BMW: Gegen XXL-Akku-Werk regt sich Widerstand

Ärger über geplantes BMW Akku-Werk: Kritisiert wird der hohe Flächenbedarf auf wertvollem Ackerland. Zudem fürchtet man Pendler- und Lkw-Ströme und Arbeitsmarktkonkurrenz für lokale Betriebe.

Giga-Fabrik Straubing: Um den Faktor 100 größer als die jüngst eröffnete Anlage zur Batteriezellforschung von BMW in Parsdorf bei München soll eine HV-Akku-Fertigung in Niederbayern werden, für die Irlbach wohl Favorit ist. | Foto: BMW
Giga-Fabrik Straubing: Um den Faktor 100 größer als die jüngst eröffnete Anlage zur Batteriezellforschung von BMW in Parsdorf bei München soll eine HV-Akku-Fertigung in Niederbayern werden, für die Irlbach wohl Favorit ist. | Foto: BMW
Nadine Bradl
(erschienen bei VISION mobility von Johannes Reichel)

Kaum sind die Pläne des bayerischen Automobilherstellers BMW zur Errichtung einer riesigen Hochvoltbatteriefabrik in Irlbach bei Straßkirchen im Landkreis Straubing-Bogen durch einen Bericht der Süddeutschen Zeitung bekanntgeworden, regt sich lokaler Widerstand. Geplant ist ein Werk auf einer neuen und bisher landwirtschaftlich genutzten Fläche von 160 Hektar, was etwa 200 Fußballfeldern entspricht. Dort sollen schon von 2026 an die Hochvoltakkus für die BMW-Standorte in München, Dingolfing und Regensburg montiert werden. Eine offizielle Bestätigung der Pläne vom Hersteller gab es bisher allerdings nicht. Gegenüber der SZ sagte ein Sprecher lediglich, man sei mit der Standortsuche auf der Zielgeraden und führe letzte Gespräche mit den Eigentümern. Der Bürgermeister von Irlbach Armin Soller bestätigte, man sei im Rennen. Die Anbindung des neuen Standorts an diese drei bestehenden Werke wäre jedenfalls ideal. Daher gilt der Standort als Favorit. Die Zeit drängt: Für eine Produktionsaufnahme 2026 müssten die Bauarbeiten bereits 2024 in Angriff genommen werden.

Wertvolle Ackerflächen würden versiegelt

Die Ortschaften seien klein und ländlich, kritisiert der Vertreter einer lokalen Bürgerinitiative namens "Lebenswerter Gäuboden".

"Sollte das Batteriewerk tatsächlich kommen, seien sie nur noch ein Anhängsel an das Werk, die Fabrik werde massive Umwälzungen zur Folge haben, mahnte Thomas Spötzl, Sprecher der BI gegenüber der SZ.

Die Initiative richtet sich vor allem gegen den enormen Flächenverbrauch der Ansiedlung, der zudem auf laut Spötzl fruchtbarsten Böden für die Lebensmittelproduktion stattfänden. Die Fläche dürfe auch im Hinblick auf den Klimawandel nicht verloren gehen. Man befürchtet zudem eine Arbeitsmarktkonkurrenz für lokale Betriebe und eine hohe Verkehrsbelastung durch Pendler und Schwerlastverkehr.

Bund Naturschutz: Transformation muss ressourcenschonend sein

Auch der Bund Naturschutz (BN) betrachtet den möglichen Bau des neuen BMW-Werks kritisch. Der Autobauer müsse zunächst alle Möglichkeiten ausschöpfen, das geplante neue Batteriewerk an bestehenden Standorten aufzubauen, heißt es in einer Mitteilung der Kreisgruppe Straubing vom Freitag. Es könne beispielsweise geprüft werden, ob der Umstieg von Verbrennungs- auf Elektromotoren möglicherweise Produktionskapazitäten freimacht. Oder ob dort Flächen effizienter genutzt werden können. Zugleich begrüßt der Bund Naturschutz das Vorhaben von BMW, ein neues Batteriewerk in Bayern anstatt im Ausland zu bauen. Der damit verbundene Flächenverbrauch sei jedoch besorgniserregend.

"Wir sagen klar Nein, so nicht, zu einem Neubau auf bisher nicht genutzter Fläche - egal ob hier oder anderswo", machte BN-Chef Richard Mergner klar.

Der Umbau der Autoindustrie zum E-Antrieb müsse ressourcenschonend und auf schon vorhandenen Gewerbeflächen geschehen, forderte Mergner. BMW hatte derweil versprochen, "dass wir in jedem Fall bei der Ausgestaltung, dem Bau und dem Betrieb des neuen Standorts ökologischen und gesellschaftlichen Belangen bestmöglich Rechnung tragen. Das Werk Dingolfing als größtes des Konzerns erstreckt sich auf 280 Hektar, das neue Logistiklager bei Wallersdorf besetzt 23,5 Hektar. Bei Parsdort im Landkreis Ebersberg wurde jüngst ein "Kompetenzzentrum Batteriezellfertigung" CMCC erstreckt sich auf einer neuen Ackerfläche lediglich über 1,5 Hektar.

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