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Praxis-Report: Gastro-Dienst mit ausgefeilter Logistik

In der Lagerhalle hängen die beladenen Kühltransporter am Stromnetz und halten die Fracht auf Temperatur. | Bild: Lamberet/A. Lubitz
In der Lagerhalle hängen die beladenen Kühltransporter am Stromnetz und halten die Fracht auf Temperatur. | Bild: Lamberet/A. Lubitz
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Johannes Reichel

Mit einer Flotte von 14 Mercedes Sprintern mit Kerstner Kühlausbau versorgt Frische­logistiker Weigand von Rosenheim aus Bäckereien und Cafés, Tankstellen, Kioske und Restaurants in ganz Bayern. So flexibel wie das Angebot ist die Logistikkette.
Knackig frisch kündet das überdimensionale Salami-Brötchen auf der Seitenwand des Sprinters von dessen Inhalt. Leberkäse, Salami, Schinken, Mozzarella, Salat, Tomaten, Gurken – alles was Backshops, Kioske, Tankstellen, Restaurants oder Großküchen zum Belegen leckerer Brötchen und Zubereiten weiterer Snacks benötigen. Dazu Convenience-Produkte – zumeist tiefgekühlt – diverse Brotaufstriche, Fleisch, Wurstwaren, Obst, Milchprodukte und Getränke. In großen oder kleinen Portionen, am Stück oder in Scheiben. Es gibt kaum ein Produkt aus dem Frischdienst- und Tiefkühlbereich, das Frischelogistiker Weigand seinen Kunden nicht liefert. „Was immer unsere Kunden an frischen Lebensmitteln benötigen, bekommen sie bei uns“, erklärt Horst Weigand, Inhaber und Geschäftsführer des Rosenheimer Unternehmens sein Konzept. „Bei uns gibt es keine Mindestbestellmenge und Sonderwünsche erfüllen wir genauso gern wie Großbestellungen.“
Diese Flexibilität gepaart mit innovativen Ideen sind der Grundstock für den Erfolg des 1982 von Günter Weigand gegründeten Unternehmens, das seit 2004 von Sohn Horst Weigand geführt wird. Ob es der erste warme Leberkäs samt Wärmeofen für die Filialen einer Bäckereikette in den frühen 90ern ist, der von Weigand entwickelte Leberkäselaib mit eingebackenem Schnittmuster für exakte 100-Gramm-Scheiben oder vorgekühlt angelieferte Getränke – mehr als 600 Kunden in ganz Bayern schätzen heute Weigands Service.
Neue Ideen auch in der Logistik
Ideenreichtum beweist Weigand nicht nur bei der Bearbeitung von Kundenwünschen, sondern auch in der Logistik. Der Fuhrpark ist ein Beispiel: Nutzte Weigand früher ausschließlich 7,5-Tonner, sind es heute meist Transporter der 3,5-Tonnen-Klasse. „Die Sprinter sind schneller, wendiger und flexibler“, begründet Firmenchef Weigand. „Außerdem finden wir viel leichter Fahrer mit Führerschein Klasse B als mit Lkw-Schein.“ Alle Transporter sind MB Sprinter mit Kühlausbau und Aufdach-Kältemaschine von Kerstner. „Wir haben mehrere Fabrikate ausprobiert, aber mit dieser Kombination sind wir absolut zufrieden“, sagt Weigand.
Nicht zuletzt, weil das örtliche Mercedes-Autohaus AVG sowohl als CharterWay-Full-Service-Partner als auch als Kerstner-Servicepartner für eine Rundumbetreuung der Fahrzeuge und eine fast 100-prozentige Verfügbarkeit sorgt.
Seit 2005 setzt der Frischelogistiker auf Isolieraufbauten und Kältemaschinen von Kerstner. Gerade für den Frischdienst, wo es gilt, Temperaturen um fünf bis sechs Grad Celsius penibel genau einzuhalten, hätten sich die guten Isolierwerte der Ausbauten in Verbindung mit deren leistungsstarken Kältemaschinen bewährt, begründet Weigand.
„Im Zielgebiet der Tour beträgt der Abstand zwischen den Abladestellen oft nur wenige Minuten. Da muss die Kühlmaschine nach jeder Türöffnung in kürzester Zeit dafür sorgen, dass die Temperatur wieder stimmt“, beschreibt Weigand die Aufgabe. Mit der Cool-Jet-Dachkälteanlage hat er dabei gute Erfahrungen gemacht. „Selbst bei Stop-and-go schafft es die Anlage, die Ware frisch zu halten.“ Und das nicht nur im bis zu zehnstündigen Einsatz auf der Ausliefertour, sondern sprichwörtlich rund um die Uhr.
Denn Flexibilität in der Frischelogistik heißt bei Weigand auch, neue Wege in der Lager- und Versandorganisation zu gehen. Statt eines großen Frischelagers, in dem die Waren bis zur Verladung am frühen Morgen gekühlt gelagert werden, nutzt Weigand die Kühlfahrzeuge selbst als Frischedepot. Am Ende jeder Tour rollen die Transporter in die gekühlte Verladeschleuse, um bereits für den nächsten Tag beladen zu werden. Von dort geht es in eine Lagerhalle im nahen Industriegebiet Aicherpark, wo die Transportkältemaschinen mit dem Stromnetz verbunden werden und die Fracht bis zur Abfahrt am nächsten Morgen exakt auf Temperatur halten. „Das ist schon eine Belastung für die Kühlmaschinen, aber wir haben bis heute keine Beanstandungen“, meint Weigand. Und wenn wirklich mal ein Ausfall vorkomme, seien Fahrzeug- und Ausbauhersteller nicht fern.
Passend gemacht: Einsatzgerechte Ausstattung
100.000 Kilometer legen die Weigand-Vans pro Jahr zurück. Auch wenn mit 163 PS üppig motorisiert, sind alle Fahrzeuge auf Tempo 130 begrenzt, eine längere Übersetzung sorgt für niedrige Drehzahlen. „Dadurch konnten wir die Kraftstoffkosten um 2000 Euro pro Fahrzeug und Jahr senken“, sagt Weigand. Weitere Extras finden sich im Laderaum.
Weil das Beladeschema bei allen Weigand-Fahrzeugen gleich ist – vorn schwere Getränke und Milchprodukte, hinten die in roten E2-Metzgerkisten konfektionierten Frischeprodukte und Wurstwaren – stattet Kerstner alle Transporter mit einer Sperrbalken-Halterung an einer ungewöhnlichen Position aus: auf halber Höhe hinter der Schiebetür. So lassen sich bis zu 72 E2-Kisten ohne zusätzlichen Aufwand sichern. Die Doppeldichtung der Türen schließen so gut, dass die Luft beim Schließen der Schiebtür kaum entweichen kann, weshalb Fahrer die Tür früher gern etwas herzhaft ins Schloss drückten. Die Druckstellen an der Schiebtür gehören dank der elektrischen Zuziehhilfe der Vergangenheit an.
Kerstner: Kühltransporter oft auf eine Rechnung
Kerstner, ein Unternehmen der Lamberet-Gruppe, entwickelt, fertigt und vertreibt seit mehr als 30 Jahren isolierte Kühlausbauten auf Transporterbasis. Als einziger Hersteller bietet man zudem eigene Dachkältemaschinen mit elektrischem oder Kompressor-Antrieb, speziell für den Einsatz in Frischdienst-Transportern entwickelt. Auch Kältemaschinen für den Tiefkühleinsatz sind lieferbar. Die Ausbauten sind für Transporter von Mercedes-Benz, Volkswagen und Iveco im Einrechnungsgeschäft erhältlich. Daneben bietet der Hersteller Ausbauten für viele weitere Marken.
Eigene Entwicklung und spezielle Produktionstechnik sollen für optimale Passform der Ausbauten sorgen, deren Isolierung einen top K-Wert von unter 0,40 W/m² aufweist. Die robuste, glatte Innenhaut und die wasserdicht verschweißte Alu-Bodenwanne sind leicht zu reinigen, HACCP-konform und entsprechen der Lebensmittelhygieneverordnung. Eine Standkühlung für den 230-Volt-Betrieb ist ebenso lieferbar wie Temperaturschreiber, Zwischenböden oder Sperrstangen.

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