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Auf dem Weg in den Mangel

Jünger und besser bezahlt – so beschreibt die soeben vom BAG vorgelegte Studie das kaufmännische Personal in der Speditions- und Logistikbranche. Nur in der Schifffahrt nimmt alles ab.

Immer mehr Kaufleute arbeiten in den Speditions- und Logistikunternehmen. Sie sind jung und in der KEP-Branche auch besonders weiblich. Bild: Pixabay
Immer mehr Kaufleute arbeiten in den Speditions- und Logistikunternehmen. Sie sind jung und in der KEP-Branche auch besonders weiblich. Bild: Pixabay
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Christine Harttmann
Marktbeobachtung

Die Zahl der in Speditionen und Logistikunternehmen beschäftigten Kaufleute nimmt weiter zu. Die Altersstruktur ist – außer bei KEP-Diensten – relativ jung. Dafür arbeiten bei den Express- und Paketdienstleistern viele Frauen. So lässt sich in Kürze das Ergebnis der ‚Marktbeobachtung Güterverkehr – Auswertung der Arbeitsbedingungen in Güterverkehr und Logistik‘ zusammenfassen, die das Bundesamt für Güterverkehr gerade vorgelegt hat. Darin analysiert die Behörde die aktuelle Ausbildungs- und Arbeitsmarktsituation sowie die Arbeitsbedingungen der Kaufleute für Spedition und Logistikdienstleistung, der Kaufleute für Kurier-, Express- und Postdienstleistungen sowie der Schifffahrtskaufleute.

Die Ergebnisse zeigen, dass sich die Beschäftigung in den untersuchten Berufen im Vorjahresvergleich heterogen entwickelt. Während die Anzahl der Kaufleute für Spedition und Logistikdienstleistung im Jahr 2017 um rund 3,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zunahm, stieg die Beschäftigungszahl der Kaufleute für Kurier-, Express- und Postdienstleistungen zeitgleich etwas schwächer um rund 1,0 Prozent. Die Zahl der beschäftigten Schifffahrtskaufleute blieb das zweite Jahr in Folge rückläufig. Sie nahm um rund 2,0 Prozent ab.

25 und jünger

Speditions- und Schifffahrtskaufleute zeichneten sich laut der Studie durch eine relativ junge Altersstruktur aus. Rund 14,7 beziehungsweise 19,8 Prozent zählten zur Altersgruppe der unter 25-Jährigen. Etwas anders präsentieren sich die vom BAG vorgelegten Zahlen der KEP-Branche. Dort waren etwa 4,9 Prozent der Kaufleute jünger als 25 Jahre. Zugleich lag die Frauenquote über der in anderen Unternehmen der Verkehrs- und Logistikbranche. Der BAG-Studie ist zu entnehmen, dass dafür die Teilzeitquote nach weit unter dem Durchschnitt lag.

Die Tätigkeiten und Aufgabenschwerpunkte der kaufmännischen Beschäftigten unterscheiden sich sowohl nach Branche als auch nach Unternehmensgröße und -bereich. In tarifgebundenen Unternehmen gehen der Studie zufolge kaufmännische Angestellte meist geregelten Arbeitszeiten nach. Der Anteil der Kaufleute im Bereich Verkehr und Logistik, die normalerweise 36 bis einschließlich 40 Arbeitsstunden in der Woche leisteten, war mit rund 65,1 Prozent verhältnismäßig hoch. Im Kundenkontakt oder in Bereichen, in denen Kaufleute Warenströme nachts oder an Wochenenden betreuen, ist Schicht- oder Bereitschaftsdienst möglich. Wie das BAG weiter ausführt, entwickeln sich die Vergütungen positiv. In der Regel überstiegen die Steigerungsraten den Verbrauchpreisindex. Alle drei Berufsgruppen kamen damit auf reale Lohnsteigerungen.

Ausbildung ist gefragt

Die Zahl der Ausbildungsverhältnisse präsentiert sich ebenfalls heterogen gegenüber dem Vorjahr: Während die Anzahl der Kaufleute für Spedition und Logistikdienstleistung stieg, blieb sie für KEP-Dienstleistungen unverändert. Die Zahl der angehenden Schifffahrtskaufleute nimmt seit 2009 ab. Dass Ausbildungsverträge aufgelöst werden, kommt dem BAG zufolge relativ selten vor. Auszubildende mit dem Zielberuf Kauffrau oder Kaufmann für KEP-Dienstleistungen waren meist etwas älter, rund 52,9 Prozent begannen nach ihrem 22. Geburtstag. Unter den Schifffahrtskaufleuten gibt es viele Fach- und Hochschulabsolventen – rund 88,8 Prozent im Jahr 2017. Die durchschnittliche Vergütungshöhe der Auszubildenden entwickelt sich in den drei Ausbildungsberufen überwiegend positiv, allerdings lag sie 2017 in Teilen unter dem Niveau der durchschnittlichen Ausbildungsvergütung über alle Berufe.

In den untersuchten Berufsbildern wird die Kluft zwischen Arbeitslosenzahl und Arbeitsuchenden sowie den offenen Stellen immer kleiner. Im Dezember 2017 waren erstmals mehr Speditionskaufleute gesucht, als Arbeitslose gemeldet waren. Das BAG wertet dies als Hinweis auf eine erhöhte Fachkräftenachfrage hin. ha

FOTO: PIXABAY

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Artikel Auf dem Weg in den Mangel
Seite 4 | Rubrik POLITIK UND WIRTSCHAFT
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