BGL: Transitverbote auf Tauernautobahn diskriminieren

Der Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung kritisiert die neuen Lkw-Transitfahrverboten auf der Tauernautobahn an Freitagnachmittagen scharf.  

Seit Ende Januar besteht ein Fahrverbot an allen Freitagnachmittagen für Lkw mit Ziel Deutschland oder Slowenien/Italien. Foto: Pixabay
Seit Ende Januar besteht ein Fahrverbot an allen Freitagnachmittagen für Lkw mit Ziel Deutschland oder Slowenien/Italien. Foto: Pixabay
Daniela Sawary-Kohnen

Der BGL interveniert gemeinsam mit anderen europäischen Verbänden gegen die Einführung von Lkw-Transitfahrverboten auf der Tauernautobahn an Freitagnachmittagen. In der Folge würden es viele Fahrzeuge nicht mehr schaffen, rechtzeitig vor dem Wochenende den Heimatstandort zu erreichen. Betroffene Fahrer seien gezwungen ihr Wochenende im Lkw zu verbringen.

Der Verband hat deshalb in einem Schreiben gemeinsam mit 11 anderen europäischen Verbänden sowie dem Weltverband IRU die EU-Kommission aufgefordert, gegen die seit Ende Januar bestehenden neuen Transitverbote auf der österreichischen Tauernautobahn vorzugehen.

Eine stetige Ausweitung von einseitigen Transitbeschränkungen durch Österreich sei seit Jahren zu beobachten. So werde der Güterverkehr auf der Brennerroute massiv durch diverse Anti-Transitmaßnahmen wie Fahrverbote und Blockabfertigungen bereits seit Längerem eingeschränkt, hieß es aus dem Bundesverband.

Deutschland, Slowenien und Italien dicht

Jetzt seien erstmals auf einer anderen wichtigen europäischen Transitroute durch Österreich, der Tauernautobahn, diskriminierende Lkw-Fahrverbote eingeführt worden. So besteht ein Fahrverbot an allen Freitagnachmittagen für Lkw mit Ziel Deutschland oder Slowenien/Italien. Zudem ist der Beginn des Wochenendfahrverbotes auf der Tauernautobahn an Samstagen auf sieben Uhr vorgezogen worden.

Das Transitverbot an Freitagnachmittagen, das mit nur einem Tag Vorlauf eingeführt wurde, hat laut dem BGL besonders weite Auswirkungen. So schaffen es viele Fahrzeuge nicht mehr rechtzeitig vor dem Wochenende den Heimatstandort zu erreichen. Die betroffenen Fahrer sind gezwungen, das Wochenende in der Fahrzeugkabine und nicht wie geplant zu Hause zu verbringen. Dies widerspreche dem Geist des EU-Mobilitätspaketes, das sich zum Ziel gesetzt habe, die Arbeitsbedingungen für Lkw-Fahrer zu verbessern und wird den europaweiten Fahrermangel verschärfen, so der Verband.

Da Fahrzeuge mit dem Ziel Österreich oder österreichische Binnenverkehre von dem Fahrverbot ausgenommen seien, führe dies indirekt zu einer Bevorzugung österreichischer Fahrzeuge. BGL-Vorstandssprecher Prof. Dr. Dirk Engelhardt:

„Fahrverbote, die ausschließlich Beförderungen von und nach Österreich erlauben, verstoßen gegen den Grundsatz des freien Warenverkehrs in der EU und diskriminieren vor allem nicht-österreichische Transportunternehmen. Der grenzüberschreitende Handel in der Europäischen Union wird durch die binnenmarktfeindlichen Fahrverbote empfindlich behindert. Die EU-Kommission in ihrer Rolle als Hüterin der Verträge muss hier dringend Flagge bekennen!“

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