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Aktuelles Urteil: Frühstart bei roter Ampel

Das Nichtbeachten einer roten Ampel ist nach Mitteilung der Versicherungsexperten von Arag nur dann keine grobe Fahrlässigkeit, wenn dafür besondere Umstände vorliegen.
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Torsten Buchholz
In der Regel müsse man von einem Fahrer erwarten können, dass er den grünen Pfeil für Rechtsabbieger nicht für die Erlaubnis zum Geradeausfahren hält. Ein Kaskoversicherer dürfe deshalb die Leistung um 50 Prozent kürzen, so das Amtsgericht Essen in einem aktuellen Urteil. Im verhandelten Fall ging es um die Klage eines Fahrers gegen seinen Kaskoversicherer, der ihm die Leistungen nach einem Unfall wegen grober Fahrlässigkeit gekürzt hatte. Der Fahrer hatte an einer Kreuzung auf dem rechten Geradeausstreifen angehalten. Daneben gab es eine separate Spur für Rechtsabbieger mit einem eigenen Lichtzeichen, einem grünen Pfeil. Als dieses Lichtzeichen auf grün sprang, glaubte er, dies gelte auch für ihn und fuhr an. Es kam zum Unfall mit einem anderen Fahrzeug, das von rechts über die Kreuzung wollte. Nur unter ganz bestimmten Voraussetzungen kann ein solcher Irrtum entschuldbar und damit nicht grob fahrlässig sein. Eine solche war nach Ansicht des Amtsgerichts im vorliegenden Fall aber nicht gegeben: Die Kreuzung sei klar und übersichtlich gewesen. (AG Essen, Az.: 135 C 209/09). Transport, 22.10.2010 (tbu)
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