Autobahnen: Scheuer setzt Parkplatznot auf die Agenda

Ein fünf-Punkte-Plan soll für Lkw-Fahrer die Parkplatzsituation an den Autobahnen verbessern – zusätzlich zu den 100 Millionen Euro, die im Bundeshaushalt vorgesehen sind.

Pakrplatznot: Fünf-Punkte-Plan soll Abhilfe schafffen. (Foto: Rewe)
Pakrplatznot: Fünf-Punkte-Plan soll Abhilfe schafffen. (Foto: Rewe)
Christine Harttmann

Damit Lkw-Fahrer an deutschen Autobahnen nachts einen Stellplatz finden, will Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer noch in 2020 in die Verbesserung der Infrastruktur investieren. Scheuer verspricht moderne, digitale Parkleitsysteme, mit denen es gelingen soll, „den vorhandenen Platz bestmöglich zu nutzen“. Gezielt werde sein Ministerium in den Ausbau von Stellplätzen investieren – „erstmals auch auf Autohöfen und in Gewerbegebieten“, lässt Scheuer verlauten.

Hintergrund ist eine bundesweite Erhebung bei der das Bundesamts für Güterverkehr (BAG) die Lkw-Parksituation unter die Lupe nahm. Fast 2.200 Standorte erfasste die Behörde im April 2018 – in erster Linie bewirtschaftete und unbewirtschaftete Rastanlagen sowie die 224 privat betriebenen Autohöfe. Dort wurden die vorhandenen Lkw-Abstellmöglichkeiten und die Zahl der nachts tatsächlich geparkten Lkw gezählt.

Das Ergebnis: Seit 2008 ist die Zahl der Lkw-Abstellmöglichkeiten um 31 Prozent von 53.900 auf 70.800 gestiegen. In derselben Zeit ist – dank des Wirtschaftsbooms –auch der Lkw-Verkehr gewachsen. Das BAG zählte in seiner Erhebung 94.100 Lkw. Das sind 38 Prozent mehr als 2008 und, vor allem, fast 24.000 mehr als Parkplätze zur Verfügung stehen.

Nun lässt das Bundesverkehrsministerium wissen, dass es den Bedarf erkannt habe und investierte. In den vergangenen zwölf Jahren sind demnach bereits mehr als 1,2 Milliarden Euro in den Bau neuer Lkw-Parkmöglichkeiten geflossen. Für 2020 hat der Bund weitere 100 Millionen Euro im Bundeshaushalt eingeplant.

Scheuers 5-Punkte-Plan sieht vor:

  1. Neue Lkw-Parkmöglichkeiten auf den Rastanlagen des Bundes schaffen.
  2. Verstärkter Einsatz telematischer Parkverfahren (Kolonnen- und Kompaktparken).
  3. Reduzierung des Lkw-Parksuchverkehrs durch den Einsatz von Parkleitsystemen.
  4. Optimierte Nutzung des vorhandenen Lkw-Parkraums.
  5. Prüfung neuer Parkraummodelle in Autobahnnähe.

Laut Ministerium bedeutet das konkret, dass nicht nur auf den staatlichen Rastanlagen an den Autobahnen neue Lkw-Parkplätze gebaut sollen. Erstmals will der Bund auch private Investoren fördern, wenn sie neben den Autobahnen Stellplätze schaffen, beispielsweise in Gewerbegebieten. Eine entsprechende Förderrichtlinie ist aktuell im Bundesverkehrsministerium in Arbeit.

Eine weitere Idee, die bereits erprobt wird: Mit modernen Parkleitsystemen sollen Brummifahrer frühzeitig erfahren, wo Plätze frei sind. Vor Ort sollen dann Telematikanlagen dafür sorgen, dass sie verdichtet parken, indem sie ihre Lkw entsprechend der Abfahrtszeit hintereinander abstellen. Auf gleicher Fläche finden damit bis zu 50 Prozent mehr Lkw Platz.

„Nur wenn Lastwagenfahrer gut ausgeruht und versorgt sind, können sie ihre Tour sicher und erholt fortsetzen“, ist Bundesverkehrsminister Scheuer überzeugt.

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