Milliarden für Elektromobilität

Das Unternehmen will 2,6 Milliarden Euro bis 2026 in die weitere Forschung sowie Entwicklung stecken und gleichzeitig das Produktentwicklungsbudget für konventionelle Antriebe zurückfahren.

Die Traton Group hat ihre Planung für die nächsten fünf Jahre auf die Weiterentwicklung des batterieelektrischen Antriebes ausgerichtet – Wasserstoff hält das Unternehmen in gewissen Nischen für eine sinnvolle Ergänzung. Bild: Traton Group
Die Traton Group hat ihre Planung für die nächsten fünf Jahre auf die Weiterentwicklung des batterieelektrischen Antriebes ausgerichtet – Wasserstoff hält das Unternehmen in gewissen Nischen für eine sinnvolle Ergänzung. Bild: Traton Group
Nadine Bradl
Traton Group

Die Traton Group hat sich entschieden und fokussiert sich künftig klar auf den batterieelektrischen Antrieb – auch auf der Langstrecke. Gleichzeitig fährt das Unternehmen die Investitionen in konventionelle Antriebe zurück. Bis 2026 will Traton 2,6 Milliarden Euro in die weitere Forschung und Entwicklung investieren – zuvor lag das Budget für die E-Mobilität bis zum Jahr 2025 bei 1,6 Milliarden Euro – und intensiviert damit den Wechsel hin zu alternativ angetriebenen Nutzfahrzeugen.

„Die Traton wird mit ihren Marken beim nachhaltigen Transport eine führende Rolle einnehmen. Unsere Planung für die nächsten fünf Jahre haben wir daher konsequent auf den batterieelektrischen Antrieb ausgerichtet. Er ist auch für die Langstrecke klar die umweltfreundlichste, schnellste und gleichzeitig für unsere Kunden günstigste Lösung, auch wenn Wasserstoff in gewissen Nischen eine sinnvolle Ergänzung darstellen kann. Selbst die Belastung der Stromnetze fällt moderat aus, da Lkw vorwiegend zu angebotsstarken oder nachfrageschwachen Zeiten laden. Entsprechend fokussiert sollte der Aufbau der dringend benötigten Infrastruktur erfolgen. Der Aufbau des Schnellladenetzes für Pkw bietet dazu eine einmalige Möglichkeit für Synergien“, erläutert Christian Levin, CEO der Traton Group, die neue Marschroute.

BEV im Vorteil

Der Wasserstoffantrieb wird zwar in einzelnen Anwendungen durchaus als sinnvoll eingeschätzt, rein batterieelektrische E-Lkw hätten jedoch gegenüber Wasserstoff-Lkw einen deutlichen Vorteil: Hier fließen drei Viertel der Ausgangsenergie in den Antrieb, bei Wasserstoff verbleibt nur ein Viertel für den Antrieb. „Daher ist es unsere Priorität, in vollständig batterieelektrifizierte Fahrzeuge (BEV) zu investieren. Im Fernverkehr streben wir bis 2030 einen Anteil von 50 Prozent emissionsfreier Lkw an – sofern die entsprechenden Regulierungsmechanismen und die Infrastruktur vorhanden sind“, so der Traton-CEO.

Am Aufbau eines öffentlichen Ladenetzes für batterieelektrische schwere Lkw und Fernbusse will die Traton Group gemeinsam mit Daimler Truck und der Volvo Group in einem Joint Venture arbeiten, für das nach Angaben des Unternehmens bereits von allen Partnern Ende 2021 eine verbindliche Vereinbarung unterzeichnet worden ist – die Zustimmung der Kartellbehörden steht noch aus. Innerhalb von fünf Jahren nach Gründung des Joint Ventures sollen europaweit mindestens 1.700 leistungsstarke Ökostrom-Ladepunkte entstehen, heißt es in der Pressemitteilung. Die Gruppe hatte zuletzt starke Zahlen für das Jahr 2021 präsentiert. So legte der Umsatz des Lkw-Geschäfts, des Servicegeschäfts und durch die Integration der neuen US-Tochter Navistar um ein Drittel auf 30,6 Milliarden Euro (2020: 22,6) zu. Das bereinigte operative Ergebnis wurde mit 1,6 Milliarden Euro gegenüber den 135 Millionen des Vorjahres stark verbessert.

CEO Levin sagte: „Die schwierige Versorgungslage mit Halbleitern und anderen Zulieferteilen hat das Jahr 2021 trotz des wirtschaftlichen Aufschwungs zu einer echten Herausforderung gemacht, die wir gut gemeistert haben. Unser Auftragsbuch ist dank 360.000 Aufträgen im Jahr 2021 nun so gut gefüllt wie noch nie. Unser klares Ziel ist dennoch, jedem Kunden sein Fahrzeug so schnell wie möglich zu liefern. Und wir werden im Jahr 2022 wichtige Fortschritte auf strategisch entscheidenden Feldern machen: mit der Grundsteinlegung durch Scania in China, dem größten Lkw-Markt der Welt, bei den alternativen Antrieben und beim autonomen Fahren. Zudem ist bei MAN Truck & Bus ein neues und gleichzeitig sehr erfahrenes Team dabei, die Marke zu nachhaltiger Profitabilität zu führen.“ mw/nbr

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