1.000 Brennstoffzellen-Nutzfahrzeuge für Osthessen?

Mit einem Konzept zur Anschaffung von 1.000 Brennstoffzellen-Nutzfahrzeugen bewirbt sich die Stadt Fulda bei beim HyLand-Förderwettbewerb.

(Foto: Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Initiative Hessen)
(Foto: Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Initiative Hessen)
Christine Harttmann

Das Grobkonzept zur Dekarbonisierung des Verkehrssektors in Osthessen reichte das Stadtplanungsamt von Fulda Ende Esptember 2019 ein. Unter den mehr als 30 Akteuren, die dabei mitwirkten und einen entsprechenden Letter of Intent (LoI) unterzeichneten sind laut der Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Initiative Hessen auch viele Logistikunternehmen. Die Akteure planen im nächsten Jahr gemeinsam ein Feinkonzept zu entwickeln. Es soll die Möglichkeiten zum Aufbau einer zukunftsfähigen Wasserstoffwirtschaft in Osthessen ausloten und die Anschaffung von 1.000 Brennstoffzellen-Nutzfahrzeugen untersuchen.

Zentrale Ziele des Konzepts „HyWheels“ sind, die fossilen Kraftstoffe im Verkehrssektor durch Brennstoffzellen-Fahrzeuge zu ersetzen, die CO2-Emissionen zu reduzieren und eine nachhaltige grüne Wasserstoffwirtschaft in Osthessen aufzubauen. Das Vorhaben soll aktiv dazu beitragen, dass Deutschland seine Klimaziele erreicht. Gleichzeitig wollen die beteiligten Akteure langfristige Perspektiven für den regionalen Energie- und Verkehrssektor schaffen. Ein Schwerpunkt der Untersuchungen im Rahmen von HyWheels liegt auf dem Einsatz von Brennstoffzellen-Lkw (BZ-Lkw). Hier sehen die beteiligten Akteure das Potenzial zur Anschaffung von mindestens 1.000 mit Wasserstoff betriebenen Fahrzeugen. Dazu zählen neben BZ-Lkw und BZ-Bussen auch Carsharing-Flotten für BZ-Pkw und emissionsfreie Flurförderzeuge für die Intralogistik.

Logistikstandort Osthessen stärken

Für die Betankung der BZ-Fahrzeuge will das Konsortium den Aufbau einer entsprechenden Wasserstoffinfrastruktur prüfen. Wasserstofftankstellen an den Knotenpunkten der Autobahnen A4, A5, A7 und A66 könnten die Region Osthessen zu einem Umschlagpunkt für Wasserstoff in Deutschland machen und so langfristige Perspektiven für eine regionale Wertschöpfung schaffen.

Dr. Heiko Wingenfeld, Oberbürgermeister der Stadt Fulda, erläutert die Motivation der Stadt Fulda:

„Für die Region Osthessen würde der Aufbau eines neuen, zukunftsfähigen auf Wasserstoff basierenden Wirtschaftszweigs attraktive Chancen eröffnen und könnte sowohl zur Schaffung neuer Arbeitsplätze als auch zur langfristigen Sicherung unserer Logistikstandorte beitragen. Schließlich sind in Osthessen eine Vielzahl an Logistik- und Speditionsunternehmen angesiedelt, die unsere Region zum ‚Sprungbrett‘ zwischen Norddeutschland/Skandinavien und Süddeutschland bzw. dem Alpenraum machen.“

Außerdem sei die Stadt Fulda sehr daran interessiert, im Rahmen des Projekts zu klären, in welchem Umfang Brennstoffzellenfahrzeuge dazu beitragen können, in Fulda die Luftqualität zu verbessern und die Lärmbelastung zu reduzieren.

Dr. Heinrich Lienkamp, Vorstandsvorsitzender der Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Initiative Hessen (H2BZ-Initiative Hessen) ergänzt:

„Der Einsatz der Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie in der Logistik bietet große Chancen, um eine signifikante Reduktion der CO2-Reduktionen im Verkehrssektor zu erreichen. Die Brennstoffzelle kann hier ihre Vorteile in Bezug auf kurze Betankungszeiten und hohe Reichweiten bei gleichzeitig verhältnismäßig geringem Gewichts- und Platzbedarf voll ausspielen. Daher freut es mich sehr, dass sich auch einige Mitglieder aus der H2BZ-Initiative an dem Vorhaben in der Region Fulda beteiligen und wünsche dem Antrag viel Erfolg.“

Bekanntgabe der Gewinner Anfang 2020

Der Förderwettbewerb HyLand wurde vom Bundesministerium für Verkehr und Infrastruktur (BMVI) aufgelegt, um die Erstellung integrierter Konzepte zum Aufbau einer regionalen Wasserstoffwirtschaft zu unterstützen. So sollen Synergieeffekte genutzt werden, mit kurzen Wegen zwischen Erzeugung und Verwendung des Wasserstoffes. Die Gewinner des Wettbewerbs sollen Ende Januar 2020 durch das BMVI bekanntgegeben werden.

Im Falle einer Förderung will das HyWheels-Konsortium zeitnah mit der Erstellung eines Feinkonzepts für den Einsatz von Wasserstoff in der Inter- und Intralogistik beginnen. Das umsetzungsreife Konzept soll bis Mitte 2021 vorliegen.

Das Grobkonzept HyWheels – wasserstoffbasierter (Hy) Wirtschaftsverkehr in Osthessen zur Einsparung von Emissionen in der Logistik und im Straßenverkehr – wurde im Zuge des Wettbewerbsaufrufs der Regionenförderung HyLand in der Kategorie HyExperts gemäß den Förderungsregularien durch das Stadtplanungsamt der Stadt Fulda eingereicht. Der Landkreis Fulda wirkte an der Erstellung und Einreichung des Grobkonzepts aktiv mit. Die H2BZ-Initiative Hessen und die Hessische LandesEnergieAgentur (LEA) haben bei der Ansprache möglicher Partner sowie bei der Antragstellung ebenfalls unterstützt.

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