Neue Drehscheibe Hannover

Die neue Schnellumschlaganlage Hannover Lehrte für Sattelanhänger, Wechselbehälter und Container soll ab April 2021 in das Netzwerk des Frankfurter Operateurs aufgenommen werden.

Der Operateur für intermodalen Schienengüterverkehr will ab Frühjahr nächsten Jahres auch das MegaHub-Terminal Hannover-Lehrte bedienen. Bild: MegaHub Lehrte Betreibergesellschaft mbH
Der Operateur für intermodalen Schienengüterverkehr will ab Frühjahr nächsten Jahres auch das MegaHub-Terminal Hannover-Lehrte bedienen. Bild: MegaHub Lehrte Betreibergesellschaft mbH
Daniela Kohnen
Frankfurter Kombiverkehr

Das neu erbaute MegaHub Terminal in Hannover Lehrte wird im April 2021 in die nationalen und internationalen Netzwerke der Kombiverkehr KG integriert und es wird mit den ersten Kombiverkehr-Zügen gestartet werden. An der neu erbauten Schnellumschlaganlage werden bereits seit Juni 2020 Güter zwischen Lkw und Zügen umgeschlagen.

„Mit dem geplanten Start unserer Züge im kommenden Jahr lösen wir unser Versprechen ein, die technisch hoch entwickelte MegaHub-Anlage, die einmalig in Europa ist, für die Weiterentwicklung des intermodalen Verkehrs von Anfang an aktiv zu nutzen“, so Armin Riedl, Geschäftsführer der Kombiverkehr KG. „Wir kommen damit dem Ziel näher, über die Verknüpfung mit dem MegaHub auch Standorte mit leistungsfähigen Intermodal-Zügen anzubieten, die heute nicht ganzzugsfähige Mengen haben.“

Durchgehende Buchungen

Die Anbindung der jetzt definierten Terminals und auch der zukünftige Anschluss weiterer Containerbahnhöfe werde den Vorteil der Anlage in Form von schnellem Wechsel der Ladeeinheiten zwischen den Zügen in besonders kurzer Zeit sichtbar machen. So würden Spediteuren und Logistikern neue durchgehend buchbare Routings ermöglicht, so das Frankfurter Unternehmen.

Mit Beginn April 2021 sollen die Terminals in Ludwigshafen, Lübeck, Kiel, Hamburg, München und Duisburg auf deutscher Seite sowie Malmö auf schwedischer Seite an das Terminal in Hannover Lehrte angeschlossen werden. Der Operateur wolle so erstmals den täglichen Umstieg zwischen Schiene und Schiene für alle Nutzer der Anlage ermöglichen, nachdem der Terminalbetrieb zunächst in der ersten Betriebsphase mit dem Umschlag zwischen Straße und Schiene sowie in der zweiten Phase mit Schiene-Schiene-Umschlägen an Wochenenden begonnen worden sei.

Strategische Bedeutung

Die neue Schnellumschlaganlage soll als Drehscheibe für Sattelanhänger, Wechselbehälter und Container zwischen eingehenden und ausgehenden Zügen fungieren. Dabei würden die Züge Hannover mit Ladeeinheiten in einem bunten Mix für gleich mehrere Zielterminals erreichen, so die Mitteilung. Nach unmittelbarer Sortierung sollen die Ausgangszüge das Terminal dann zielrein und damit nur mit Ladeeinheiten für ein einziges Zielterminal verlassen, von welchem aus auch weitere Terminals im Gatewayverkehr im internationalen Verkehr erreicht werden können.

Mit dem Konzept der Schnell-umschlaganlage werden laut dem Operateur im Kombiverkehr-Netzwerk neue Verbindungen möglich, die bisher nicht im Leistungsangebot enthalten waren, wie beispielsweise die Verbindung zwischen Duisburg und Malmö. Die Wirtschaftsregion Hannover, die Kombiverkehr bisher über eine Direktzugverbindung mit Verona verbunden hat, soll mit der Umstellung der Verkehre einen nationalen und einen erweiterten internationalen Anschluss erhalten.

Ladeeinheiten aus der Region rund um Hannover, die über das Truck-Gate per Straße angeliefert werden, können dann für alle im Fahrplan enthaltenen Züge gebucht werden. Damit sei Hannover dann nicht nur mit den dann bestehenden Zielterminals direkt verbunden, sondern im Gatewayverkehr auch mit zahlreichen Terminals etwa in Spanien, Frankreich, der Schweiz, Österreich, Italien, verschiedenen Balkanstaaten, der Türkei und den skandinavischen Ländern, so der Operateur.

An der Betreibergesellschaft der Schnellumschlaganlage MegaHub Lehrte ist die Kombiverkehr KG neben der Deutschen Umschlaggesellschaft Schiene-Straße (DUSS) zu 16,67 Prozent beteiligt. Innerhalb der zweijährigen Bauzeit wurden auf dem rund 120.000 Quadratmeter großen Gelände des ehemaligen Rangierbahnhofs Lehrte unter anderem sechs, jeweils rund 700 Meter lange Umschlaggleise und drei Portalkräne errichtet. dk

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