Aufwärtstrend beim Frachtumschlag

Sowohl bei Frachtraten als auch Umschlagzeiten zeigt sich eine deutliche Entspannung am Markt.

Die Seefrachtkennzahlen weisen auf eine geringer werdende Belastung der Logistiknetzwerke hin. (Foto: Pixabay/Karsten Wachtmann)
Die Seefrachtkennzahlen weisen auf eine geringer werdende Belastung der Logistiknetzwerke hin. (Foto: Pixabay/Karsten Wachtmann)
Claus Bünnagel

Das Analystenteam der digitalen Spedition Flexport hat aktuelle Lieferketten-Updates zusammengestellt. Sie zeigen einen deutlichen Aufschwung beim Frachtumschlag an.

Seefrachtkennzahlen

Die Seefrachtkennzahlen weisen auf eine geringer werdende Belastung der Logistiknetzwerke hin – trotz noch nicht wieder auf das Vor-Pandemie-Niveau zurückgekehrter Einzelhandelsumsätze und inzwischen gut gefüllter, z.T. sogar überfüllter Lager. Die der aktuellen wirtschaftlichen Situation geschuldeten geringeren Ausgaben auf Verbraucherseite könnten hier ursächlich sein.

Containerfrachtraten

Die Containerfrachtraten von China nach Europa – einschließlich Nordeuropa und Mittelmeerhäfen – liegen nach einer zehnwöchigen Abwärtsspirale (Stand 19. August) 16,1 % unter ihrem Höchststand vom Februar 2022. Dennoch sind die Frachtraten nach wie vor hoch – 4,8-mal höher als im Januar 2019 – und die Pünktlichkeit von Lieferungen ist weiterhin schlechter als vor der Pandemie. 

Seefrachtumschlagzeiten

Die Seefrachtumschlagzeiten sind in der Woche vor dem 28. August 2022 sowohl auf der TPEB- als auch auf der FEWB-Route im Vergleich zur Vorwoche gestiegen. Die TPEB-Zeit liegt jetzt bei 88 Tagen – das ist der erste Anstieg seit 16 Wochen. Die FEWB-Zeit stieg auf 94 Tage – der dritte Anstieg in Folge. Dieser Wert für die FEWB-Route liegt aber immer noch deutlich unter dem Spitzenwert vom April mit 122 Tagen. Besonders die erste Phase der Bereitstellung (ab Datum der Frachtbereitschaft bis zur Abfahrt vom Ursprungshafen – häufig ein erster Indikator für künftige Engpässe) hat sich in den vier Wochen bis zum 21. August durch verbesserte Abfertigungszeiten in asiatischen Häfen um 3,6 % verringert. Das ist der niedrigste Stand seit der letzten Dezemberwoche 2020. Dies könnte darauf hinweisen, dass die schlimmste Phase der Überlastung (Ende 2021) vorüber ist. Allerdings ist zu beachten, dass die aktuellen Werte die Situation vor dem Start der aktuellen Peak Season widerspiegeln. 

Luftfrachtabfertigungszeiten 

Die Luftfrachtabfertigungszeiten haben sich nach einem längeren Abschwung zu Beginn des Jahrs stabilisiert und zeigen jetzt wieder einen Aufwärtstrend: Die FEWB-Zeiten stiegen in den vier Wochen bis zum 28. August von 8,8 auf durchschnittlich 9,0 Tage. Das ist der erste Anstieg seit neun Wochen, aber bedeutet immer noch den fast niedrigsten Stand seit August 2021. Die TPEB-Zeiten stiegen auf 11,1 Tage, was einen zweiten Anstieg in Folge bedeutet und den höchsten Stand seit Ende Juli darstellt. Dieser Anstieg könnte auf ein allmählich erhöhtes Verkehrsaufkommen an der Schwelle zur Peak Season hinweisen.

Hafenstreiks

Die Hafenstreiks in Deutschland sind beendet, nachdem der ZDS (Hafenverband) und die Gewerkschaft Ver.di eine Einigung über Löhne und Arbeitsbedingungen erzielt haben. Die Löhne und Gehälter werden sofort um 7,9 bis 9,4 % und Mitte 2023 um bis zu 5,5 % angehoben. Dagegen setzten sich die Streiks im Hafen von Felixstowe in Großbritannien fort. Die Gewerkschaft Unite hat erklärt, dass auch nach dem Ende des aktuellen Streiks weitere Arbeitskampfmaßnahmen vor Ende des Jahrs geplant sind. Auch in Liverpool gibt es Pläne für Streiks – ein festes Datum wurde noch nicht bestätigt.

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