Für die urbane Mobilitätswende

Der Gesamtverband Verkehrsgewerbe Niedersachsen (GVN) hat sich zu den Problemen beim städtischen Lieferverkehr durch die Zunahme von KEP-Sendungen geäußert. Er fordert schnelle und transparente Lösungen.

„Wir bestellen Waren rund um die Uhr, beschweren uns aber über den Lieferverkehr.“GVN-Präsident Mathias Krage Bild: GVN
„Wir bestellen Waren rund um die Uhr, beschweren uns aber über den Lieferverkehr.“GVN-Präsident Mathias Krage Bild: GVN
Infrastruktur

Das „In zweiter Reihe stehen“ ist immer noch eine heikle Sache für den Lieferverkehr. Den einen stört es, für den anderen ist es eine Notwendigkeit zur Erhaltung einer funktionierenden Ver- und Entsorgung von Einzelhandel, Gastronomie, Verwaltung oder Lieferung direkt nach Hause. Und nicht zu vergessen die Lieferanten können gar nicht anders.

Aber in der öffentlichen Meinung sieht man vor allem die Behinderung durch Lieferdienste „Wenn Lieferverkehr auffällt, dann eher durch Behinderungen – wie etwa das Halten in zweiter Reihe“, so der Gesamtverband Verkehrsgewerbe Niedersachsen (GVN). Ein Treiber dafür sei das starke Wachstum im Onlinehandel. Bestellungen vom Sofa seien bequem. Bis 2023 soll die Anzahl der Paketsendungen, die im Jahr 2018 bei 3,52 Milliarden lag, jährlich um weitere fünf Prozent zunehmen. Seit Beginn 2020 sind nun Verschärfungen der Bußgelder für das Halten in zweiter Reihe eingeführt worden. „Doch wirkt eine Bußgelderhöhung tatsächlich der Ursache entgegen?“, fragt sich der GVN.

„Wir bestellen Waren rund um die Uhr, beschweren uns aber über den Lieferverkehr“, sagt GVN-Präsident Mathias Krage und fordert: „Wir müssen die Anlieferung durch Kurier-, Express- und Paketdienste dringend auf solide Füße stellen. Wir brauchen Ladezonen für die gewerblichen Be- und Entladevorgänge, die weder den Fußgänger noch Rad- und Autoverkehr stören.“ Das massive Wachstum des KEP-Verkehrs erfordere eine für alle Teilnehmer tragfähige Steuerung.

„Das hilft uns allen: Bei der Sicherheit im Straßenverkehr, Luftreinhaltung, Stauvermeidung und bei der Verbesserung der Lebensqualität“, so Krage weiter. „Der wachsende Platzbedarf der KEP-Verkehre bleibt eine Herausforderung für die Mobilitätswende in den Städten“, meint GVN-Hauptgeschäftsführer Benjamin Sokolovic. Kommunale Mobilitätskonzepte müssten gemeinsam mit der Branche entwickelt werden und schaffen eine Arbeitsgrundlage. Sokolovic: „Je eher und transparenter diese ausfällt, desto größer ist die Planungssicherheit und Akzeptanz bei den Unternehmen.“ tbu

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Artikel Für die urbane Mobilitätswende
Seite 3 | Rubrik POLITIK UND WIRTSCHAFT