BDB: Rückläufiger Güterumschlag in der Binnenschifffahrt im Jahr 2022

Für das Jahr 2022 vermeldet der Bundesverband der Deutschen Binnenschifffahrt eine um 6,4 Prozent reduzierte Menge beförderter Güter. Niedrigwasser, Lieferkettenstörungen und der Krieg in der Ukraine wirkten sich auch auf die Verkehrsleistung aus.

Was und wie viel wurde in den deutschen Binnengewässern 2022 transportiert? Antworten darauf liefert der BDB mit seinem kürzlich erschienenen Bericht. (Foto: BDB)
Was und wie viel wurde in den deutschen Binnengewässern 2022 transportiert? Antworten darauf liefert der BDB mit seinem kürzlich erschienenen Bericht. (Foto: BDB)
Anna Barbara Brüggmann

Der Bundesverband der Deutschen Binnenschifffahrt (BDB) befasste sich in seiner Broschüre „Daten & Fakten“ (Ausgabe 2022/2023) mit der Lage der Binnenschifffahrt.

In den Jahresergebnissen 2022 schlagen sich dem BDB zufolge das Niedrigwasser in den Sommermonaten sowie das durch Störungen in den Lieferketten und den Krieg in der Ukraine insgesamt eingetrübte wirtschaftliche Umfeld nieder.

Gegenüber dem Jahr 2021 reduzierte sich die Menge der auf deutschen Wasserstraßen beförderten Güter von 195 Millionen Tonnen um 6,4 Prozent auf 182,4 Millionen Tonnen. Auch die Verkehrsleistung ging zurück - um 8,4 Prozent auf 44,1 Milliarden Tonnenkilometer.

Fahrtgebiete

Bei den Fahrtgebieten war laut Bericht das Rheingebiet am tonnagestärksten mit 155,4 Millionen Tonnen (- 7,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr), gefolgt vom westdeutschen Kanalgebiet mit 36,9 Millionen Tonnen (- 6,2 Prozent) und dem Mittellandkanalgebiet mit 16,9 Millionen Tonnen (- 5,5 Prozent).

Zuwächse wurden hingegen am Datteln-Hamm-Kanal (5,5 Millionen Tonnen, + 14,5 Prozent) und im Wesergebiet (7,7 Millionen Tonnen,+ 4,3 Prozent) verzeichnet.

Leicht rückläufige Zahlen waren laut BDB mit 1,97 Millionen TEU bei der Containerbeförderung in der Binnenschifffahrt festzustellen (im Vorjahr 2,22 Millionen TEU). Zugleich habe sich der Anteil der Leerfahrten von 30,2 auf 28,3 Prozent verringert.

Ladungsarten

Im Jahr 2022 zählten „Erze, Steine, Erden, sonstige Bergbauerzeugnisse“ mit 46,9 Millionen Tonnen (- 8,1 Prozent gegenüber dem Jahr 2021) zu den stärksten Gütersparten, gefolgt von „Kokerei- und Mineralölerzeugnissen“ (32,7 Millionen Tonnen, - 4,0 Prozent), „Kohle, rohes Erdöl, Erdgas“ (25,7 Millionen Tonnen, + 12,0 Prozent) sowie „Chemischen Erzeugnissen, Mineralerzeugnissen“ (18,0 Millionen Tonnen; - 15,7 Prozent).

Von der Gesamttonnage entfielen 106,6 Millionen Tonnen auf trockene Massengüter, 45,1 Millionen Tonnen auf flüssige Massengüter, 18,3 Millionen Tonnen auf Container, 8,2 Millionen Tonnen auf Stückgut sowie 4,2 Millionen Tonnen auf sonstige Ladungsarten.

Unternehmenszahlen

Positive Entwicklungen seien bei der unternehmensstatistischen Betrachtung zu erkennen: Die Anzahl der Unternehmen in der gewerblichen Binnenschifffahrt stieg im Jahr 2021 auf 682 Unternehmen – 8 mehr als 2020. Auch die Umsatzerlöse erhöhten sich - von rund 1,14 Milliarden Euro auf 1,25 Milliarden Euro.

Personallage

Zudem sei auch die Zahl der Beschäftigten nach mehreren rückläufigen Jahren wieder angestiegen: 2021 waren insgesamt 6.024 (2020: 5.831) Beschäftigte in der Binnenschifffahrt tätig. Neuerungen gab es bei der Berufsausbildung: Es gibt nun sowohl den Ausbildungsberuf Binnenschiffer/in als auch den Ausbildungsberuf Binnenschifffahrtskapitän/in.

Wie viele Binnenschiffe auf den Gewässern unterwegs?

Und was gibt es zur deutschen Binnenflotte zu berichten? Zum Jahresende 2022 bestand diese aus insgesamt 1.848 Schiffen (2021: 1.885) mit einer Gesamttragfähigkeit von 2.458.864 Tonnen (2021: 2.469.924 Tonnen).

Der BDB führt dies auf eine Reduktion der Anzahl der Motorgüterschiffe für trockene Ladung und bei den Schubleichtern für trockene Ladung zurück. Zunahmen gab es hingegen bei den Tankmotorschiffen, den Schubbooten und den Tagesausflugsschiffen.

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