Bedienen per Joystick: Geis will autonom fahrende Lkw forcieren

Die Geis Gruppe entwickelt autonomes Fahren weiter und plant am Stammsitz in Bad Neustadt autonome Nahverkehre mittels 5G-Mobilfunkstandard.

Auftaktveranstaltung: Die Teilnehmer des Projekts „5G-InnoPlatt-NES“ mit Geis-IT-Leiter Ralf Lammering rechts und Geschäftsführer Jochen Geis neben ihm. (Foto: Julia Weber)
Auftaktveranstaltung: Die Teilnehmer des Projekts „5G-InnoPlatt-NES“ mit Geis-IT-Leiter Ralf Lammering rechts und Geschäftsführer Jochen Geis neben ihm. (Foto: Julia Weber)
Christine Harttmann

„Teleoperation-System für die Entwicklung von autonomer Nahbereichslogistik“ – unter diesem Arbeitstitel entwickelt der Logistikdienstleister Geis eine praxistaugliche Lösung, die das Überwachen und Steuern eines autonom fahrenden Lkw aus der Ferne ermöglicht. Insbesondere soll ein System entwickelt und erprobet werden, das für den Fall greift, dass autonome Fahrzeuge in Ausnahmesituationen geraten.

Das Projekt sei auf drei Jahre ausgelegt, so eine Pressemeldung der Geis Gruppe. Es sei Teil des Gemeinschaftsvorhabens 5G-InnoPlatt-NES des Landkreises Rhön-Grabfeld. Dessen Ziel ist es, durch 5G-Technik Industrie 4.0-Anwendungen voranzubringen.

„Wenn einem selbst fahrenden Fahrzeug zum Beispiel ein Hindernis im Weg steht, stoppt es aus Sicherheitsgründen sofort. Es kann sich aber meist nicht selbst aus dieser Situation befreien“, erklärt Ralf Lammering, Leiter zentrale IT der Geis Gruppe. „Solche Fälle können mit Teleoperation gelöst werden, indem der Bediener aus der Ferne die Steuerung übernimmt und das Hindernis sicher umfährt.“

Voraussetzung ist ein 5G-Netz, das dank sehr hoher Datenraten die Übertragung von hochauflösenden Bildern aus dem Fahrzeug bei minimaler Verzögerung ermöglicht. Dieses 5G-Netz wird im Rahmen des Projekts im Bad Neustädter Gewerbegebieten aufgebaut. Es ist die Grundlage dafür, dass Geis von seinem Logistikterminal Bad Neustadt aus mit einem Pilotfahrzeug Touren zu einem Bad Neustädter Kunden fährt – autonom und bei Bedarf von einem Bediener ferngelenkt. Dieses Entwicklungsziel soll nach mehreren Zwischenschritten in drei Jahren Realität werden.

Auf Empfehlung der am Projekt beteiligten Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt arbeitet Geis bei der Entwicklung des Systems mit der Götting KG zusammen. Das Unternehmen sieht sich als Europas Marktführer im Bereich Teleoperation und hat bereits vor fast 20 Jahren mit der Fernsteuerung von Untertagefahrzeugen begonnen. Dabei führte der Bediener von einem Leitstand über Tage Fahrzeuge in 700 Meter Tiefe. Nach weiteren erfolgreichen Projekten startet das Unternehmen jetzt gemeinsam mit Geis die Weiterentwicklung seiner Systeme mit dem 5G-Standard.

„Mit dem Projekt wollen wir das autonome Fahren im Werks- und Nahverkehr auf seine Machbarkeit testen und weiter voranbringen“, erklären Hans-Wolfgang Geis und Jochen Geis, geschäftsführende Gesellschafter. „Die Innovation könnte dazu beitragen, die Situation am Fahrermarkt zukünftig etwas zu entspannen. Zudem könnten wir so noch flexibler auf Kundenwünsche wie 24/7-Werksversorgung reagieren – und damit für uns und unsere Kunden einen spürbaren Mehrwert generieren.“

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