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Wasserstofftankstellen - Ausbau der Infrastruktur

V.l.n.r.: Thomas Gaksch (Leiter Business-Segment Chemie, Linde AG), Nikolas Iwan (Geschäftsführer, H2 Mobility), Michael Garvens (Vorsitzender der Geschäftsführung, Flughafen Köln/Bonn GmbH), Burkhard Reuss (Direktor Kommunikation und Public Affairs, Total Deutschland GmbH), Thorsten Herbert (Bereichsleiter Verkehr und Infrastruktur, NOW GmbH) (Foto: Köln Bonn Airport)
V.l.n.r.: Thomas Gaksch (Leiter Business-Segment Chemie, Linde AG), Nikolas Iwan (Geschäftsführer, H2 Mobility), Michael Garvens (Vorsitzender der Geschäftsführung, Flughafen Köln/Bonn GmbH), Burkhard Reuss (Direktor Kommunikation und Public Affairs, Total Deutschland GmbH), Thorsten Herbert (Bereichsleiter Verkehr und Infrastruktur, NOW GmbH) (Foto: Köln Bonn Airport)
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Christine Harttmann

Mit dem Ausbau der Tank- Infrastruktur für Wasserstoff gewinnen alternativ angetriebene Fahrzeuge weiter an Boden.
Der Ausbau der Infrastruktur von Wasserstofftankstellen geht weiter. Im Oktober haben gleich vier neue H2-Tankstellen ihren Betrieb aufgenommen: eine an der Rastanlage in Bad Rappenau, eine in Bremen, eine am Flughafen Köln/Bonn und eine in München. Damit kommt der Ausbau der Infrastruktur für Brennstoffzellenfahrzeuge weiter in Gang, den sich die 2002 ins Leben gerufenen Clean Energy Partnership (CEP) auf die Fahnen geschrieben hat. Ein Netz von 50 Wasserstofftankstellen in Deutschland ist das Ziel. Um dies zu fördern hat das Bundesverkehrsministerium das Nationale Innovationsprogramm Wasserstoff und Brennstoffzellentechnologie (NIP) aufgelegt.
Innerhalb der Quadriga, die im Oktober neu an den Start ging, machte am 16. Oktober der 24-Total Autohof Bad Rappenau Nord den Anfang. Die an der A6 gelegene Rastanlage, an der gleich zwei wichtige Fernstraßenverbindungen – Paris-Prag und Hamburg-Mailand – vorbeiführen, ist damit die erste in Baden-Württemberg mit einer Wasserstofftankstelle. Die Air Liquide-Tankstelle in Bad Rappenau ist in Baden-Württemberg die erste H2-Station auf einem Autohof, bundesweit die zweite. Sie hat eine Tageskapazität von 200 Kilogramm Wasserstoff und kann täglich bis zu 40 Brennstoffzellenfahrzeuge betanken. Der Betankungsvorgang dauert einer Mitteilung der Nationalen Organisation Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NOW) zufolge drei bis fünf Minuten, die durchschnittliche Reichweite der betankten Fahrzeuge liegt demnach bei 500 Kilometern. Für Bau und Betrieb der Station erhielt der Betreiber im Rahmen des NIP Födergeld in Höhe von rund 900.000 Euro.
Kooperation in Bremen
Auch in Bremen können seit dem 16. Oktober die Fahrer emissionsfreier Brennstoffzellen- Autos ihren Tank füllen. In der Norddeutschen Stadt nahmen Daimler, Shell und Linde eine neue Wasserstofftankstelle in Betrieb, die nahe der Autobahnauffahrt Sebaldsbrück und des Autobahnkreuzes Bremen liegt und somit auch nicht weit vom Bremer Mercedes-Benz- Werk entfernt ist. Der Fahrzeughersteller will dort eine neue Generation Brennstoffzellenfahrzeuge produzieren, die er im September mit Vorserienfahrzeugen auf der IAA in Frankfurt der Öffentlichkeit präsentiert hat.
Nur einen Tag später, am 17. Oktober, folgte auf die Eröffnungen in Rappenau und Bremen, am Flughafen Köln/Bonn die Einweihung einer weiteren Wasserstofftankstelle von Total und Linde. Den Betrieb dieser Station übernimmt H2 Mobility, ein Joint-Venture unter dessen Dach sich die Unternehmen Air Liquide, Daimler, Linde, OMV, Shell und Total vereint haben, um mit Unterstützung der Bundesregierung bis 2023 ein Netz von bis zu 400 Tankstellen aufzubauen. Die Tankstelle am Flughafen Köln/Bonn, die das Bundesverkehrsministerium im Rahmen des NIP mit 1,3 Millionen Euro bedacht hat, verfügt über einen Versorgungsspeicher mit einer Fassungsmenge von bis zu 370 Kilogramm Wasserstoff, was rund 90 Fahrzeugbetankungen entspricht. Neben der 700-bar- Zapfsäule ist eine Vorrichtung für eine optionale 350-bar- Zapfsäule für Busbetankungen vorinstalliert.
Auch in München-Trudering können die Fahrer von Brennstoffzellenfahrzeugen seit dem 18. Oktober Wasserstoff tanken. Mit der Eröffnung dieser Anlage, für die das Bundesverkehrsministerium 400.000 Euro springen ließ, feierte zugleich eine neue Generation H2-Betankungstechnologie Premiere. Linde entwickelte eigens dafür einen neuen Kompressor für den Wasserstoff, auch Kryopumpe genannt. Der verflüssigte Wasserstoff wird in einem 400 Kilogramm fassenden Speichertank bereitgehalten.
Versorgung sicherstellen
Thorsten Herbert, Bereichsleiter Verkehr und Infrastruktur NOW, zeigte sich überzeugt, dass die alternativen Antriebe mit der Eröffnung dieser vier Anlagen ein gutes Stück vorangekommen sind. Der Aufbau von Lade-, und Tank- Infrastrukturen für Fahrzeuge mit alternativen Antrieben sei eine wichtige Voraussetzung, diesen Fahrzeugen in Deutschland zum Erfolg zu verhelfen. Dies wiederum sei zwingend notwendig, um die CO2-Emissionen im Verkehrsbereich zu reduzieren. Eine Einschätzung, die Bernd Eulitz, Mitglied des Vorstands der Linde AG, bestätigte: „Der Fortschritt beim Aufbau einer flächendeckenden Wasserstoff-Infrastruktur zeigt sich in diesen Tagen an einer Vielzahl von Inbetriebnahmen.“

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