Klotzen, nicht kleckern

Die Michelin-Tochter Symbio will in diesem Jahr mit dem Aufbau eines Produktionsstandorts für Wasserstoff-Brennstoffzellensysteme beginnen. Der Hersteller will mit dem Produktionshochlauf Herstellungskosten senken.

Das „StackPack S“ ist serienmäßig in einem wasserstoffbetriebenen Renault-Modell verbaut. Bild: Michelin
Das „StackPack S“ ist serienmäßig in einem wasserstoffbetriebenen Renault-Modell verbaut. Bild: Michelin
Christine Harttmann
Brennstoffzelle

Auch Michelin setzt auf den Wasserstoff-Antrieb. Das Unternehmen investierte dafür bereits 2019 zusammen mit dem Automobilzulieferer Faurecia 140 Millionen Euro in das Joint Venture Symbio. Nun soll das Gemeinschaftsunternehmen noch in diesem Jahr mit dem Bau einer Fabrik für Wasserstoff-Brennstoffzellensysteme in Europa starten.

Die Anlage in Saint-Fons bei Lyon soll nach den Vorstellungen von Michelin eine der größten Produktionsstätten dieser Technologie werden. Zielsetzung sei, so teilt Michelin mit, als einer der weltweit führenden Anbieter der Systeme, den Einsatz in wasserstoffbetriebenen Fahrzeugen, Booten und anderen Fortbewegungsmitteln flächendeckend voranzubringen.

Der Technologiekonzern setzt hohe Erwartungen in das Joint Venture. Das unterstreicht Anish K. Taneja, Präsident der Michelin Region Nordeuropa, im Zuge der Ankündigung: „Michelin arbeitet seit mehr als 15 Jahren an der Wasserstoff-Brennstoffzellentechnologie. Mit unserem Joint Venture Symbio entwickeln wir zurzeit die vierte Generation. Unser Ziel ist es jetzt, die Produktion zu skalieren, um die Herstellkosten zu senken.“

In enger Kooperation mit Faurecia will man die gemeinsame Tochtergesellschaft zu einem der führenden Anbieter in diesem Bereich machen. Ziel sei, so die Mitteilung, bis 2030 einen Marktanteil von zwölf Prozent und einen Umsatz von 1,5 Milliarden Euro zu erzielen. „Wir agieren proaktiv auf die Herausforderungen unserer Zeit, indem wir uns auf ganzheitliche Lösungen konzentrieren, die Mobilitätsbedürfnisse sowie Umwelt- und Klimaschutzziele in Einklang bringen“, ergänzt Taneja.

Erste Erfolge

Die ersten Meilensteine sind bereits erreicht. Symbio entwickelt derzeit die vierte Generation seiner Brennstoffzellsysteme. Bis 2025 soll Symbio über eine Produktionskapazität von rund 20.000 Brennstoffzellsystemen verfügen, für 2030 sind rund 200.000 angepeilt. Das Joint Venture vermeldete zudem erste Erfolge in der Originalausrüstung. So wird das „StackPack S“ serienmäßig in einem wasserstoffbetriebenen Renault-Modell eingesetzt. Der „Kangoo Z.E Hydrogen“ rollt seit Oktober 2019 mit Symbio-Komponenten vom Band.

Symbio rüstet auch die erste wasserstoffbetriebene Nutzfahrzeug-Flotte des Stellantis-Konzerns mit seinem StackPack System aus. Der Stellantis-Konzern wird 2021 wasserstoffbetriebene Fahrzeuge für Geschäftskunden einführen. Auch bei weiteren Projekten arbeitet Symbio, laut Angaben von Michelin, Hand in Hand mit der Automobilindustrie zusammen, um die Markteinführungen neuer Modelle mit effizienten wasserstoffbetriebenen Energiesystemen zu beschleunigen. ha

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Seite 13 | Rubrik UMWELT UND VERKEHR