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Aktuelles Urteil: Wer zahlt ein unbrauchbares Gutachten?

Wer einen Verkehrsunfall verursacht, muss dem Geschädigten die Kosten eines Gutachtens erstatten. Ob das Gutachten Fehler hat oder nicht, spielt dabei keine Rolle.

(Foto: Pixabay)
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Christine Harttmann

Nach einem Verkehrsunfall hatte die geschädigte ihr Fahrzeug von einem Sachverständigen begutachten lassen. Dafür entstanden ihr Kosten in Höhe von 1.000 Euro. Die stellte sie anschließend der Haftpflichtversicherung des Unfallverursachers in Rechnung. Die aber lehnte die Übernehme der Kosten ab und begründete dies damit, dass das Gutachten wegen handwerklicher Mängel unbrauchbar sei. Die Versicherung kürzte außerdem den von ihr erstatteten Sachschadensbetrag und verwies auf ihre eigenen Berechnungen. Im anschließenden Prozess stellte sich durch ein gerichtliches Gutachten heraus, dass der Privatgutachter der Geschädigten den Restwert des Fahrzeugs nicht richtig ermittelt hatte.

Das Amtsgericht verurteilte die Versicherung dennoch zur Zahlung der Gutachterkosten und führte zur Begründung aus, dass der Unfallverursacher grundsätzlich auch für fehlerhafte Gutachten einstehen müsse. Fehler des Sachverständigen seien dem Geschädigten nicht zurechenbar. Der Schädiger müsse nur dann nicht haften, wenn die Geschädigte die Unrichtigkeit des Gutachtens auch ohne besondere Sachkunde hätte erkennen und er den Sachverständigen daher zur Nachbesserung hätte anhalten können. Vom Schädiger könne auch dann nicht verlangt werden, Schadensersatz für ein unbrauchbares Gutachten zu leisten, wenn der Geschädigte die Unbrauchbarkeit hätte abwenden können. Diese Ausnahme sei aber nach den Umständen des Falles hier nicht einschlägig, ergänzen Arag Experten (AG Frankfurt am Main, Az. 31 C 1884/16 (17)).

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