Bahnstreik: 190 Güterzüge im Stau

Der Streik der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) trifft auch den Schienengüterverkehr und damit versorgungsrelevante Güterzüge.

Der Bahnstreik, der auch den Schienengüterverkehr betrifft, hat auch Auswirkungen auf Lieferketten für die deutsche und europäische Industrie. (Symbolbild: Deutsche Bahn)
Der Bahnstreik, der auch den Schienengüterverkehr betrifft, hat auch Auswirkungen auf Lieferketten für die deutsche und europäische Industrie. (Symbolbild: Deutsche Bahn)
Daniela Kohnen
(erschienen bei LOGISTIK HEUTE von Melanie Wack)

Die Deutsche Bahn wird von der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) bestreikt. Die kurzfristig kommunizierten Ersatzfahrpläne im Fern- und Nahverkehr laufen laut Angaben der Deutschen Bahn weiterhin stabil. Der Streik, der auch den Schienengüterverkehr betrifft, könnte den Angaben zufolge auch Auswirkungen auf Lieferketten für die deutsche und europäische Industrie haben. Aktuell stehen laut Bahn rund 190 Güterzüge im Rückstau.

Die DB befürchtet laut dem Presseblog, dass durch den Streik dem klimafreundlichen Schienengüterverkehr ein nachhaltiger Schaden zugefügt werde, weil Kunden ihre Verkehre in dieser Situation auf die Straße zurückverlagern könnten.

Versorgungsrelevante Züge fahren

Bisher konnte DB Cargo den Bahn-Angaben zufolge die versorgungsrelevanten Züge fahren. Dabei handele es sich um volkswirtschaftlich wichtige Züge, die Kraftwerke und große Industriebetriebe versorgen. Zur Sicherstellung der Transporte kooperiert DB Cargo demnach außerdem mit Eisenbahnverkehrsunternehmen in Deutschland und Europa. Derzeit sei der Betrieb bundesweit betroffen. Nach Streikende werde das Unternehmen die zurückgestauten Züge abbauen. Alle Kunden wurden laut DB rechtzeitig kontaktiert und über die Lage informiert. Damit sollen die Auswirkungen so gering wie möglich gehalten werden.

Bedeutung für die chemisch-pharmazeutische Industrie

Der Verband der Chemischen Industrie e.V. (VCI) hat Stellung zum Bahnstreik genommen:

„Der Schienengüterverkehr hat für die deutsche chemisch-pharmazeutische Industrie eine große Bedeutung bei der Versorgung mit Rohstoffen und dem Versand von Zwischen- und Fertigprodukten. Als transportintensive Branche ist sie daher auf reibungslose Abläufe im Bahnverkehr angewiesen“, so der VCI. „Vor diesem Hintergrund haben Störungen im Schienengüterverkehr weitreichende Auswirkungen auf die Branche und ihre Kunden. Der Chemieverband rechnet damit, dass besonders der sogenannte Einzelwagenverkehr betroffen sein wird. Die Chemieunternehmen prüfen, in welchem Umfang sie ihre Transporte auf andere Verkehrsträger verlagern können, überwiegend auf Lkw und in wenigen Fällen auch auf das Binnenschiff.“

Im Jahr 2019 wurden dem Verband zufolge rund 204 Millionen Tonnen Chemikalien (ohne Pipeline) transportiert, davon entfielen rund zwölf Prozent auf die Schiene. Für viele Stoffe sei die Bahn das Transportmittel der Wahl; für einige Stoffe sei der Bahntransport grundsätzlich vorgeschrieben.

Die Allianz pro Schiene und das Deutsche Verkehrsforum wollten sich auf Anfrage von LOGISITK HEUTE nicht zum Bahnstreik äußern.

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