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Food goes digital

Robert Domina

Unter dem Motto „Food goes digital“ diskutieren mehr als 100 Experten aus Deutschland und den Niederlanden zwei Tage lang beim fünften Lebensmittel-Symposium der Schmitz Cargobull AG in Vreden über Chancen und Lösungsansätze.

„Noch macht der Fahrer 30 bis 50 Prozent der Transportkosten aus. Mit autonom fahrenden Lkw fällt dieser Block komplett weg“, rechnete Zukunftsforscher Prof. Gunter Dueck in seinem Impulsvortrag vor. Ohne Ruhepausen für Fahrer würden Lieferketten nochmals drastisch verkürzt. Nicht zuletzt werden die Großstadtbürger in Zukunft viel weniger Lebensmittel kaufen und nur noch Essen liefern lassen. Auf diese radikalen Trends müssen sich Hersteller, Händler und deren Logistiker einstellen. „Vergessen Sie die digitale Transformation, weil die oft nur bestehenden Systeme schrittweise anpassen will. Wir brauchen radikale Veränderungen“, so der Mathematiker und Digitalexperte.

Aus der Praxis berichtete Thomas Klann, Key Account Manager European Food Logistics Dachser GmbH & Co. KG, „vom unerfüllten Traum des schnellen Hin, und schnellen Weg an den Rampen“. Noch immer werde in der Lieferkette sehr viel mit Papier gearbeitet. Außerdem sehe er wesentliche Knackpunkte beim Informationsfluss und teilweise in hohen Zielvorgaben der Händler. Vorgaben zur Warenverfügbarkeit von 98,5 Prozent im Handel hält auch Arno Kuhl, Leiter Strategisches Supply Chain Management Schloss Wachenheim AG, beispielsweise bei stark schwankender Nachfrage nicht für sinnvoll. Beide Praktiker beklagten zudem die langen Wartezeiten an den Rampen und die wenig flexible Handhabung von verpassten Liefer-Slots. Der Tausch und die Dynamisierung von ungenutzten Slots mit Zuspätkommern könne hier Abhilfe schaffen. Auch der Fahrermangel und die angeschlagene Attraktivität des Berufsbildes sei ein Riesen-Problem. Arno Kuhl fasste diesbezüglich den Begriff "Logistik 4.0" zusammen in die Kurzformel "Vier Lkw - Null Fahrer".

Über einen Test mit zwei batterieelektrischen Sattelaufliegern berichtete Peter Leegstraten, Manager Einkauf & Innovation Albert Heijn B.V. „Wenn bis 2025 allein 100 Lkw im Großraum Amsterdam fahren sollen, entspricht das einem Stromverbrauch einer Stadt mit 5.000 Einwohnern. Deshalb brauchen wir für emissionsfreie Lieferung Lkw mit Flüssiggas und Brennstoffstellen.“ Bis diese Fahrzeuge aber verfügbar seien, werde es länger dauern als 2025.

Als Lösung für die emissionsfreie Belieferung der Innenstädte präsentierte Marnix Lannoije, Head of Electric & Electronic System Engineering Schmitz Cargobull, die elektrische Kältemaschine S.CUe, Batteriepakete und die Generator-Achse am Auflieger. „Die E-Achse verringert die Ladezeiten und die Batteriegrößen. Die ersten Pilotfahrzeuge gehen im vierten Quartal 2020 auf die Straße“, kündigte er an. Etwa ein Jahr später soll die E-Achse in die Serienproduktion gehen.

50 Jahre Werk Vreden

„Jede zweite Erdbeere, jedes zweite Schnitzel wird heute mit einem Schmitz Cargobull Kofferauflieger transportiert“, beschrieb Michael Timmermann die Erfolgsgeschichte des Kühlkofferwerks plakativ. Seit 20 Jahren leitet er das Werk Vreden der Schmitz Cargobull AG, das in diesem Jahr sein 50-jähriges Bestehen feiert. Neben hochwertigen Produkten stehen die Mitarbeiter im Fokus. „Fast 800 von 2.000 Mitarbeitern haben am Standort ihre Ausbildung gemacht und 700 stammen aus Vreden“, so Timmermann. Deren Know-how und die ständige Mitarbeit an Verbesserungen sichere die Qualität der Kühlfahrzeuge. Die Führungsmannschaft des Standortes dankte den Kunden persönlich für die partnerschaftliche Zusammenarbeit und das Vertrauen.

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