AL-KO: Tiefrahmen-Chassis für mobile Zahnarztpraxis

Um Senioren mit Bewegungseinschränkungen sowie dementen Patienten eine zahnärztliche Vor-Ort-Versorgung anbieten zu können, haben Zahnärzte aus Blomberg, Nordrhein-Westfalen, eine mobile Praxis auf Basis eines Tiefrahmen-Chassis von AL-KO VT in Betrieb genommen.

Das AL-KO-Chassis liegt laut Unternehmen 300 Millimeter tiefer als ein normales Fahrgestell und erlaubt den Patienten einen niedrigen sowie barrierefreien Einstieg. (Foto: BumV GmbH & Multitrailer GmbH)
Das AL-KO-Chassis liegt laut Unternehmen 300 Millimeter tiefer als ein normales Fahrgestell und erlaubt den Patienten einen niedrigen sowie barrierefreien Einstieg. (Foto: BumV GmbH & Multitrailer GmbH)
Anna Barbara Brüggmann

Eine große Herausforderung stellt oftmals die zahnmedizinische Versorgung für Bewohnerinnen und Bewohner von Altenheimen oder Geriatrien dar. Darauf reagierte eine Zahnarztpraxis aus dem nordrhein-westfälischen Blomberg bei Lippe: Es entstand eine mobile Praxis auf Basis eines AL-KO Tiefrahmen-Chassis, dem sogenannten BUMV (Behandlung und Medizinische Versorgung) -Mobil.

Damit soll ein barrierefreier Zugang sowie eine ortsnahe Versorgung von Seniorinnen und Senioren mit Bewegungseinschränkungen sowie von dementen Patientinnen und Patienten gewährleistet werden.

Barrierfreier Zustieg, variable Anpassungen

Die Idee dazu kam den Zahnärzten Anfang 2022. Die Entscheidung fiel auf ein Tiefrahmenchassis von AL-KO VT, das in diesem Fall 300 Millimeter tiefer als ein normales Fahrgestell liegt, über variable Radstände für einen bis zu 4,5 Tonnen schweren Kleintransporter verfügt und sich dem Unternehmen zufolge individuell an den Aufbau anpassen lässt.

Gemeinsam mit Marco Jacke, Geschäftsführer der Multitrailer GmbH aus Steinheim in Nordrhein-Westfalen, entstand schließlich ein fahrbarer Behandlungsraum auf Basis eines Fiat Ducato - die Achsen, Spurbreite und das Gesamtgewicht sollte genau den individuellen Ansprüchen der Praxis entsprechen.

Neben einer Luftfederung wurde zudem ein spezielles Federbein für die Vorderachsen verbaut. Darüber hinaus bekam das spezielle Gefährt neue Kompletträder verpasst, die die Traglast problemlos aufnehmen und den Fahrkomfort deutlich erhöhen sollten.

Einige Herausforderungen

Mit der Möglichkeit, die Achsen und den Radstand variabel anzupassen würden sich AL-KO zufolge Chassis und die Einzelradaufhängung für die Umsetzung der mobilen Zahnarztpraxis eignen. Doch es galt einiges zu beachten:

„Das Gewicht des Fahrzeugs durfte die 4,5 Tonnen nicht überschreiten und die zahnmedizinischen Geräte bringen einiges an Gewicht mit, die sich auch nicht automatisch gleichmäßig verteilen lassen. Es war deshalb wichtig, die ganze Basis des Fahrzeugs auf diese Anforderungen anpassen zu können“, sagt Marco Jacke, Geschäftsführer der Multitrailer GmbH.

Individuelle Adaptionen

Über die komplette Ausstattung für die Versorgung der Patienten und einem Behandlungssessel mit einem Gewicht von mehr als 150 Kilogramm hinaus sollte das Fahrzeug auch an den Zentralrechner in der Hauptpraxis angebunden werden können.

Weitere Ausstattungsdetails: Strom- und Frischwasserversorgung sowie eine Neigevorrichtung, um Patienten direkt im Rollstuhl behandeln zu können. Das Tiefrahmen-Chassis erlaube zudem einen niedrigen Einstiegswinkel über eine automatische Schiebetür und erleichtere den Zugang zum Kleintransporter.

Nach Angaben von Jacke sei kein Standard-Fahrzeug in Frage gekommen, da Technik, Funktion, Vorrichtungen und Elektrizität für die fast 70 medizinischen Geräte – unter anderem ein schwerer Röntgenapparat – Platz benötigen.

Neben einem hohen Gesamtgewicht des Fahrzeugs habe dies auch eine zusätzliche Länge von rund 50 Zentimetern zur Folge gehabt. Bei Bedarf könne die fahrbare Station auch mehrere Tage vor dem Pflegeheim stehen bleiben, um Folgebehandlungen umzusetzen.

„Die Bedürfnisse von Patienten sind ganz unterschiedlich. Um sie erfüllen zu können, muss man neue und innovative Wege gehen. Eine ganze Praxis auf die Straße zu bringen, benötigt eine genaue Planung und Komponenten, die über den Standard in einer festen Praxis hinausgehen“, so Zahnarzt Sören Clamors.

Zweite Praxis auf vier Rädern geplant

Mit der Praxis auf vier Rädern ließen sich laut seiner Aussage nun im Fahrzeug Implantate oder Kronen einsetzen, Zähne ziehen oder Füllungen vornehmen. Die beiden Zahnärzte Sören und Björn Clamors haben das Konzept der mobilen Zahnarztpraxis nach eigener Aussage beim Deutschen Patentamt in ein Europa-Patent überführt. Ein weiteres Fahrzeug sei bereits in Planung.

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