BAX: Variantenreicher Elektro-Truck

Die elektrische Nutzfahrzeugmarke, eine Kooperation der BPW Gruppe mit Paul Nutzfahrzeuge, bietet mit zusätzlichen Aufbauten eine ganze Bandbreite Einsatzmöglichkeiten.

Der BAX 7.5 in der Ausführung als Tankwagen. | Bild: BAX.
Der BAX 7.5 in der Ausführung als Tankwagen. | Bild: BAX.
Christine Harttmann
(erschienen bei PROFI-Werkstatt von Claudia Leistritz)

Mit 7,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht und drei Tonnen Nutzlast, so berichtet BPW, lässt sich der neue und erste E-Lkw der Marke von Speditionen und anderen Unternehmen mit einer Reihe verfügbarer Aufbauten für unterschiedliche Zwecke verwenden.

So beispielsweise als Hubsteiger oder Ambulanzfahrzeug, als Feuerwehreinsatzwagen oder Abschlepp-Lkw, als Kehr- oder Müllwagen. Zudem sind den Angaben zufolge auch kundenspezifische Anpassungen möglich –  „bis hin zum Fullservice für Spezialfahrzeuge“.

Die beiden Transport- und Nutzfahrzeugspezialisten haben an ihrer Entwicklung von Anfang an, wie es heißt, Spediteure, Fahrer und Fuhrparkleiter teilhaben lassen. Herausgekommen ist ein „robuster Alleskönner“, der über eine Nutzlast von bis zu 4 Tonnen (ohne Aufbau) verfügt, im Leergewicht auf 3,6 Tonnen kommt und ein zulässiges Gesamtgewicht von 7,5 Tonnen aufweist. Für einen Elektro-Lkw sei das ein herausragender Wert, der in Bezug auf die Zuladung manchem Diesel-Lkw derselben Gewichtsklasse überlegen sei, vermeldet die Wiehler BPW Bergische Achsen KG.

Fortschrittliche Antriebsachse

Die Leistungsfähigkeit des BAX 7.5 gehe vor allem auf die elektrische Antriebsachse von BPW zurück, das "als Herzstück des Fahrzeugs“ in die Hinterachse integriert ist. Das Bauteil benötigt weder Zentralmotor noch Kardanwelle oder andere Aggregate wie in herkömmlichen Lkw und könne daher das hohe Gewicht der Batterien wieder wettmachen.

Hersteller ist die Vilshofener Paul Nutzfahrzeuge GmbH, den Angaben zufolge europäischer Marktführer für Spezialfahrzeuge wie unter anderem für die Bereiche Feuerwehr, Kommunen, Land- und Forsttechnik. Durch den Einbezug vieler Fachleute in die Entwicklung weise der BAX eine besondere Qualität, aber auch hohe Vielseitigkeit auf, heißt es im Pressebericht.

Chassis, Koffer oder Spezialausführung

Der BAX 7.5 wird mit zwei Radständen ausgeliefert: 3.365 oder 4.475 mm. Ebenfalls in zwei Versionen ist die Reichweite verfügbar: Medium Range für 110 bis 150 Kilometer oder Long (beziehungsweise Extended) Range für eine Strecke von 180 bis 230 Kilometern.

Mehr Varianten auf Nachfrage

In der Standardausführung ist der elektrische Lkw als Einzelkabine ausgelegt, bei „ausreichender Nachfrage“, heißt es, könne zu einem späteren Zeitpunkt auch eine Version mit Doppelkabine gebaut werden. Ab Werk erfolgt die Lieferung mit festem Kofferaufbau und Ladebordwand oder ganz ohne Aufbau. Letztere Ausführung gebe den Betreibern die Möglichkeit, sich von einem Aufbautenspezialisten eigener Wahl eine maßgeschneiderte Ausführung fertigen zu lassen.

Um Interessenten aber in einem einfachstmöglichen Bestellprozess zu unterstützen, helfe das BAX-Vertriebsteam von BPW auch bei der Auswahl und Konfiguration von Spezialaufbauten. Dazu zählen beispielsweise Kühlkoffer, Entsorgungslösungen, Straßenreinigungstechnologien, Kipper,Tank-, Kran- und Abschleppwagen, Fahrzeugtransporter und Hubsteiger.

Die bisher bei Dieselfahrzeugen verwendeten Aufbauten könnten ohne besondere konstruktive Änderungen auch für den BAX verwendet werden, berichtet der System- und Mobilitätspartner der Transportindustrie. Das BAX-Team habe diesbezüglich bereits mit „führenden Anbietern von Spezialfahrzeugen“, die zu späterer Zeit genannt werden sollen, Verträge vereinbart. Die Kunden, so heißt es, sollen möglichst alles aus einer Hand bekommen.

Zwei Leistungspakete, Aufprallschutz

Das „kleine“ (Medium Range) Batteriepaket mit einer Reichweite von 110 bis 150 Kilometern soll für die Anwendung beispielsweise in kommunalen Einsätzen dienen, bei denen Spezialfahrzeuge häufig nicht mehr als 50 Kilometer am Tag zu fahren hätten.

Das „große“ (Extended Range) mit einer Reichweite von bis zu 200 Kilometern (abhängig von Einsatzzweck und Fahrweise) stelle in diesem Segment einen „absoluten Spitzenwert“ dar, so der Bericht. Zudem seien die Hochvoltkomponenten durch einen Leiterrahmen sowie einen zusätzlichen Stahlrahmen für den Seitenaufprall „doppelt crashgeschützt“, ohne dass der Bauraum für die individuellen Aufbauten eingeschränkt werde.

Laut Internetauftritt von BAX beträgt die nominale Batteriekapazität für die Medium Range 84 kWh, für die Extended Range entsprechend 126 kWh. Die maximale Ladedauer für die „kleine“ Version wird mit 60/200 Minuten (DC-/AC-Ladedauer) beziehungsweise für die „große“ Version mit 72/320 Minuten angegeben.

Das Aus- und Einsteigen in die Kabine erfolge, wesentlich leichter als bei den herkömmlichen hochgelegenen Trucks, in einer Position etwa auf Augenhöhe mit Fußgängern, Rad- und Motorradfahrern – „gerade bei den häufigen Stopps im Stadtverkehr ein wahrer Segen“.

Fahrerassistenten, Komfortfunktionen, Telematik

Für die Sicherheit stehen beispielsweise eine Rückfahrkamera, ein Notbremsassistent, ein Spurhalteassistent sowie auf Wunsch auch ein Abbiegeassistent zur Verfügung. Für den Komfort sorgen eine serienmäßige Klimaanlage, eine Sitzheizung, ein verstellbares Lenkrad, Zentralverriegelung, Tempomat, Freisprecheinrichtung und Apple Carplay sowie Android Auto.

Als Anbieter der Telematikanwendung idem telematics hat BPW zudem den BAX auch mit dieser, den Angaben zufolge in Europa auf diesem Gebiet marktführenden Software ausgestattet, mit der Fahrer, Einsatzleiter oder Disponenten das Fahrzeug kontrollieren und sich laut BPW jederzeit über Fahrzeugstandort und –zustand sowie Reichweite, Fahrweise und sogar Zuladung informieren können.

Weniger Wartung

Der E-Lkw, sagt Paul Joshua Gran, Product & Strategic Sales Manager bei BPW, sei gemacht für besondere Aufgaben – wozu ihn nicht nur die hohe Nutzlast und die robuste Leiterrahmenkonstruktion prädestinierten: denn die bei dieselbetriebenen Fahrzeugen so wartungsintensiven Komponenten entfielen hier komplett: Motor, Getriebe, Differenzial und Abgasreinigung – „was nicht da ist, kann auch nicht kaputt gehen“.

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