A43: Brücke über Rhein-Herne-Kanal für Schwerverkehr gesperrt

Für Lkw über 3,5 Tonnen bleibt der Autobahnabschnitt tabu bis zum Abschluss von Sanierungsarbeiten. Die die sind aber erst für 2024 geplant. Nun wird eine Behelfsbrücke als Zwischenlösung geprüft.

Blick auf die Kanalbrücke von Osten. (Foto: Die Autobahn GmbH des Bundes)
Blick auf die Kanalbrücke von Osten. (Foto: Die Autobahn GmbH des Bundes)
Christine Harttmann

Die A43-Brücke über den Rhein-Herne-Kanal zwischen Recklinghausen-Hochlarmark und dem Kreuz Herne muss für Lkw über 3,5 Tonnen gesperrt werden. Wie die Autobahn Gmbh des Bundes mitteilte, haben Überprüfungen der Autobahn Westfalen im Rahmen des sechsspurigen A43-Ausbaus haben ergeben, dass die Brücke nicht mehr ausreichend tragfähig ist.

Für den Verkehr im östlichen Ruhrgebiet hat das starke Konsequenzen. „Ab Montag müssen wir den Schwerverkehr großräumig umleiten“, sagt Elfriede Sauerwein-Braksiek, Direktorin der Niederlassung Westfalen der Autobahn GmbH des Bundes.

„Und auch der Pkw-Verkehr muss sich leider auf Einschränkungen einstellen.“

Brücke muss entlastet werden

Die Emschertalbrücke ist ein Brückenzug aus drei Bauwerken, die über den Rhein-Herne-Kanal, die Emscher und eine Bahnlinie führen. An der südlichen Brücke über den Kanal ist bei einer Überprüfung nun festgestellt worden, dass sich Stahlträger durchgebogen haben und damit die Tragfähigkeit des Bauwerks eingeschränkt ist.

„Mit Blick auf die Verkehrssicherheit bedeutet das für uns, dass wir die Brücke entlasten müssen“, so Sauerwein-Braksiek.

Der gesamte Brückenzug sollte ab 2024 erneuert werden. Die Planungen dafür laufen bereits. Im Zuge dieser Planungen war für die Kanalbrücke schon 2016 geprüft worden, ob sie zeitweise die Last von vier Fahrstreifen aufnehmen kann. Da es aus den 1980er Jahren einen Vorschaden an der Brücke gab, der auf die Nutzung aber keine Auswirkung hatte, wurde eine solche Doppelbelastung allerdings ausgeschlossen. Aktuell sollte geprüft werden, ob drei Fahrspuren für die Zeit des Neubaus über die filigrane Stahlbrücke führen könnten.

„Bei diesen Untersuchungen ist festgestellt worden, dass sich die Durchbiegung der Längsträger verstärkt hat“, erläutert Projektleiterin Carola Ziebs.

In den kommenden Wochen wird die Brücke nun täglich nachgemessen, um Veränderungen auch im Millimeterbereich zu erkennen.

Kurzfristige Sperrungen

Für den Lkw-Verkehr ist die Brücke jetzt jedenfalls zwischen den beiden Autobahnkreuzen gesperrt. Um das Bauwerk zusätzlich zu entlasten, werden die Verbindungen im Kreuz Recklinghausen von der A2 auf die A43 in Fahrtrichtung Wuppertal sowie im Kreuz Herne von der A42 auf die A43 in Fahrtrichtung Münster für den gesamten Verkehr gesperrt. Die Auffahrt der Anschlussstelle Recklinghausen-Hochlarmark in Fahrtrichtung Wuppertal ist ebenfalls nicht zu nutzen. Teilweise sind Verbindungen dort bereits wegen des A43-Ausbaus gesperrt.

In zwei Wochen wird es an der Brücke eine ausführlichere Belastungsprüfung geben, für die die A43 voll gesperrt werden muss. Erst nach dieser Prüfung, für die derzeit ein umfangreiches Konzept erarbeitet werde, so erklärt die Autobahn GmbH, könne entschieden werden, ob und wie die Kanalbrücke bis zu einem Neubau weiter für den Verkehr zur Verfügung steht. 

Wie kann es weitergehen?

Je nach Ergebnis der Belastungsprüfung sind zwei Szenarien möglich: 

Genügt die Einschränkung für Lkw ab 3,5 Tonnen, werden in den Kreuzen und den Anschlussstellen in der Nähe der Brücke Wiegeanlagen mit Schranken eingerichtet, ähnlich den Anlagen an der Leverkusener Rheinbrücke und der Rheinbrücke Neuenkamp.

Sollten die Einschränkungen nicht ausreichen, um die Tragfähigkeit der Brücke zu gewährleisten, muss die A43 zwischen dem Kreuz Recklinghausen und dem Kreuz Herne für den gesamten Verkehr gesperrt werden. 

Parallel wird auch geprüft, ob eine Behelfsbrücke an Stelle der Kanalbrücke aufgebaut werden kann. „Die Anzahl dieser Brücken, die immerhin eine Länge von 80 Metern haben müssen, ist allerdings beschränkt“, sagt Carola Ziebs. Die Fertigteilbrücken, die in bundeseigenen Lagern vorgehalten werden, sind vielfach für den Ersatzneubau von Brücken im Einsatz.

„Wir prüfen, ob es in absehbarer Zeit eine solche Brücke gibt und schauen gleichzeitig ob sich eine Brücke an dieser Stelle auch verwenden lässt.“

Der Neubau des Emschertalbrückenzuges über die Strecke der Deutschen Bahn, die Emscher sowie den Kanal war für 2024 angesetzt und sollte bis 2028 dauern. In der Prüfung ist nun auch, wie ein Ersatzneubau beschleunigt werden kann. Neben der notwendigen Einbindung in das weitere Baugeschehen an der A43 muss dabei auch mit der Deutschen Bahn über eine mögliche Änderung der Sperrpausen für die Überbrückung der Bahnstrecke verhandelt werden. 

Die nun notwendigen Umleitungen führen den regionalen Verkehr über die A2, die A45 und die A42. Neben der sogenannten Blechbeschilderung – die zum Teil inzwischen auch als LED-Tafel zur Verfügung steht – im unmittelbaren Umfeld der Sperrung werden auch die digitalen Anzeigetafeln für den Fernverkehr mit den entsprechenden Informationen bestückt. Ab dem Kreuz Münster-Süd und dem Kreuz Wuppertal-Nord wird der Fernverkehr über die A1 geführt.

Hintergrund:

Die Brücke über den Rhein-Herne-Kanal stammt aus dem Jahr 1965

Die letzte Hauptprüfung hat 2015 stattgefunden (Zustandsnote 2,4). Die Zustandsnote setzt sich aus zahlreichen Ergebnissen der untersuchten Bauwerke zusammen, unter anderem auch Daten zu Geländer, Fahrbahn oder anderen statisch nicht relevanten Bauteilen.

Im Jahr 2017 wurde eine Sonderprüfung der Schweißnähte durchgeführt. Dabei wurden keine Schäden festgestellt.

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