Branchenindex: Deutsche Transportbranche schwächelt

Die schwächelnde Konjunktur wirkte sich 2019 auch auf die Logistik aus. Diesen Schluss lässt das Timocom-Transportbarometer zu, das einen europaweiten Rückgang der Frachtangebote um 8,3 Prozent belegt.

(Symbolbild: Pixabay)
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Christine Harttmann

Im Jahresrückblick für 2019 kommt der Branchenindex von Timocom zu keiner positiven Gesamtentwicklung in Europa. Über Ländergrenzen hinweg sei es im Vergleich zum Vorjahr zu einem Rückgang der Frachtangebote um 8,3 Prozent gekommen. Das Jahr 2018 war noch mit einem Plus von fünf Prozent gegenüber 2017 zu Ende gegangen.

Eine Ausnahme machte dabei Italien. Die Logistiker dort konnten sich 2019 entgegen dem Trend über deutliche Zuwächse freuen: „Für Italien verzeichnen wir einen Anstieg von 16 Prozent mehr Frachten verglichen zum Vorjahr“, berichtet Timocom Business Analyst Tilman Fecke. Das Plus der italienischen Transportbranche führt Experte Fecke auf die gestiegene Nachfrage nach Konsumgütern zurück:

„Es ist aus unserer Sicht sehr realistisch, dass handelspolitische Faktoren den Export von Produkten aus Italien angetrieben haben. Dazu zählen etwa der Brexit oder die Einfuhrzölle der USA auf chinesische Produkte.“

Indikator dafür sei, dass der EU-Austritt des Vereinigten Königreichs insgesamt starke Auswirkungen auf die Transportbranche in Europa hätten. So steigerten die 44 im Transportbarometer erfassten europäischen Länder ihre Frachtangebote nach UK von dritten Quartal auf das vierte Quartal 2019 um 15 Prozent.

Auch die Anzahl an Exporten von Deutschland nach Großbritannien wuchs in den letzten drei Monaten des Jahres um rund elf Prozent gegenüber dem dritten Quartal. Hierzu Business Analyst Fecke:

„Die Entscheidung, den Brexit um drei Monate auf Ende Januar 2020 zu verschieben, lässt auch hier den Rückschluss zu, dass die Steigerung in Verbindung zur politischen Entwicklung steht.“

Diese kurzfristige Entwicklung habe aber letztlich keinen Einfluss auf den Gesamttrend gehabt: So ging die Zahl der Frachten von Deutschland über Ländergrenzen hinweg im vergangenen Jahr verglichen zum Vorjahr um zwölf Prozent zurück.

„Auf Deutschland als starker Exportnation wirkt sich die konjunkturelle Abkühlung stärker aus. Das zeigt der merkliche Rückgang im Vergleich zur gesamteuropäischen Entwicklung deutlich“, kommentiert Unternehmenssprecher Gunnar Gburek die Entwicklung. „Ob sich der Negativtrend in diesem Jahr weiter fortsetzt, bleibt abzuwarten – unwahrscheinlich ist das nicht.“

Mit dem Transportbarometer analysiert das IT-Unternehmen Timocom seit 2009 die Entwicklung von Transportangebot und -nachfrage der im Smart Logistics System integrierten Smart Apps Frachten und Laderaum. Mehr als 130.000 Nutzer generieren auf dieser Weise täglich bis zu 750.000 internationale Laderaum- und Frachtangebote.

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