Acea: Europäischer Lkw-Markt zwischen weinen und lachen

Insgesamt sind die Neuzulassungen von Nutzfahrzeugen innerhalb der Europäischen Union zwar weiter rückläufig. Das liegt aber am Transporter-Segment. Schwere Lkw hingegen legen zu.

Auch wenn der Gesamtmarkt schwächelt – der Verkauf schwerer Lkw legte im Oktober 2022 teils sogar sehr deutlich zu. (Foto: Pixabay)
Auch wenn der Gesamtmarkt schwächelt – der Verkauf schwerer Lkw legte im Oktober 2022 teils sogar sehr deutlich zu. (Foto: Pixabay)
Christine Harttmann

Während sich die Verkaufszahlen bei schweren Lkw und Bussen erholten, blieben die Zahlen in der Transporter-Klasse, die den größten Teil der Neuverkäufe ausmacht, rückläufig. In der Gesamtsicht führte das dann zu Zulassungsrückgängen – zum 16. Mal in Folge. Wie der europäische Herstellerverband Acea am Donnerstag mitteilte, waren die höchsten Einbußen unter den vier größten Märkten der Region in Deutschland zu beobachten. Dort nahmen die Nutzfahrzeugverkäufe um 12,4 Prozent ab. Danach folgte Frankreich mit einem Verlust von 5,3 Prozent. In Italien ging der Verkauf um 3,9 Prozent zurück, während aus Spanien sogar ein Plus von 1,2 gemeldet wird.

Während des Gesamtzeitraum von Januar bis Oktober sanken die Neuzulassungszahlen um 16,8 Prozent auf 1,3 Millionen Einheiten in Europa zurück. Die vier großen Märkte Spanien, Frankreich, Deutschland und Italien verzeichneten allesamt zweistellige Verluste von teils über 20 Prozent.

Neue leichte Nutzfahrzeuge bis 3,5 Tonnen

En Detail meldet Acea für Oktober einen 13,9-prozentigen Rückgang der Neuzulassungen von leichten Nutzfahrzeugen auf insgesamt 102.766 Einheiten. Davon betroffen waren alle großen EU-Märkte, insbesondere Deutschland einem Minus von 16,6 Prozent. Nur Spanien blieb mit rückläufigen 0,5 Prozent fast stabil.

Auch die Bilanz des gesamten bisherigen Jahres, von Januar bis Oktober, fällt negativ aus. Um satte 20,6 Prozent auf eine Million Einheiten sanken die Zulassungen leichter Nutzfahrzeuge in der EU. Einzige Ausnahme waren die Märkte in der Tschechischen Republik und der Slowakei. Aber war es mit einem Plus von 1,6 und 0,1 Prozent eher eine Stagnation als ein Wachstum.

Schwere Nutzfahrzeuge ab 16 Tonnen

Schwere Nutzfahrzeuge dagegen legten bei den Neuzulassungszahlen im Oktober deutlich zu. Um 18 Prozent auf 23.592 Einheiten schnellten die Verkaufszahlen nach oben. Die vier wichtigsten Märkte in Westeuropa hatten daran alle ihren Anteil, wobei Italien mit 33,7 Prozent den stärksten Zuwachs verzeichnete. In Deutschland legte der Markt nur leicht, um 1,2 Prozent, zu.

Positiv ist die Bilanz des gesamten bisherigen Jahres. Von Januar bis Oktober stiegen die Neufahrzeugverkäufe schwerer Nutzfahrzeuge um 5,9 Prozent auf 211.649 Einheiten. Die vier großen Westeuropäischen Märkte hatten daran alle Anteil, mit Ausnahme von Deutschland. Hierzulande waren die Zahlen um 0,6 Prozent rückläufig.

Mittelschwere Nutzfahrzeuge über 3,5 Tonnen

Um immerhin 16 Prozent gingen im Oktober die Neuzulassungszahlen in der EU bei mittelschweren Lkw über 3,5 Tonnen nach oben. Die meisten Märkte in der Region verzeichneten zweistellige auch in diesem Segment Zuwächse. Positiv war die Entwicklung vor allem in Polen – der drittgrößte EU-Markt für Lkw –, wo die Zulassungszahlen um deutliche 24,7 Prozent in die Höhe schnellten und Italien, wo der Zuwachs sogar bei 28,5 Prozent lag. Für Deutschland meldet Acea 3,5 Prozent mehr Neuzulassungen als im Oktober 2021.

Auch in der Gesamtbetrachtung Januar bis Oktober legten die mittleren Nutzfahrzeuge um 2,7 Prozent auf 247.253 verkaufte Einheiten zu. Die vier wichtigsten Märkte in Westeuropa verzeichneten gemischte Ergebnisse. Deutschland und Frankreich mussten Rückgänge von 3,7 Prozent und 0,8 Prozent hinnehmen. Dagegen konnte Spanien einen Zuwachs von 9,9 Prozent verzeichnen, gefolgt von Italien mit einem bescheideneren Anstieg von 0,8 Prozent.

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