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ADAC TruckService: Neues System soll Pannen vorhersagen

Der Lkw-Pannendienst des Automobilclubs ADAC entwickelt derzeit einen neuen Pannenpräventions-Service für Anhänger und Trailer. Angefangen wird mit den Komponenten Kühlmaschine, Reifen und elektronische Bremssysteme (EBS).
Modernisierter Prozess: Mit der Unterschrift des Fahrers auf dem Tablet wird der Auftrag abgeschlossen. (Foto: ADAC TruckService)
Modernisierter Prozess: Mit der Unterschrift des Fahrers auf dem Tablet wird der Auftrag abgeschlossen. (Foto: ADAC TruckService)
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Redaktion (allg.)

Der ADAC TruckService wagt den Schritt auf neues Terrain und hat Anfang März während eines Abendessens mit Journalisten angekündigt, ein neues Geschäftsfeld aufbauen zu wollen, das zunächst einmal kurios klingt: Das Unternehmen will zukünftig Pannen verhindern. „Unser Ziel lautet: Nie wieder Panne.“, sagt Christoph Walter, Geschäftsführer beim ADAC TruckService. Die Pannenprävention eigne sich nach eigenen Aussage besonders für Nutzfahrzeugflotten mit mehr als 50 Fahrzeugen. Das System werde von Mai bis Juli in rund 1.500 Trailern bei Pilotkunden getestet. Erstmals der Öffentlichkeit präsentiert werden soll das Pannenpräventions-System auf der IAA Nutzfahrzeuge, die vom 22. bis 29. September 2016 in Hannover stattfindet.

Der Pannenservice will dafür die Daten nutzen, die bereits in den Komponenten Reifen, Bremsen und Kühlaggregat durch Sensoren erhoben werden. Diese technischen Daten werden heute erst dann analysiert und genutzt, wenn ein Nutzfahrzeug in der Werkstatt steht. Die neue Dienstleistung greift dabei ausschließlich auf Sensoren und Telematiksysteme zurück, die in den Trailern verbaut sind. Eigene Hardware zu etablieren schließt Walter aus. „Wir gehen deshalb davon aus, dass dieser Service Telematik noch attraktiver macht und den Systemen einen kräftigen Schub geben wird“, ist Walter überzeugt. Das Pannenpräventions-System soll markenübergreifend sein. Man kooperiert derzeit mit einigen Herstellern von Bremsanlagen, Reifen und Kühlmaschinen. Jedoch noch nicht mit allen.

Die durch die Sensoren erfassten Werte, wie Temperatur an der Bremse oder Luftdruck im Reifen werden zunächst auf eine neutrale Plattform übertragen und dort geprüft. Auf der Basis herstellerindividuell unterschiedlicher Vorgaben und Grenzwerte erhält der Flottenbetreiber dann konkrete Handlungsempfehlungen nach einem Ampelsystem, sobald ein Wert überschritten wird. Grün bedeutet dabei nach heutigem Stand allerdings nicht, dass alles in Ordnung ist, sondern, dass ein Problem selbst oder beim nächsten Werkstattbesuch behoben werden sollte. Gelb heißt, dass das Fahrzeug innerhalb einer bestimmten Frist in die Werkstatt muss. Damit keine Zeit verloren geht, organisiert der TruckService einen Werkstatttermin entlang der Route. Rot bedeutet dagegen Gefahr. Das Fahrzeug darf in diesem Fall nicht mehr weiterfahren und ein mobiler Einsatz wird automatisch gestartet, bevor es zur Panne kommt.

Weicht zum Beispiel der Reifendruck mehr als ein Bar vom definierten Standardwert ab, erhält der Transportunternehmer in Echtzeit die Empfehlung, die nächstgelegene Tankstelle oder Werkstatt anzufahren und den Reifen zu kontrollieren. Übersteigt dagegen die Druckabweichung einen vordefinierten kritischen Wert, wird automatisch ein Serviceeinsatz ausgelöst.

Der Pannendienst sieht die Vorteile der Trailer-Ferndiagnose vor allem in einer höheren Produktivität durch weniger Ausfälle sowie in niedrigeren Verschleiß- und Instandhaltungskosten. Hinzu kommen rund 25 Prozent kürzere Reparaturzeiten infolge der besseren Information der Werkstätten.

Darüber hinaus zog der ADAC TruckService im Rahmen des Journalistengesprächs ein positives Zwischenfazit seiner Kidz-Offensive zur Optimierung seiner Prozesse im Kerngeschäft Pannenservice. Kidz steht für "kundenorientiert in die Zukunft". Seit acht Monaten führt der Pannendienst seine neue„Mobile Network App“ zur Kommunikation mit den Werkstätten ein und kann erste Ergebnisse vermelden: „Unsere Kunden können damit rechnen, dass wir mithilfe der `Mobile Network App´ Pannen fast doppelt so schnell reparieren wie bisher“, verkündete Walter stolz.

Nachdem 60 Prozent der insgesamt 150 Premium-Werkstätten, die direkt unter der gelben Flagge des ADAC fahren, für den automatisierten Prozess freigeschaltet wurden und die App im Einsatz haben, habe sich dort die durchschnittlichen Bearbeitungszeit von ehemals 3:13 Stunden im Schnitt auf 1:32 Stunden mehr als halbiert. Hinzu kommen die unterschiedlich langen Anfahrtswege zu den jeweiligen Einsatzorten. Im Einzelnen hat sich die Zeit von der Pannenmeldung bis zur Auftragsvergabe an eine Werkstatt von durchschnittlich 30 auf zwölf Minuten reduziert. Die Werkstätten benötigen nur noch 19 statt 53 Minuten für Auftragsannahme und Rüstzeit. Die Reparaturdauer vor Ort ist von 90 auf 61 Minuten gesunken.

Noch während ein Fahrer eine Panne beim TruckService meldet, wird mithilfe der neuen automatisierten Werkstattsuche eine passende Werkstatt ermittelt. Sämtliche Auftragsdaten werden via „Mobile Network App“ direkt auf das Tablet des Monteurs übertragen, der jeden weiteren Bearbeitungsschritt per Klick bestätigt. Der Pannenstatus ist dadurch in Echtzeit verfügbar und für alle Beteiligten transparent. „Nachfragen per Telefon, Fax oder SMS gibt es nicht mehr, die Monteure können sich auf die Reparatur konzentrieren und der bürokratische Aufwand für die Werkstätten ist gleich null“, nennt Walter die Hauptgründe für die Verbesserung.

Mit der Unterschrift des Fahrers auf dem Tablet wird, ähnlich wie beim Paketdienst, der Auftrag abgeschlossen, die Daten an den ADAC TruckService übertragen und die Rechnungsstellung ausgelöst. Dadurch entfällt für die Werkstätten der Nachbearbeitungsaufwand von rund 20 Minuten, zum Beispiel für das Ausfüllen des Pannenprotokolls.

Der Rollout der „Mobile Network App“ im gesamten deutschen Werkstattnetz soll bis 2017 abgeschlossen sein. Der nächste Schritt, die sogenannte B2C „Mobile Assistance App“, befindet sich zurzeit in der Entwicklung. Sie soll als dritter und letzter Kidz-Baustein ab 2017 die Pannenmeldung per Smartphone ermöglichen.

(tpi)
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