BLV-pro: Angriff auf Ukraine gefährdet Lieferketten

Angesichts aktuell begonnenen russischen Angriffs auf die Ukraine befürchtet der Bundesverband Logistik & Verkehr (BLV-pro) einen Versorgungskollaps in Deutschland.

(Symbolbild: Pixabay)
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Christine Harttmann

Als eine Folge des Kriegs, erwartet der BLV-pro, dass die Ukraine sowie deren Anrainerstaaten Soldaten und Reservisten einberufen. Auf die osteuropäischen Transportflotten, die laut der aktuellen Mauterhebung rund 50 Prozent des Lkw-Verkehrs in Deutschland stellen, hätte das massive Auswirkungen. Fast 90 Prozent des Fahrpersonals seien, das teilt der Verband mit, aus Ländern wie der Ukraine oder Weißrussland. Jetzt im Kriegsfall werden diese Fahrer nach Hause fahren, um ihren Familien beizustehen oder Dienst an der Waffe zu leisten, prognostiziert der BLV. Dass sich die Lage wieder beruhigt, gilt als mehr als unwahrscheinlich. Thomas Hansche, Sprecher des BLV-pro, rechnet ganz im Gegenteil mit einer Verschärfung.

Dann werde sich bedauerlicherweise zeigen, so eine Mitteilung des BLV, was der seit Jahren versäumte Wandel und die fehlende Stützung der heimischen Logistikbranche für Auswirkungen auf die Versorgung unserer Bevölkerung haben wird. Der Verband prangert die von der Politik zugelassene Zunahme der Abhängigkeit von billigen Flotten an. Er führt die Entwicklung auf die „Geiz ist Geil Mentalität“ der Industrie, Discounter und Verbraucher, zurück. Die fehlenden Kontrollen der Aufsichtsbehörden und des Verdrängungswettbewerbs täten ein Übriges, die Marktanteile der osteuropäischen Unternehmen zu steigern, die nun drohen, abrupt und ohne Ersatz wegzubrechen. Der Verband warnt vor „englischen Verhältnissen“.

Hinzu kommt: Auch das Gas könnte knapp werden, der sowieso schon immens gestiegene Preis droht noch weiter zu steigen. Auch das könnte Auswirkungen haben auf die Produktivität in der Industrie, aber unter anderem auch auf AdBlue. Der BLV fordert in diese Situation, dass der inländische Güterkraftverkehr gestärkt, gefördert und ausgebaut werden muss, um dem drohenden Kollaps entgegenzuwirken.

Der Kriegs-Fall sei eingetreten, so der Verband. Nun gelte es im Schulterschluss mit der Industrie und den heimischen Logistikunternehmen, die notwendigsten Lieferketten aufrechtzuerhalten und perspektivisch die im Laufe der Jahre entstandene Abhängigkeit von günstigen Flotten mit billigen Arbeitskräften nicht mehr zuzulassen – die dafür notwendigen Gesetze und Vorgaben seien vorhanden, es müsse nur stringent kontrolliert werden.

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