadstoffemissionen, wie die langen Lkw-Staus nach den Fahrverbotstagen beweisen; außerdem verursachen sie ein soziales Problem für die Fahrer.“

Anita und ANFIA, der Verband der italienischen Automobilindustrie, fordern daher Minister Tonimelli auf, das anstehende Brenner-meeting zu nutzen um auf andere Lösungen als die einseitige Kontingentierung des Lkw-Transits hinzuwirken. Auf dem für den 12. Juni 2018 geplanten Treffen zwischen Italien, Österreich und Deutschland, wollen sich die Beteiligten mit dem Ausbau der Brenner-Bahnlinie und der Eindämmung der durch den Straßentransport verursachten Schadstoffemissionen befassen und über die Lösung der Probleme im Zusammenhang mit der Alpenüberquerung über den Brenner diskutieren.

ANIFA-Dirketor Gianmarco Giorda schlägt vor, über eine Differenzierung der Fahrzeugklassen nachzudenken. Emissionsintensive Fahrzeuge könnten benachteiligt, und jenen mit Euro 6 Motoren die Durchfahrt garantiert werden. „Wobei zusätzlich ein Prämiensystem für Fahrzeuge mit innovativer und sauberer Antriebstechnick, vornehmlich mit Flüssigergas (LNG) oder komprimiertem Erdgas (CNG) beziehungsweise Elektrofahrzeuge, sowie für innovative Technologien wie Platooning, verlängerte Sattelauflieger des Projekt 18 oder auch die EMS, vorgesehen werden sollte.“

Baumgartner setzt hinzu: „70 Prozent des italienischen Exports und Imports queren die Alpen, der Großteil davon geht über den Brenner.“ Vor diesem Hintergrund hält es Baumgartner für unrealistisch zu glauben, dass alle Waren auf die Schiene verlagert werden könne. „Die Verlagerung muss selbstverständlich gefördert werden, aber gleichzeitig braucht es Lösungen, die die Durchlässigkeit des Warentransports über die Alpen sicherstellen und die Erfordernisse eines aktiven Umweltschutzes und der wirtschaftlichen Nachhaltigkeit gleichermaßen berücksichtigen.“

Quellenhinweis Bilder (tlw.): Pixelio
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