BGL appelliert an Bundeskanzler Scholz: Transportgewerbe zum Autogipfel einladen

Der Branchenverband fordert die Teilnahme von Vertretern des Transportgewerbes am Autogipfel und bessere Rahmenbedingungen für die Klimawende im Straßengüterverkehr.

Bei den Klimazielen im Verkehrssektor auch an den Lkw-Sektor denken - das fordert der BGL. Für den Markthochlauf von E-Lkw fordert der Verband die richtigen Rahmenbedingungen. (Foto: MA
Bei den Klimazielen im Verkehrssektor auch an den Lkw-Sektor denken - das fordert der BGL. Für den Markthochlauf von E-Lkw fordert der Verband die richtigen Rahmenbedingungen. (Foto: MA
Christine Harttmann

Der Ausbau der Elektromobilität auf deutschen Straßen ist Thema eines Spitzengesprächs am heutigen Montag bei Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) in Berlin. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie das Ziel von 15 Millionen Elektroautos bis 2030 erreicht und der weitere Markthochlauf unterstützt werden kann. Mit am Tisch sitzen neben Vertretern von Autoherstellern und Zulieferern auch Gewerkschaften und Betriebsräte, wie Regierungssprecher Steffen Hebestreit am Freitag übereinstimmenden Medienberichten zufolge mitteilte. Zudem würden Vertreter der Energiewirtschaft, der Wissenschaft und von Umweltverbänden erwartet.

Der Bundesverband Güterkraftverkehr und Logistik zeigte sich verärgert darüber, dass Vertreter des Transport- und Logistikgewerbes offenbar nicht zu dem Treffen eingeladen wurden. Vorstandssprecher Prof. Dr. Dirk Engelhardt appelliert deshalb an Bundeskanzler Olaf Scholz, dies nachzuholen.

„Ein E-Auto-Gipfel ohne Beteiligung der Lkw-Branche blendet ein Drittel des CO2-Ausstoßes im Straßenverkehr aus“, so seine Begründung. „Die Klimaziele im Verkehrssektor können nur erreicht werden, wenn die Politik endlich die richtigen Rahmenbedingungen für einen klimafreundlichen Straßengüterverkehr schafft.“

Gleichzeitig begrüßt der BGL, dass Bundeskanzler Scholz die Klimawende im Straßenverkehr endlich zur Chefsache macht. Die Antriebswende im Straßengüterverkehr steckt jedoch in der Sackgasse: Weniger als ein Promille aller Lkw in Deutschland fahren heute elektrisch.

Die Gründe für die ausbleibende Elektrifizierung der Lkw-Flotten sieht der BGL vor allem bei der Politik. Diese müsse mit den richtigen Rahmenbedingungen die Basis für eine erfolgreiche klimafreundliche Transformation des Straßengüterverkehrs schaffen:

  • Reinvestition der 30 Milliarden Euro Mehreinnahmen aus der CO2-Lkw-Maut in einen klimafreundlichen Straßengüterverkehr.
  • Entbürokratisierung und finanzielle Aufstockung der Förderprogramme für klimafreundliche Lkw im Rahmen des KsNI-Programms auf mindestens 800 Millionen Euro jährlich bis 2028.
  • Aufbau einer flächendeckenden Tank- und Ladeinfrastruktur mit mindestens 10.000 öffentlich zugänglichen Ladepunkten für E-Lkw, davon mindestens 4.000 Mega-Charger für Schnellladung bis 2028.
  • Ausbau der Lkw-Parkplatzkapazitäten um mindestens 40.000 Stellplätze bis 2028.
  • Sicherstellung einer deutlich erhöhten Stromerzeugung und Netzkapazität zur Versorgung von E-Lkw an öffentlichen und privaten Ladepunkten.

Der Straßengüterverkehr hat derzeit einen Anteil von rund 85 Prozent am Transportaufkommen in Deutschland - Tendenz steigend. Eine Klimawende im Güterverkehr muss daher nach Ansicht des BGL bei den 800.000 schweren Lkw ansetzen, die auf Deutschlands Straßen Güter transportieren und fast ausschließlich mit Diesel fahren. Eine Verlagerung relevanter Transportmengen von der Straße auf die Schiene oder das Wasser sieht der Verband in Deutschland weder kurz- noch mittelfristig.

„Die Politik muss jetzt die Rahmenbedingungen entscheidend verbessern, damit der Wechsel von Diesel zu E-Mobilität im Gütertransport schnell beginnt. Sonst kann es keine signifikante Verringerung bei den Emissionen des Güterverkehrs geben“, fasst Engelhardt zusammen.

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