Aktuelles Urteil: Vorsicht beim Verlassen einer Parklücke

In der Regel trägt der Ausparkende die Schuld, wenn es beim Ausparken eines am Straßenrand abgestellten Fahrzeugs zu einer Kollision mit dem fließenden Verkehr kommt.
Torsten Buchholz

Wer Fahrbahnrand anfährt, hat dafür Sorge zu tragen, dass die anderen Verkehrsteilnehmer beim Einordnen in den Fahrzeugstrom nicht gefährdet werden. Diese Ansicht hat das Amtsgericht München in einem jetzt rechtskräftigen Urteil vertreten (Az. 344 C 8222/11).

Nach Mitteilung der telefonischen Rechtsberatung der Deutschen Anwaltshotline (www.anwaltshotline.de), war auf einer Münchener Straße ein Taxi auf einen „VW Touran“ aufgefahren. Das Fahrzeug war so plötzlich aus einer Parklücke am Straßenrand herausgekommen, dass der Taxifahrer trotz eines Ausweichmanövers nach links den Zusammenstoß nicht mehr vermeiden konnte. Die Touran-Fahrerin behauptete allerdings, er sei bereits wieder im Straßenfluss gewesen, als das Taxi sie überholt und gestreift habe. Tatsächlich hatte sich der Unfall allerdings bereits kurz nach dem Ausscheren aus der Parklücke ereignet.

„Die Frau hätte aber mindestens eine Strecke von 30 Metern parallel zur Fahrbahn zurückgelegt haben müssen, damit der Einfahrvorgang in den fließenden Verkehr entsprechend der Straßenverkehrsordnung als abgeschlossen gilt", erklärt Rechtsanwältin Alexandra Wimmer von der Deutschen Anwaltshotline. Weil das nicht der Fall war, spricht nun der sogenannte erste Anschein für das Verschulden der Ausparkenden. Sie muss die Reparaturkosten von 1.858 Euro an ihrem Wagen selbst zu tragen.

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