Belgien: Frachtaufkommen im Hafen Antwerpen steigt

Gestützt von einem deutlichen Plus im Containerverkehr wächst das im ersten Quartal 2020 das Gesamtfrachtaufkommen im Hafen Antwerpen.

Das Gesamtfrachtaufkommen am Hafen Antwerpen steigt im ersten Quartal um vier Prozent. (Foto: Port of Antwerp)
Das Gesamtfrachtaufkommen am Hafen Antwerpen steigt im ersten Quartal um vier Prozent. (Foto: Port of Antwerp)
Christine Harttmann

Für das erste Quartal 2020 meldet der Hafen Antwerpen einen Gesamtumschlag von 59,1 Millionen Tonnen Güter, ein Anstieg um 4,0 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Zurückzuführen sei das vor allem auf den Zuwachs im Containerverkehr, der den Rückgang in anderen Frachtgruppen wie konventionellem Breakbulk und Fahrzeugen habe ausgleichen können, so die Mitteilung. Die Corona-Krise sich noch kaum auf den Hafen Antwerpen ausgewirkt.

Bei einem Gesamtvolumen von 3,02 Millionen TEU (20-Fuß-Standardcontainer) beziffert sich das Wachstum im Containerverkehr auf 9,5 Prozent. Die Tonnage stieg um 9,4 Prozent auf 35,9 Millionen Tonnen. Damit bleiben die Container das bei weitem wichtigste Frachtsegment im Hafen. Es gab im ersten Quartal einen starken Anstieg bei pharmazeutischen Produkten und im E-Commerce. Auch die Nachfrage nach gesunden und lange haltbaren Lebensmitteln nahm weiter zu. Bis auf einen leichten Rückgang der Verkehre aus dem Fernen Osten um 2,2 Prozent verzeichneten alle Handelsbereiche ein starkes Wachstum.

Globale Handelsstreitigkeiten beeinflussen seit Mitte 2019 die Güterströme im Breakbulk. Daraus ergibt sich im ersten Quartal 2020 ein Gesamtrückgang von 27,8 Prozent auf 1,74 Millionen Tonnen, wobei die Importe stärker betroffen sind als die Exporte. Der Umschlag von Eisen und Stahl, der wichtigsten Warengruppe innerhalb dieses Segments, setzt mit einem Rückgang um 36,8 Prozent seinen negativen Trend fort. Der Stillstand im Automobilsektor wirkt sich gleich zweifach auf den Breakbulk-Umschlag aus, zum einen durch die Verringerung der Stahltransporte und zum anderen durch einen Rückgang im Umschlag bei Neufahrzeugen um 18 Prozent. Der RoRo-Gesamtumschlag sank im Zeitraum Januar bis März um 20,3 Prozent auf 1,07 Millionen Tonnen.

Das Dry-Bulk-Volumen nahm am Ende des ersten Quartals leicht um 1,2 Prozent auf insgesamt 3,2 Millionen Tonnen zu. Verstärkte Spekulationen hätten den Kohle-Umschlag deutlich steigen lassen, so der Hafenbetreiber Port of Antwerp. Liquid Bulk verzeichnete mit insgesamt 17,2 Millionen Tonnen Ende März ein kleines Plus von 0,7 Prozent.

Im ersten Quartal 2020 liefen 3.476 Seeschiffe den Hafen Antwerpen an, etwa 1,2 Prozent weniger als im ersten Quartal 2019. Die Bruttoraumzahl dieser Schiffe war mit 98 Millionen (Gross Tonnage) um 3,4 Prozent niedriger.

Der Hafenbetreiber verweist darauf, dass es aufgrund der Corona-Pandemie global zu Störungen in den internationalen Produktions- und Logistikketten kommt. Auch Antwerpen werde die Folgen dieser Entwicklung zu spüren bekommen. Allerdings waren die Auswirkungen waren im ersten Quartal eher begrenzt. Sie werden aber im zweiten Quartal aufgrund von ausfallenden Schiffsanläufen, der Stilllegungen in der Produktion wichtiger Industriesektoren in Westeuropa sowie aufgrund veränderter Verbrauchsgewohnheiten deutlich werden. Daher beobachtet der Hafen die Situation intensiv und wird gegebenenfalls Maßnahmen ergreifen. Jacques Vandermeiren, CEO des Hafens Antwerpen, ist jedoch überzeugt:

„Dank seiner globalen Anbindung und der Vielfalt der Güterströme ist der Hafen Antwerpen weniger abhängig von einzelnen Märkten. Außerdem verfügt der Hafen über enorme Lagerkapazitäten, die einen Puffer für die Wirtschaft bilden und eine schnellere Erholung der Industrie und des Handels in Belgien und einem Teil Europas ermöglichen.“

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