Astre: Europa muss kooperieren statt abschotten

Die das europäischen Kooperationsnetzwerk Astre plädiert in der Corona-Krise für ein starkes Europa. Nationale Alleingänge seien nicht hilfreich.

„Es ist nicht hinnehmbar, dass aufgrund der Nationalität eine andere Behandlung an der Laderampe erfolgt.“ Ulf Tonne, Geschäftsführer bei Astre.
„Es ist nicht hinnehmbar, dass aufgrund der Nationalität eine andere Behandlung an der Laderampe erfolgt.“ Ulf Tonne, Geschäftsführer bei Astre.
Christine Harttmann

Die geschlossenen Grenzen innerhalb der EU sorgten nicht nur für Behinderungen im Warenverkehr, sondern trügen auch dazu bei, das europäische Miteinander zu gefährden, erklärt das Logistiknetzwerk Astre. Fälle von Vorbehalten gegenüber Fahrern anderer Nationalitäten bei der Be- oder Entladung würden sich häufen. Die 1992 in Frankreich gegründete Kooperation kleiner und mittelständischer Transport- und Logistikunternehmen sieht darin einen Beleg, dass teilweise eine Stimmung des Misstrauens herrscht. Die Landesgesellschaft der DACH-Regionen unterstreicht in einer Mitteilung, dass gerade jetzt ein gemeinsames Vorgehen wichtig sei. Geschäftsführer Ulf Tonne:

„Wir stellen uns hinter die Fahrer. Es ist nicht hinnehmbar, dass aufgrund der Nationalität eine andere Behandlung an der Laderampe erfolgt, dass Aussteigen untersagt wird und längere Wartezeiten in Kauf genommen werden müssen.“

 

Gerade in den Grenzregionen, wo die Vorteile des offenen Schengen-Raums über Jahrzehnte dazu geführt haben, dass Europa besonders stark gelebt wurde, sorgen massive Kontrollen zudem für tägliche Belastungen. Deutschland hat im März seine Grenzen geschlossen und lässt Personen ohne deutschen Reisepass seither ohne triftigen Grund nicht mehr einreisen. Die Folge sind Staus und Wartezeiten. Tonne:

„Es liegt uns fern, sinnvolle Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie infrage zu stellen. Ebenso wichtig ist es uns aber, die gewachsenen Formen der europäischen Zusammenarbeit nicht aufs Spiel zu setzen. Die Wirtschaft steckt in einer Krise von noch nicht abschätzbarem Ausmaß mit gravierenden Folgen für viele Bereiche der Transportbranche. Deshalb ist es umso wichtiger, zukunftsweisende Wege aufzuzeigen, etwa in Form eines beherzten europäischen Konjunkturprogramms, um den Wirtschaftsraum gemeinsam zu stärken.“

Gerade in Krisenzeiten, so Tonne, müsse sich die Europäische Union beweisen.

„Innerhalb der europäischen Astre Gruppe erleben wir aktuell ein gesteigertes Maß an Zusammenhalt, gegenseitiger Unterstützung und ein intensives Arbeiten an der Zukunftsfähigkeit der Kooperation. Das wünschen wir uns auch von der Europäischen Union.“

Das Logistiknetzwerk Astre wurde 1992 in Frankreich in Nantes von 18 gleichgesinnten Transportunternehmen gegründet und hat sich mittlerweile zu einer großen europäischen Kooperation kleiner und mittelständischer Transport- und Logistikunternehmen entwickelt. Heute umfasst es 161 Unternehmen aus 14 europäischen Ländern sowie der Türkei. Es werden 43 Länder mit 380 Standorten beliefert.

Das Kerngeschäft der 20.000 Astre-Mitarbeiter umfasst die Beförderung von sowohl Teil- und Komplettladungen als auch einem Palettensystem für kleinere Sendungen. Es werden von den Partnern Verzollungs- und Lagerdienstleistungen und zunehmend auch Kontraktlogistiklösungen angeboten und die weitere Zusammenarbeit mit Partnern in diesem Bereich und im Transportbereich gesucht.

Neben der Astre DACH zählen die Astre Benelux-UK, Astre Iberica und Astre Italia als Landesgesellschaften ebenfalls zum Astre -Netzwerk. Ulf Tonne, Vorstandsmitglied der Grieshaber Logistics Group AG, fungiert als Geschäftsführer.

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