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Saisonzusammenfassung Truck Racing Europameisterschaft 2015

Für die Saison eher ungewöhlich: Der Titelverteidiger und souveräne EM-Gewinner Norbert Kiss (1) hinter Steffi Halm (44) und Jochen Hahn (2)
Für die Saison eher ungewöhlich: Der Titelverteidiger und souveräne EM-Gewinner Norbert Kiss (1) hinter Steffi Halm (44) und Jochen Hahn (2)
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Torsten Buchholz

Auch wenn MAN 2015 offiziell als Hersteller nicht mehr dabei war, mangelte es nicht an Motoren aus Nürnberg. Die Powertriebwerke, ob mit oder ohne MAN-Schriftzug auf dem Zylinderkopfdeckel, konnte jeder bekommen, der dem Dienstleister Piedrafita die erforderliche Leasinggebühr aufs Konto überwies. Bis auf das niederländische Scania-Team waren es aber ausschließlich MAN-Teams, die in der ETRC auf Power aus Bayern vertrauten. Und so war es keine Verwunderung, dass die MAN-Armada einen Großteil des Starterfeldes ausmachte und wieder vorn zu finden war. Doch die beide Buggyra-Freightliner, insbesondere Adam Lacko, spuckten mehrfach äußerst erfolgreich in die MAN-Suppe. So erfolgreich, dass die Teamwertung an die tschechische Buggyra-Paarung Lacko/Vrsecky ging. Bei der Fahrerwertung dominierte jedoch ein MAN-Kunde. Seit dem Eröffnungsrennen 2015 in Valencia hieß der Tabellenführer Norbert Kiss. Der Ungar verteidigte seinen Titel mehr als souverän: 152 Punkte Vorsprung vor dem Zweitplatzierten spricht Bände. Doch dahinter ging es zum Teil sehr eng zu. Jochen Hahn (MAN) und Adam Lacko (Freightliner) hielten den Kampf um den Vizetitel bis zum Saisonende in Le Mans offen. Das bessere Ende hatte, nicht unverdient, der tschechische Hauberpilot. Lässt man Alleinunterhalter Kiss mal außen vor, waren immerhin zwei LKW-Marken beim Kampf um die beiden Titel (Fahrer und Team) vertreten. So gesehen war der „Neuanfang“ ein guter.

Gerd Körber zeigte, dass der Schwabentruck-Iveco auch 2015 podiumstauglich ist. Durch die neue Punktevergabe, auch die Handikaprennen wurden voll gewertet, kam Schwung in die Meisterschaftstabelle. Nicht nur Körber, sondern auch Steffi Halm, profitierte davon. Beiden waren nur bei der Hälfte der Rennen dabei und landeten dank der guten Einzelergebnisse am Ende dennoch in den Top Ten. Auf dem sechsten Rang fand sich René Reinert wieder. Der Großspediteur gewann 2015 zwei Rennen und er war es, der Steffi Halm 2015 zu einem MAN-Cockpit verhalf. Die zweite Dame im Feld, Ellen Lohr, musste sich mit dem zehnten Rang zufrieden geben. Sie hatte sich im Team von Lutz Bernau (TSB) zweifellos mehr erhofft. Schließlich gehört sein Truck zu den schnellsten im Feld. 2016, so sieht es aus, wird die Kombination TSB/Lohr erneut auf die Jagd nach Punkten gehen.

Erste zählbare Ergebnisse gab es für das einzige Mercedes-Team in der Meisterschaft. Die Tankpool24-Truppe engagierte mit Roland Rehfeld zusätzlich einen Routinier, der den leistungsschwachen Mercedes mehrfach in den Punkten puschte. Gleiches gelang ETRC-Newcomer Sascha Lenz. Der Plaidter lieferte sich mit auf einem gebrauchten MAN tolle Zweikämpfe mit den etablierten Truckracern. Der Lohn waren 28 Meisterschaftspunkte und der elften Tabellenplatz in der Endabrechnung.

Zusammenfassend kann resümiert werden, dass die ETRC 2015 eine tolle Show geboten hat. Die deutsche Beteiligung war mehr als gut: Fünf Pilotinnen und Piloten in den Top-Ten plus zwei weitere auf den Plätzen 11 und 15. Der MAN-Rückzug war in erster Linie finanzieller und kosmetischer Natur. Als Herzspender waren die Bayern über Piedrafita technisch dennoch äußerst präsent – natürlich gegen ein ordentliches Honorar. Zweidrittel der fünfzehn besten Piloten hatten den bayrischen Löwen im Truck-Logo. Zugegeben, das Starterfeld war dennoch manchmal etwas schwach auf der Brust – zumindest was die Anzahl der Teilnehmer betraf. Aber auch in den Jahren zuvor gab es Rennen, wo man glücklich war, das erforderliche Duzend zusammenbekommen zu haben.

Die seit 2014 nicht vorhandene TV-Präsenz in Deutschland, vom ADAC Truck-Grand-Prix mal abgesehen, war unglücklich. Dank Internet und einigen Sponsoren gab es aber dennoch spannende Zusammenfassungen von den Rennen. Auch ohne finanzielle Werksunterstützung lebt der Trucksport weiter – und das ist gut so, vielleicht sogar besser, weil unabhängiger. Die Saison 2016 kann also getrost kommen. Zumal ab dem kommenden Jahr der lang ersehnten Serienpromoter in Form der ETRA (European Truck Racing Association) seine Arbeit aufnehmen soll.

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Advertorial

Erdgas-Lkw im Aufwind

Fahrerwertung 2015
1.Norbert Kiss (HUN), MAN, 599 Pkte.
2.Adam Lacko (CZ) Freightliner, 447 Pkte.
3.Jochen Hahn (D) MAN, 434 Pkte.
4.David Vrsecky (CZ) Freightliner, 405 Pkte.
5.Antonio Albacete (E) MAN, 385 Pkte.
6.René Reinert (D) MAN, 278 Pkte.
7.Anthony Janiec (F) MAN, 191 Pkte.
8.Steffi Halm (D) MAN, 139 Pkte.
9.Gerd Körber (D) Iveco, 124 Pkte.
10.Ellen Lohr (D) MAN, 109 Pkte.

Teamwertung 2015
1. Buggyra Racing 1969, Vrsecky/Lacko, Freightliner, 897 Pkte.
2.Team OXXO-Lion Truck Racing, Kiss/Janiec, MAN, 855 Pkt
3.Team Reinert Adventure, Hahn/Reinert, MAN, 755 Pkte.
4.Truck Sport Bernau, Albacete/Lohr, MAN, 569 Pkte.
5.Tankpool24 Racing, Rehfeld/Kursim, Mercedes-Benz, 83 Pkte.

Quelle: www.faszination-truckrace.de

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