BGL-Konjunkturanalyse: Branche im Griff von Corona

Im gewerblichen Güterverkehr sank die Fahrzeugauslastung im zweiten Quartal 2020 deutlich. Zugleich reduzierte fast ein Viertel der Unternehmen seinen Fahrzeugbestand. Bei weit über der Hälfte der Unternehmen gingen in dieser Situation auch die Umsätze zurück.

Leere Straßen in Corona-Zeiten - das spürte auch die Transportbranche. (Foto: Pixaby)
Leere Straßen in Corona-Zeiten - das spürte auch die Transportbranche. (Foto: Pixaby)
Christine Harttmann

Zu diesem Ergebnis kommt die Konjunkturanalyse für das zweite Quartal 2020, die der Bundesverband Güterkraftverkehr und Logistik (BGL) aktuell vorgelegt hat. Demnach waren die Monate April bis Juni von der Corona-Krise dominiert. So sank laut der Statistik der Geschäftslage-Saldo – der Durchschnitt aus Umsatz und Betriebsergebnis – auf -41, den schlechtesten Wert seit dem ersten Quartal 2013.

Das Problem waren dabei wohl weniger die Kosten. Die blieben gegenüber den ersten drei Monaten des Jahres in etwa gleich. Der Anteil der Betriebe, in denen die Kosten tendenziell stiegen war mit knapp 20 Prozent sogar geringer als die 29 Prozent, bei denen sie sanken. Allerdings, mit gut 36 Prozent erwartet wieder ein größerer Teil der Unternehmen ein Anziehen der Kostenschraube im Folgequartal.

Dennoch sprachen 42,5 Prozent der befragten Unternehmen von einem schlechten Betriebsergebnis. Nur zwölf Prozent zeigten sich zufrieden. Im ersten Quartal waren die Antworten noch etwas besser ausgefallen: 39,5 Prozent gegenüber 13 Prozent. Pessimistisch sind auch die Erwartungen an das kommende Quartal. Nur sechs Prozent der Unternehmen blicken optimistisch in die Zukunft, pessimistisch hingegen 40 Prozent.

Zugleich resümieren 52 Prozent der Betriebe gefallene Umsätze und nur 10,5 Prozent gestiegene. Auf eine Besserung in den kommenden Monaten hoffen gerade einmal 20 Prozent. Deutlich mehr, nämlich 34,5 Prozent, rechnen eher mit einer weiteren Verschlechterung. Dazu passt, dass die Unternehmen auch mit ihrer Fahrzeugauslastung unzufrieden waren. Mit 55,5 Prozent sprach mehr als die Hälfte der Befragten von einer negativen Entwicklung. Rund ein Viertel, 24 Prozent, reduzierte in dieser Situation seinen Personalbestand. Schlecht war auch die Auslastung des Fuhrparkt. Der dem in der BLG-Analyse erhobene Fuhrparkkapazitäts-Saldo sank auf -20,5 Punkte und damit auf den schlechtesten Wert seit dem zweiten Quartal 2009. Gerade einmal 3,5 Prozent der Unternehmen gaben an, ihre Fuhrparkkapazität erhöht zu haben, wohingegen 23,5 Prozent die Kapazitäten verringert haben.

Für seine Konjunkturanalyse befragte der BGL 401 Unternehmen, davon beantworteten 293 die Fragen.

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