Bremer Häfen müssen Digitalisierung ausbauen

Das war ein zentrales Ergebnis des spc-Themenabends.

Die Referenten des Themenabends: v.l. Robert Howe (bremenports), Eduard Dubbers-Albrecht (Handelskammer Bremen), Lena Plenge (dbh Logistics IT AG) und Markus Nölke (spc). (Foto: spc)
Die Referenten des Themenabends: v.l. Robert Howe (bremenports), Eduard Dubbers-Albrecht (Handelskammer Bremen), Lena Plenge (dbh Logistics IT AG) und Markus Nölke (spc). (Foto: spc)
Claus Bünnagel

Die bremischen Häfen müssen ihre Digitalisierungsbemühungen weiter verstärken. Das war ein zentrales Ergebnis des jüngsten spc-Themenabends in Bremen mit dem Thema „Häfen im Zeitalter der Digitalisierung“, zu dem am Vorabend des Deutschen Schifffahrtstags 70 Gäste gekommen waren.

Die bremischen Häfen liegen bei der Digitalisierung im Vergleich zu den Westhäfen Rotterdam und Antwerpen um einige Jahre zurück. Zu diesem Schluss kam vor Kurzem ein Gutachten von KPMG im Auftrag der Hafengesellschaft bremenports. Ohne auf die Ergebnisse der Studie im Einzelnen einzugehen, sollte dies zugleich Warnung und Ansporn sein, auf diesem Feld aktiver zu werden und mehr zu tun. Dies kann nur in einem gemeinsamen Kraftakt von Wirtschaft, Politik und Verwaltung geschehen. Darüber hinaus sollte dieser Prozess in enger Abstimmung der norddeutschen Häfen erfolgen. Ohne Frage müssen die Mittel für Investitionen in die digitale Infrastruktur erhöht werden. Ohne Geld und zusätzliches Personal wird es auch hier nicht gehen. (Präses Eduard Dubbers-Albrecht, Handelskammer Bremen – IHK für Bremen und Bremerhaven)

Neue Projekte

Zwar hätten die Digitalisierungsprozesse in den bremischen Häfen mit dem neuen Port Railway Information and Operation Systems Prinos, der digitalen Außenweser und des externen Marktvergleichs bereits einen großen Schub bekommen, betonte spc-Geschäftsführer Markus Nölke.

Dennoch bleibt sehr viel zu tun. Und zwar gemeinsam mit den anderen Akteuren im Hafen. Denn Digitalisierung ist Teamwork. bremenports nimmt dabei in der Mannschaftsaufstellung gerne die Rolle des Spielmachers an. (Robert Howe, Geschäftsführer bremenports)

Prinos verbessert Kommunikation

Am Beispiel von Prinos wurde beim Themenabend exemplarisch das Fortschreiten der Digitalisierung in den bremischen Häfen betrachtet. Das System unterstützt seit diesem Jahr die Bremische Hafeneisenbahn bei der Planung von Kapazitäten, der Disposition und der Entgeltabrechung. Das smarte Kundenportal soll eine reibungslose Kommunikation zwischen Zugangsberechtigte, Rangierdienstleistern und Terminals ermöglichen.

Hoher Schienenanteil

Die bremischen Häfen und die deutschen Seehäfen insgesamt sind im Hinterlandverkehr von der Schienenanbindung geprägt. Sie verfügen als traditionelle Eisenbahnhäfen über eine gut ausgebaute Schieneninfrastruktur. Sie umfasst heute eine Gleislänge von insgesamt 200 km. Mit ihren Güterbahnhöfen in Bremerhaven, Bremen Grolland und Bremen Inlandshafen bildet die Bremische Hafeneisenbahn eine Schnittstelle zwischen dem Hinterland und den wasserseitigen Umschlagterminals.

Im Gegensatz zum Lkw-Transport muss die Ladung für ein Schiff allerdings erst den Weg in einen See- oder Binnenhafen finden. Daher sind bestmögliche Hinterlandverkehre und hocheffiziente Prozesse in den Häfen von entscheidender Bedeutung. Denn oftmals entscheidet sich im Hinterlandverkehr, ob eine Ladung über den Wasserweg transportiert wird. Ziel sei es, den Anteil der Wasserwege am Modal Split deutlich zu erhöhen, so Nölke.

Er betonte auch noch einmal, wie wichtig die Container-Hinterlandanbindungen und Hafenprozesse sind, denn im Kurzstreckenseeverkehr haben die bremischen Häfen 2021 fast 35,6 Mio. t umgeschlagen. Dies macht knapp über 50 % des Gesamtumschlags aus.

Die bremischen Häfen sind schon heute sehr gute Standorte für den Kurzstreckenseeverkehr. Wenn z.B. durch die Digitalisierung das Umschlagvolumen weiter gesteigert werden kann, muss dieser höchste Priorität eingeräumt werden. (Nölke)

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