Volvo FH 8x4: Vierachser mit Komfort-Garantie

Redaktion (allg.)
Sehr passend kombiniert Volvo seine neue, angetriebene und liftbare Antriebsachse mit dem „FH“ als 8x4-Straßenkipper. Verbesserte Traktion, mehr Wendigkeit und weniger Verschleiß werden ihr nachgesagt. Wir haben sie unter winterlichen Bedingungen getestet.

Es ist Winter. In allen Schottergruben herrscht Ruh', in allen Steinbrüchen spürest Du, kaum einen Hauch von Betriebsamkeit. Es sei denn Schotterbrecher Ernstberger Junior schmeißt den Hitachi-Radlader extra für dich an, um 17 Tonnen Ballastschotter zu laden. Danke dafür, Danke Goethe für diesen Einstieg. Noch ist die letzte Achse oben, schwebt kaum zehn Zentimeter überm vereisten Boden des Ladeplatzes, bevor die ersten Schaufeln Schotter sie in die abgesenkte Trageposition zwingen.

All das geschieht automatisch, der Fahrer braucht sich um nichts zu kümmern. Für die Leerfahrt drückt ein Luftbalg, der oben mit der Achse über eine stabile Traverse verbunden ist, selbige nach oben. Die Bälge der Luftfederung werden dabei logischerweise entlüftet. Eine einfache Klauenkupplung, geschützt im Achsgetriebe der ersten Antriebsachse untergebracht, entkoppelt die Liftachse vom Antriebsstrang. Der 8x4 ist jetzt ein 6x2 mit zwei gelenkten Achsen. Soweit das Prinzip.

Vor 15 Jahren erfand der unterfränkische Fuhrunternehmer und Tüftler Manfred Reinfurt bereits eine ganz ähnliche Lift-Mimik, nur dass das hebende Element ein Hydraulikzylinder war, der die Achse gegen die Blattfedern hoch gegen den Rahmen stemmte. Und viel höher übrigens als die zehn Zentimeter beim Volvo. Und: Er lupfte sogar noch die zweite Lenkachse, die bei Leerfahrt ebenfalls keiner wirklich braucht. So mutierte der 8x4 gar zum 4x2. Mit einer Wendigkeit und Federeigenschaften, die mich damals staunen ließen. Lang ist's her. Und kaum gehen 15 Jahre ins Land, entdeckt der Schwede nun die liftbare Antriebsachse neu. Was so aber auch wieder nicht ganz stimmt: Denn die finnische Spezialitätenschmiede Sisu führt angetriebene Liftachsen schon lange und bis heute im Programm - nur wissen das nur wenige Experten.