Bremenports: Umschlagzuwachs im Hinterlandverkehr

Die bremischen Häfen haben laut einer aktuellen ISL-Studie beim Umschlagsaufkommen aufgeholt.

Das Umschlagsaufkommen in den bremischen Häfen hat sich weiter positiv entwickelt. Foto: bremenports GmbH & Co. KG
Das Umschlagsaufkommen in den bremischen Häfen hat sich weiter positiv entwickelt. Foto: bremenports GmbH & Co. KG
Daniela Kohnen

Die aktuelle Studie „Aktualisierung der Analyse und Prognose des See- und Hinterlandverkehrs der bremischen Häfen“ vom Institut für Seeverkehrswirtschaft und Logistik (ISL) im Auftrag von bremenports bescheinigt den bremischen Häfen für die vergangenen Jahre ein positives Fazit. So habe gerade der Hinterlandverkehr einen deutlichen Zuwachs erzielt. Dr. Claudia Schilling, Senatorin für Wissenschaft und Häfen:

„Die Studie ist ein Beleg dafür, dass die bremischen Häfen sich in der schwierigen Wettbewerbssituation weiterhin auf einem guten Weg befinden und wir auch künftig auf ein stabiles Transportaufkommen mit dem Hinterland setzen können. Gleichzeitig wird erneut deutlich, wie wichtig gute Verkehrsverbindungen in das Hinterland für den Erfolg an der Kaje sind.“

Die Basis für die Studie sind die Umschlagsergebnisse von 2018, die für die bremischen Häfen beim Containerumschlag bei 5,4 Mio. TEU (Zwanzig Fuß-Standardcontainer) lagen. Die einzelnen Bereiche haben sich dabei sehr unterschiedlich entwickelt.

Eine erfreuliche Entwicklung zeigt laut Studie der Hinterlandverkehr. So wurden 2018 zwischen den Containerterminals Bremerhaven und seinem Hinterland 2,6 Mio. TEU per Binnenschiff, Bahn oder Lkw transportiert. Das entspricht einem Plus von 300.000 TEU gegenüber dem Referenzjahr 2013.

Positive Erkenntnisse zeigten sich auch, wenn man die Zahlen aufschlüsselt und sich die Regionen im Detail anschaut. So sei der Containertransport von und nach Nordrhein-Westfalen um 37 Prozent angestiegen. Dr. Claudia Schilling, Senatorin für Wissenschaft und Häfen:  

„Dies zeigt, dass es sinnvoll ist, gerade in dem hart umkämpften und aufkommensstarken Bundesland selbstbewusst auf die Stärken der bremischen Häfen hinzuweisen. Hier sehe ich einen wichtigen Schwerpunkt des künftigen Hafenmarketings.“

Ebenfalls gestiegen ist laut Studienanalysen der Lokalanteil der Hinterlandcontainer, die in Bremen vor allem im Güterverkehrszentrum (GVZ) gepackt werden. Die sogenannte „Loco-Quote“ hat demnach um 25 Prozent auf rund 811.000 TEU zugenommen. Damit liegt Bremen im Ranking der Regionen deutlich vor Bayern mit 387.000 TEU auf Platz eins der Hinterlanddestinationen.

In dem traditionell starken Transhipment-Verkehr und damit den Transporten, die in Bremerhaven angelandet und dann per Schiff an andere Orte weiter transportiert werden, sanken die Mengen der Studie zufolge auf rund 2,8 Mio. TEU. Den Grund dafür sehen die Autoren vor allem darin, dass die polnischen Seehäfen in Gdansk und Gdynia vermehrt direkt von den großen Containerschiffen angefahren werden und somit ein Umschlag über Bremerhaven nur noch im geringen Maße nötig ist.

Sehr erfreulich hingegen stellten sich die Entwicklungen in Tschechien und Österreich dar. So ist Tschechien mit rund 188.000 TEU der stärkste Auslandsmarkt der bremischen Häfen. Dicht darauf folgt Österreich mit rund 166.000 TEU. Auffällig dabei sei, dass fast alle Container aus diesen Ländern per Bahn angeliefert würden.

Laut Schilling trage man dem mit einem weiteren Ausbau der Hafeneisenbahn Rechnung. Dies verbessere die Qualität des Umschlags im Hafen und für das Netz der Bahn blieben der Bund und die Deutsche Bahn gefordert, um Schwachstellen zu beseitigen. Mit einem weiteren Ausbau des Netzes könne der Bund einen zentralen Beitrag leisten, dass sich die deutschen Seehäfen künftig noch besser gegen die starke Konkurrenz der Westhäfen behaupteten. Zugleich mache die Studie deutlich, dass mit den polnischen Seehäfen und den Adriahäfen weitere starke Konkurrenz für einzelne Märkte wachse.

In einem weiteren Kapitel setzen sich die ISL-Experten ausführlich mit der künftigen Entwicklung des Umschlags auseinander. Dort bescheinigen sie den Häfen im Land Bremen bis 2035 eine positive Perspektive. Triebfeder des Umschlags werde auch künftig der Container-und der Autoumschlag bleiben. So werde für den Containerumschlag mittelfristig ein jährliches Plus von knapp zwei Prozent vorausgesagt, der Umschlag von Automobilen und anderen RoRo-Gütern könne jährlich mit 2,7 Prozent noch stärker wachsen, vorausgesetzt der deutschen Automobilwirtschaft gelingt die Anpassung an alternative Antriebsarten. Bei den Prognosedaten verweisen die Autoren zugleich auf Unwägbarkeiten, die durch die Corona-Pandemie hervorgerufen und hierbei noch nicht berücksichtigt werden konnten. Bremenports-Geschäftsführer Robert Howe:

„Die Studie schreibt die Ergebnisse einer Untersuchung des Jahres 2013 fort und ist damit ein zentrales Instrument für die künftige Hafenentwicklung. Auch für unser Hafenmarketing liefert diese Analyse wertvolle Erkenntnisse.“

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