„Wasserstoff wird wichtig werden“
Daimler Truck ist weiter auf Erfolgskurs. Der Lkw-Bauer konnte seinen Absatz 2023 trotz Versorgungslücken in der Lieferkette erneut steigern und seine Marktposition als einer der weltweit größten Nutzfahrzeug-Hersteller behaupten. Das gab der DAX-Konzern auf seiner Bilanz-Pressekonferenz bekannt. Demnach konnte das Unternehmen im vergangenen Jahr 526.053 Einheiten absetzen. Bei batterieelektrischen Lkw und Bussen hat das Unternehmen 3.443 Fahrzeuge abgesetzt, 277 Prozent mehr als im Vorjahr. Vorstandsvorsitzender Martin Daum im Interview über die Gründe für das gute Geschäftsjahr, die strategischen Ziele des Unternehmens sowie die Prognosen für das Jahr 2024.
Herr Daum, die Daimler Truck AG zog Bilanz ihres zweiten vollen Geschäftsjahres. Wie war das Jahr 2023?
Martin Daum: Ich bin sehr zufrieden mit 2023, es war in jeder Beziehung für uns ein Rekordjahr. Wir haben ein Ergebnis von 5,5 Milliarden erzielt, eine deutliche Steigerung zum Vorjahr und mit 9,9 Prozent Rendite, eine All-Time-High Rendite erzielt, wir sind sehr zufrieden! Was mich besonders freut ist, dass jeder unserer Bereiche dazu beigetragen hat.
Was waren die Hauptgründe für diesen Erfolg?
Der Hauptgrund ist erst einmal, dass wir faszinierende und gute Produkte haben. Hohe Qualität, tolle Produkte, die den Kundennutzen widerspiegeln. Ich darf auf den Setra-Reisebus verweisen, den wir letztes Jahr auf den Markt gebracht haben, unsere elektrischen Fahrzeuge und dann noch im nordamerikanischen Markt, wo wir in jedem Segment die besten Fahrzeuge haben.
Die Transformation der Automobilbranche hin zu einer klimaneutralen Mobilität ist in vollem Gange. Wie ist Daimler Truck in Sachen Nachhaltigkeit aufgestellt?
Auch da hatten wir ein sehr erfolgreiches Jahr 2023. Wir haben im Vorjahr ja etwa 900 Autos ausgeliefert, also elektrische Fahrzeuge im Jahr 2022. In 2023 war es mit 3.400 Trucks und Bussen eine sehr, sehr hohe Zahl und vor allem sehr, sehr zufriedene Kunden, die begeistert sind von unseren Produkten.
Sie setzen aber nicht nur auf batterieelektrisch betriebene Antriebe. Welche Rolle spielt für Daimler Truck Wasserstoff-Technologie?
Wasserstoff wird wichtig werden, weil auch die Ladeinfrastruktur, also die zur Verfügungstellung der Elektrizität, eines der großen Probleme ist. Die Kernfrage ist ja, wie wir in Zukunft grüne Energie transportieren und lagern wollen, und wenn wir es an ein Molekül binden, kommt dann der Wasserstoff ins Spiel. Deshalb hat es mich sehr gefreut, dass wir letztes Jahr mit unseren Fahrzeugen mit Brennstoffzelle nicht nur über den Brenner gefahren sind, sondern auch bei einer Fahrt über 1.047 Kilometer von Wörth nach Berlin mit einer einzigen Tankfüllung gezeigt haben, dass es künftig supergut emissionsfrei mit Wasserstoff in der Fernstrecke gehen wird.
Aber auch im Bus-Segment konnten Sie im vergangenen Jahr in punkto Nachhaltigkeit und Komfort Maßstäbe setzen...
Der KÖGEL COOL LITESHELL – Innovation, die vorwärts bringt
Wir sind im Stadtbusbereich mit dem eCitaro sehr erfolgreich unterwegs, wir haben über 500 elektrische eCitaros verkauft. Wir haben mit einer Brennstoffzelle, dem Range Extender, was auf Deutsch Reichweitenverlängerer heißt, jetzt auch Busse im Angebot, die deutlich größere Strecken mit E-Antrieb im Stadtverkehr bewältigen können und wir werden deshalb sämtliche Anwendungsfälle abdecken können.
Wird die Daimler Truck AG auch in diesem Jahr eine Dividende auszahlen?
Natürlich gibt es eine Dividende, und zwar eine deutlich gesteigerte. Letztes Jahr haben wir ja 1,30 Euro bezahlt, dieses Jahr werden wir in der Hauptversammlung 1,90 Euro pro Aktie vorschlagen und ich glaube damit rentiert sich auch für den Anteilseigner die Anlage in Daimler Trucks Aktien.
Blicken wir noch auf das Gesamtjahr 2024. Was erwarten Sie vom aktuellen Geschäftsjahr?
Die Märkte werden sich in 2024 sicherlich normalisieren, das heißt, wir werden unseren Absatz etwas zurücknehmen müssen, besonders in unseren Kernmärkten Europa und Nordamerika. Trotzdem sind wir sehr zuversichtlich, dass wir unser Ergebnis von 2023 auch in 2024 mit schwierigeren Bedingungen wiederholen können. nbr
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