Scania führt neuen 13-Liter-Motor ein

Robert Domina

Herzstück des neuen Antriebsstrangs für die schweren Scania ist der neue 13-Liter-Motor. Mit ihm verabschiedet sich Scania von seinen traditionellen Einzel-Zylinderköpfen. Der durchgehende Kopf des neuen Triebwerks mit zwei obenliegenden Nockenwellen erlaubt jetzt auch eine Ventilhebel-Motorbremse à la Jake-Brake. Entscheidend aber ist, wie Scania die Effizienz dieses Brot- und Butter-Triebwerks steigern konnte.

Der Neue ist mit 1:23 sehr hoch verdichtet, kommt auf 250 bar Brennraum-Spitzendruck. Der thermische Wirkungsgrad liegt nun laut Scania-Motorenentwickler Mats Waldekrantz bei 50 Prozent. Zum Vergleich: Spitzen-Dieselmotoren lagen bisher bei maximal 47 Prozent Wirkungsgrad. Die Verbrennung verläuft beim neuen Scania-13-Liter daher besonders effizient aber auch sehr heiß. Das heißt: Es fallen mehr Stickoxide an - Scania spricht von einem AdBlue-Verbrauch in Höhe von zehn Prozent des Dieselverbrauchs. Die korrekte Stickoxid-Reduktion lösen die Södertäljer mit einer zweifachen AdBlue-Einspritzung: Die erste Einblasung erfolgt direkt hinter dem Turbo, die zweite im SCR-Kat.

Weitere Neuheiten sind eine neue Hinterachse mit Übersetzungen bis herunter auf 1,9, also sehr lang. Die Getriebe G25CM  und G33CM wurden ebenfalls stark überarbeitet, das neue G25CM stellt dabei die leichtere Variante des G33 dar und spart im Vergleich zu den Vorgängermodellen dank Aluminium-Gehäuse 60 Kilo Gerwicht. Auch neu: Die Scania-Tanks sind nun volumentechnisch an die erweiterten Montagemöglichkeiten am Chassis angepasst. Ein neues Pumpen-/Filter-Gehäuse direkt am Tank ermöglicht es, die Restmenge im Tank zu minimieren, ohne Gefahr zu laufen, Verschmutzung, Wasser oder Luft anzusaugen. Letztlich soll diese Anordnung dazu führen, die Reichweite zu verlängern, bei gleichzeitig weniger mitgeführter Kraftstoffmenge.

 
Blick unter den Ventildeckel: Zwei obenliegende Nockenwellen steuern je zwei Ein- und zwei Auslassventile. Foto: rod
Blick unter den Ventildeckel: Zwei obenliegende Nockenwellen steuern je zwei Ein- und zwei Auslassventile. Foto: rod
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