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Verbessert die Klimabilanz gewaltig

100 neue Sattelzugmaschinen mit LNG-Motor hat KP Logistik bei Scania bestellt. Die Lkw mit den umweltfreundlichen Motoren sollen in Ostdeutschland und Berlin vor allem Filialen von Norma und Netto beliefern.

Die 100 LNG Lkw werden anfangs aus einer mobilen LNG-Tankanlage betankt. Bild: Scania
Die 100 LNG Lkw werden anfangs aus einer mobilen LNG-Tankanlage betankt. Bild: Scania
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Christine Harttmann
Lebensmittellogistik

KP Logistik hat 100 Scania LNG-Sattelzugmaschinen geordert und damit den bisher größten Einzelauftrag zur Lieferung von LNG-Lkw in Deutschland initiiert. Die künftige LNG-Flotte soll in der Lebensmittellogistik eingesetzt werden. Sie soll auf die beiden Standorte der Spedition in Stavenhagen und Wustermark bei Berlin aufgeteilt werden. Die mit dem tiefkalten Flüssiggas betriebenen Scania R410 LNG fahren mit einem 410 PS-starken Sechszylinder Gasmotor.

KP-Geschäftsführer David Brokholm will mit dem strategischen Kauf der LNG-Fahrzeuge Vorreiter für mehr Umweltschutz sein und „in der Speditionswelt ein Zeichen setzen“. Immerhin sparen die Erdgas-Lkw im Vergleich zu Diesel-Fahrzeugen etwa ein Fünftel CO2. Laut Brockholm steigt die Quote sogar bis auf 90 Prozent, wenn Biogas als Treibstoff verwendet wird. „Das verbessert unsere Klimabilanz ganz gewaltig“, so der Geschäftsführer. Mit der neuen LNG-Flotte hofft der 42-Jährige mindestens 3.000 Tonnen Klimagas pro Jahr einsparen zu können. Darüber hinaus stößt ein Gasmotor wesentlich weniger Stickoxide, Partikel und Feinstaub als sein Diesel-Pendant aus.

Christian Hottgenroth, Direktor Verkauf Lkw, Scania Deutschland Österreich, freut sich über den Großauftrag und „das Vertrauen, das uns die Geschäftsführung von KP Logistik entgegenbringt“. Im September 2018 sei der erste Scania mit LNG-Antrieb ausgeliefert worden. „Seit der Entscheidung des Deutschen Bundestags, ab 1. Januar 2019 auch mit Gas betriebene Fahrzeuge von der Maut zu befreien, verzeichnen wir ein ständig steigendes Interesse an unseren LNG-Fahrzeugen“, berichtet Hottgenroth. „Diese Bestellung ist für uns der größte Ordereingang für LNG-Lkw den wir bisher erhalten haben.“

Neben dem Umweltaspekt muss sich die Anschaffung für KP Logistik auch unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten rechnen. „Die Zuschüsse des Bundes beim Kauf, die Befreiung von der Lkw-Maut bis Ende 2020 sowie die Steuerermäßigung für Erdgas als Treibstoff bis 2026 haben uns die Entscheidung für die LNG-Technik enorm erleichtert”, sagt der gebürtige Däne. Dank der Förderung seien die Mehrkosten von rund 35 Prozent pro LNG-Fahrzeug gegenüber einem Diesel-Lkw für sein Unternehmen durchaus zu stemmen.

Kühlfracht in 
Doppelschicht

Die ersten der 100 bestellten Scania LNG-Sattelzugmaschinen werden im Mai dieses Jahres an KP Logistik ausgeliefert. Bis spätestens August soll die gesamte LNG-Flotte bei dem Spezialisten für Lebensmitteltransporte einsatzbereit sein. Die Sattelzüge transportieren künftig in Doppelschichten Trockenfracht, Kühlgut und Tiefkühlware vor allem zu Netto- und Norma-Märkten in Ostdeutschland. Viele davon befinden sich in Berlin.

„Die Investition in die LNG-Technik lohnt sich für uns noch aus einem anderen Grund: Mit den leisen, stickoxid- und feinstaubarmen Lkw sind wir nicht von den drohenden Fahrverboten für Dieselfahrzeuge betroffen und haben auch noch in den nächsten Jahren freie Fahrt in Berlin und anderen Großstädten. Das war ein weiteres Hauptargument für die Alternative LNG“, ergänzt Brokholm. Wie die klassischen Kühlzüge im Unternehmen sollen auch die neuen Scania R 410 LNG von KP Logistik etwa vier bis fünf Jahre im Fuhrpark bleiben und in dieser Zeit bis zu 800.000 Kilometer Nah- und regionalen Fernverkehr abspulen. Bei der Ausstattung der Gasfahrzeuge hat der Lebensmittellogistiker nicht gespart. Die Scania Zugmaschinen besitzen die große Fahrerkabine. Zwei Betten, Kühlschrank und Premium-Infotainmentsystem sind ebenso an Bord wie ein umfangreiches Sicherheitspaket aus Abstandsregelung, Spurhalte- und Notbremsassistent. Der 410 PS starke Sechszylinder-Gasmotor OC13 arbeitet wie ein Ottomotor. Zündkerzen liefern den Funken, um das Erdgas-Luft-Gemisch zu zünden. Das Gemisch verbrennt fast vollständig. Eine Abgasrückführung und ein Drei-Wege-Katalysator übernehmen die Abgasreinigung. Auf eine aufwändige SCR-Abgasnachbehandlung lässt sich verzichten.

Auch noch leise

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Der Euro-6-Gasmotor erfüllt zudem die Vorgaben der PIEK-Lärmschutzrichtlinie, die einen maximalen Geräuschpegel in lärmempfindlichen Gebieten wie in Innenstädten und Wohngebieten von 72 dB(A) vorgibt. Das 13-Liter-Triebwerk kommt mit dem automatisierten Scania-Opticruise-Getriebe zum Einsatz. Damit steht es dem Dieselmotor in nichts nach und eignet sich für zulässige Gesamtgewichte bis 40 Tonnen. Dank der beiden Tanks mit 340 und 400 Liter Fassungsvermögen sind Tagesfahrleistungen bis zu 1.100 Kilometer möglich. Getankt wird bei KP Logistik täglich. Das übernehmen gesonderte Tankteams, die – wie sämtliche Kraftfahrer auch – auf den Umgang mit dem tiefgekühlten Flüssigerdgas vorbereitet werden.

Den Kraftstoff für die neuen Scania-LNG bezieht KP Logistik anfangs aus einer mobilen LNG-Tankanlage, die Liquind aus Berlin bereitstellt. Zusätzlich ist der Aufbau einer Tankinfrastruktur an zwei neuen Standorten geplant. Bis zum Sommer soll jeweils eine feste LNG-Tankstelle im GVZ Wustermark und in Stavenhagen entstehen, die auch Fremdkunden nutzen können. Bis Ende 2019 soll es in Deutschland etwa 20 LNG-Tankstellen geben. Das LNG-Tankstellennetz soll sukzessiv weiter ausgebaut werden.

KP Logistik ist ein in dritter Generation geführtes Familienunternehmen aus Dänemark. In Stavenhagen ist die deutsche KP Logistik seit 1990 aktiv. Den Standort im GVZ Wustermark hat das Unternehmen 2005 eröffnet. An den beiden deutschen Stützpunkten arbeiten knapp 400 Mitarbeiter, in der gesamten Gruppe rund 600. Die Flotte besteht aus 150 eigenen Scania-Sattel- und Gliederzügen. KP Logistik übernimmt für seine Kunden auf Wunsch sämtliche Speditionsdienstleistungen wie Lagerung, Kommissionierung, Tourenplanung und Transport.ha

Foto: Scania

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