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Aktuelles Urteil: Auto fährt von alleine los

Eine Vollkaskoversicherung muss für Schäden durch einen Unfall aufkommen. Das gilt auch dann, wenn es Zweifel an der Unfallschilderung des Autobesitzer gibt.

(Pixabay)
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Christine Harttmann

Wie das Oberlandesgericht Braunschweig in einem aktuellen Urteil (Az. 11 U 74/17) klarmachte, muss eine Vollkaskoversicherung auch dann zahlen, wenn sie zwar Zweifel an der Unfallschilderung hat, sie diese jedoch nicht beweisen kann. Im verhandelten Fall hatte ein Fahrer mit seinem Automatikfahrzeug eine Toreinfahrt durchbrochen und zwei Stützpfeiler beschädigt.

Wie die telefonische Rechtsberatung der Deutschen Anwaltshotline berichtet, behauptete der Mann, das Fahrzeug habe sich von selbst in Bewegung gesetzt, nachdem er bereits ausgestiegen war. Beim Versuch, das Fahrzeug zu stoppen, sei er dann versehentlich aufs Gaspedal gekommen. Den Schaden sollte seine Vollkaskoversicherung ersetzen, doch die weigerte sich zu zahlen, weil sie die Geschichte des Versicherungsnehmers nicht glaubte.

Vor Gericht scheiterte die Versicherung allerdings. Zwar könne nicht sicher geklärt werden, wie sich der Unfall tatsächlich ereignet habe, heißt es in der Urteilsbegründung. Die Schäden am Fahrzeug und der Toreinfahrt würden aber zur Schilderung des Fahrers passen. Außerdem hätte der Mann den Unfallhergang auch unmittelbar nach dem Vorfall bereits Zeugen gegenüber so geschildert. Hinzu kam, dass das Fahrzeug auch bei einem Test durch einen Gutachter von alleine losgerollt war. „Der Versicherungsschutz bleibt in einem solchen Fall auch dann bestehen, wenn der Fahrer selbst das Gaspedal betätigt und damit den Unfall verursacht hat“, erklärt Rechtsanwalt Thorsten Ruge von der Rechtsberatung der Deutschen Anwaltshotline.

Auch das Gericht nahm an, dass der Fahrer nur versehentlich auf das Gaspedal gekommen sei, als er versucht habe, sein allein fahrendes Auto zu stoppen. Die Versicherung müsse also für den Schaden aufkommen.

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