Schlüssel zur erfolgreichen Verkehrswende

Kooperativ entwickelt MAN mit Deutscher Bahn, Hochschule Fresenius und Götting KG einen automatisierten Lkw für den flexibleren Containerumschlag im Terminal.

Die ersten Tests mit dem autonomen Fahrzeug sind am Duss-terminal bei Ulm geplant. Bild: MAN
Die ersten Tests mit dem autonomen Fahrzeug sind am Duss-terminal bei Ulm geplant. Bild: MAN
Christine Harttmann
Kombinierter Verkehr

Den Umschlag zwischen den Verkehrsträgern automatisieren – darum geht es in dem Projekt „Autonome Innovation im Terminalablauf“ (ANITA). Im Zentrum steht dabei ein automatisierter Lkw für den flexiblen Umschlag im Terminal. In einer Kooperation wollen MAN, die Deutsche Bahn, Hochschule Fresenius und Götting KG den Lkw entwickeln und testen.

Gefördert wird das Projekt mit Mitteln in Höhe von 5,5 Millionen Euro aus dem Programm „Neue Fahrzeug- und Systemtechnologien“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie. Die Laufzeit beträgt 39 Monate. Der offizielle Startschuss fiel am 1. Juli. Die Verknüpfung von Straße, Schiene und/oder Wasser – der kombinierte Verkehr also – gehöre, so eine Mitteilung der Initiatoren, zu einem der stärksten Wachstumsmärkte im gesamten Güterverkehr. Das Projekt ANITA sei ein weiterer wichtiger Baustein auf dem Weg zur Automatisierung des gesamten Transportprozesses. Es ermögliche, Fahrzeuge und Fahrer flexibler einzusetzen.

Der Test des vollautomatisierten Lkw soll am Standort Ulm Dornstadt erfolgen. Im Container-Depot von DB Intermodal Services und dem Duss-Terminal werde er sich automatisiert bewegen, so die Mitteilung. Für die Tests wird hierbei stets ein Sicherheitsfahrer von MAN an Bord sein. Auf dem Gelände wird dafür zunächst die digitale Infrastruktur mit allen notwendigen Schnittstellen eingerichtet. Erfahrene Kranführer schlagen die Container um, damit der Betrieb unter realen Bedingungen getestet werden kann.

Dr. Sigrid Nikutta, DB-Vorstand Güterverkehr ist davon überzeugt, dass der Kombinierte Verkehr ein „Schlüssel für die erfolgreiche Verkehrswende“ ist. „Über die Umschlagterminals erhält der Kunde Zugang zur Schiene, daher ist es wichtig, dass wir ihm hier effiziente und innovative Abläufe anbieten. Container müssen schneller und flexibler umgeschlagen werden. Dafür nutzen wir die Digitalisierung wie im Projekt ANITA: Autonom fahrende Lkw im Terminal sind erste, aber wichtige Schritte in Richtung Terminal 4.0.“

MAN Truck & Bus entwickelt das Fahrzeug für das Projekt. Entwicklungs- und Forschungvorstand Dr. Frederik Zohm geht davon aus, dass der Lkw-Bauer gemeinsam mit den Partnern „hierbei wertvolle Erfahrungen mit autonomen Fahrzeugen im Containerumschlag auf einem Terminalgelände sammeln“ wird. Er ist überzeugt: „Nach unserem bereits sehr erfolgreichen Platooning-Projekt mit der DB Schenker AG und der Hochschule Fresenius stellt ANITA den nächsten wichtigen Schritt auf dem Weg zum automatisierten Fahren in der Hub to Hub-Anwendung dar - ein weiterer Meilenstein in unserer MAN-Automation-Roadmap.“

Der Verständigung zuliebe

Hans-Heinrich Götting, Chef der Götting KG, will das Fahrzeug mit Algorithmen zur Ortung und Hinderniserkennung ausstatten. Um die Kommunikation zwischen Lkw und Terminal beziehungsweise Containerdepot sicherzustellen, werden zunächst Verhaltensweisen von Mensch und Maschinen auf dem Terminalgelände analysiert, um sie nachfolgend in digitale Prozesse und Regelwerke zu überführen. Darum kümmert sich die Hochschule Fresenius.ha

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Seite 6 | Rubrik UMWELT UND VERKEHR