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ADAC gibt Hitzetipps für Berufskraftfahrer

Mit zunehmenden Temperaturen steigt auf den Straßen die Unfallgefahr für alle Verkehrsteilnehmer. Aus diesem Grund hat der ADAC Truckservice die besten Tipps für Berufskraftfahrer bei sommerlicher Hitze zusammengestellt.

Bei lang anhaltenden Temperaturen über 30 Grad werden die Reifen weicher, und stimmt der Luftdruck nicht, verschleißen sie schneller, überhitzen und können sogar Feuer fangen. (Foto: ADAC)
Bei lang anhaltenden Temperaturen über 30 Grad werden die Reifen weicher, und stimmt der Luftdruck nicht, verschleißen sie schneller, überhitzen und können sogar Feuer fangen. (Foto: ADAC)
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Anna Barbara Brüggmann

Wird es sommerlich heiß auf den Straßen, steigt der Stresspegel für Mensch und Material – und damit die Unfallgefahr für alle am Verkehrsgeschehen Beteiligten, darauf verweist der ADAC Truckservice und gibt zehn Hitzetipps für Berufskraftfahrer.

  • Berufskraftfahrer sollten selbst in akuten Stresssituationen einen kühlen Kopf bewahren, da sie große Verantwortung tragen und bis zu 40 Tonnen lenken. Aus diesem Grund sollten Tablets, Zeitschriften und Handys in der Ablage verstaut und nicht am Steuer verwendet werden.
  • Beim Essen empfiehlt es sich, auf zu schwere, fetthaltige und üppige Mahlzeiten zu verzichten. Kohlenhydrate fördern hingegen nach Angaben des ADAC Truckservice die Konzentrationsfähigkeit, ideal bei Hitze sei eine leichte Kost mit viel Obst, Salat oder rohem Gemüse, kleinere Portionen sowie ausreichend Flüssigkeit.
    Zu wenig Flüssigkeitszufuhr kann schnell zu Müdigkeit, Kopfschmerzen oder auch Konzentrations- und Reaktionsschwäche führen. Berufskraftfahrer sollten daher an heißen Tagen drei Liter Flüssigkeit trinken, am besten Wasser oder Saftschorlen, Zitronenwasser oder ungesüßten Tee. Eisgekühlte Getränke kühlen nur kurzfristig und bewirken dem Pannendienst zufolge eher das Gegenteil: Man schwitzt stärker, da der Körper den Temperaturunterschied ausgleichen muss.
  • Neben Hitze kann auch schlechter Schlaf die Konzentration beeinträchtigen und damit das Unfallrisiko deutlich erhöhen. Empfohlen wird eine tägliche Schlafroutine sowie ein Check beim Arzt, falls man sich dauerhaft müde fühlt.
  • Auch die Klimaanlage sollte richtig eingestellt werden, maximal sechs Grad sollte der Temperaturunterschied zur Außentemperatur betragen. Eine zu starke Kühlung des Körpers verschafft nur kurzfristig Linderung und kann auf Dauer Kreislaufprobleme verursachen. Am besten sei es, vor dem Losfahren für Frischluftzufuhr im Fahrerhaus zu sorgen und zu Beginn der Fahrt die Fenster zu öffnen.
    Wer die Klimaanlage einige Monate nicht eingeschaltet hatte, riskiert einen Totalausfall des Geräts, unter Umständen sei dann – so der ADAC Truckservice – ein neuer Klimakompressor nötig. Zwischendurch sollte man daher immer wieder einmal die Klimaanalage einschalten.
  • Beim Parken oder Fahren in der prallen Sonne kann ein Sonnenschutz, wie zum Beispiel eine temperaturabweisende Fensterabdeckung hinter der Windschutzscheibe hilfreich sein. Einen ungewünschten Effekt können nasse Tüchern im Fenster bewirken, sie erhöhen nur die Luftfeuchtigkeit, es werde sogar noch schwüler.
    Den Effekt von Verdunstungskälte könne man sich durch spezielle Körpersprays oder ein vorgekühltes T-Shirt aus dem Kühlschrank zu Nutzen machen. Hilfreich sei auch, kaltes Wasser über die Unterarme laufen zu lassen oder die Beine mit kühlendem Gel einzucremen und in den Pausen hoch zu lagern. Beim Abladen ist eine helle Kopfbedeckung empfehlenswert.
  •  Prinzipiell sollte auf Warnzeichen des Körpers, wie Kopfschmerzen, Schwindel, Benommenheit oder Übelkeit geachtet werden. In diesen Fällen gilt: Sofort anhalten, in den Schatten begeben, Flüssigkeit zu sich nehmen und im Notfall einen Arzt verständigen. Der Truckservice verweist in diesem Zusammenhang auf die Notrufsäulen auf der Autobahn sowie die kostenfreie Doc Stop-Hotline, über die der Kontakt zum nächstgelegenen Arzt vermittelt werden kann.
  • Klettert das Thermometer für längere Zeit deutlich über 30 Grad Celsius, kann die Asphalttemperatur auf 40 bis 60 Grad Celsius ansteigen. Deshalb sollte die Reifentemperatur kontrolliert werden. Die Reifen werden weicher, stimmt der Luftdruck nicht, verschleißen sie schneller, überhitzen oder können sogar Feuer fangen.
    Als wichtige Hitzeregel gilt daher, spätestens alle zwei Wochen den Fülldruck an den kalten Reifen und Reserverädern zu überprüfen und auf Beschädigungen zu achten.
  • Richtig reagiert werden sollte bei Reifenplatzern, welche mit lauten, fast explosionsartigem Knall, peitschenartig herumschleudernden Teilen und Rauchentwicklung einhergehen können. Um einen Unfall zu verhindern, sollte der Fahrer möglichst schnell, aber dosiert bremsen und in jedem Fall eine Vollbremsung vermeiden.
  • Brennt ein Reifen, sei es bei Zwillingsbereifung ratsam, mit Warnblinker schlingernd weiterzufahren, bis sich der brennende Reifen von der Felge gelöst hat. Hält der Fahrer sofort an, sei die Wahrscheinlichkeit hoch, dass das Feuer auf den ganzen Lkw übergehe, was etwa in einem Tunnel äußerst gefährlich sein kann. Hat sich der Reifen gelöst, sollte der Lkw auf dem Standstreifen angehalten, die Zugmaschine abgekoppelt und rund 20 Meter entfernt abgestellt werden. Keineswegs sollte ein brennender Lkw unter einer Brücke oder in einem Tunnel abgestellt werden.
    Bei Single-Bereifung hinten oder einem Reifenbrand an der Lenkachse sollte abgewägt werden, ob es besser ist, anzuhalten oder mit Schrittgeschwindigkeit weiterzufahren. Das Fahrzeug wird in der Regel unkontrollierbar, sobald sich der brennende Reifen von der Felge löst. Selbst wenn sich der brennende Reifen von der Felge löst, bleibt er nach Aussage des ADAC Truckservice meist unter dem Fahrzeug liegen, sodass ein Übergreifen des Feuers auf den Zug oft nicht vermieden werden kann.
    Ein Entstehungsbrand könne bei frühzeitigem Eingreifen meist mit dem Sechs-Kilo-Pulverlöscher kontrolliert werden. In solchen Fällen muss man die Polizei alarmieren und die Fahrtstrecke bekannt geben. Die Polizei verfügt über ein Feuerwehr-Alarmierungssystem und informiert die Autobahnmeisterei.
    Bei eigenen Löschversuchen sollte, so der Truckservice, das Feuer in kurzen Stößen und von unten nach oben sowie in Windrichtung bekämpft werden – man sollte nie direkt vor dem Reifen in Achsrichtung stehen, sondern in Fahrtrichtung oder schräg versetzt, da die Reifen zu gefährlichen Geschossen werden können.
  • Für die Pannenhilfe im Notfall ist es wichtig, neben der Reifengröße und -position eventuelle Folgeschäden an Elektrik, Stoßdämpfern, Felgen oder Luftbalg anzugeben.
     
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