Am Strom führt kein Weg vorbei

Klimaziele und Kostensenkung werden im kommenden Jahr an Bedeutung gewinnen. Die wichtigsten Trends, die sich daraus ergeben, hat Geotab zusammengefasst.

Zur Erreichung der Klimaziele wird in betrieblichen Fuhrparks auch die Elektromobilität eine Rolle spielen. Bild: Volvo Trucks
Zur Erreichung der Klimaziele wird in betrieblichen Fuhrparks auch die Elektromobilität eine Rolle spielen. Bild: Volvo Trucks
Christine Harttmann
Flottenmarkt

Der Ausbruch des Ukraine-Kriegs und seine Auswirkungen auf die Weltwirtschaft hinterlassen auch bei Flottenbetreibern und im Logistiksektor Spuren. Doch obwohl die Inflation mit explodierenden Preisen alles in den Schatten zu stellen scheint, rücken dieses Jahr auch die Themen Klimapolitik und Elektromobilität weiter in den Mittelpunkt. Unter dieser Prämisse prognostiziert Klaus Böckers, Vice President Nordics, Central and Eastern Europe bei Geotab, dass Kostenreduktion und Klimaschutz das Flottenmanagement im Jahr 2023 bestimmen.

Ganz oben wird dabei das Bestreben stehen, Ausgaben zu senken, um Existenzrisiken zu minimieren. Dem liegt die Annahme zugrunde, dass starke Inflation, steigende Kosten, lange Lieferzeiten und Materialknappheit weiter für ein herausforderndes Umfeld sorgen werden. Die daraus resultierenden Existenznöte werden dazu führen, dass Ausgaben reduziert werden, damit die Flotten wirtschaftlich bleiben. Weil sie Sparmaßnahmen unterstützen können, werden in diesem Kontext Telematiklösungen an Bedeutung gewinnen. Sind Flotten effizienter unterwegs, zum Beispiel, indem sie durch eine optimale Routenplanung weniger Kraftstoff verbrauchen, sinken die Ausgaben für Diesel, Benzin oder – mit Blick auf E-Flotten – Strom, kalkuliert Geotab.

Telematik spart CO2

Die Klimaziele werden in diesem Jahr ebenfalls oben auf der Agenda stehen, schon weil mit der verschärften Klimapolitik der Bundesregierung die Anforderungen an einzelne Wirtschaftssektoren wachsen. Allen voran ist der Transportsektor gefragt, wenn er die bis 2030 gesetzten Klimaziele erreichen soll. Auch hier könnten nach Ansicht von Geotab Telematiklösungen helfen, mit denen Flottenmanager ihren Fuhrpark aus Verbrennerfahrzeugen effizienter steuern und infolgedessen ihre Emissionen reduzieren können. Zudem werde durch Telematik der Umstieg auf E-Fahrzeuge stark vereinfacht.

Damit rückt, so jedenfalls sieht es Geotab, die Telematik weiter in den Vordergrund. Sie könnte den Unternehmen helfen, mit den beiden oben genannten Herausforderungen gleichzeitig umgehen zu können. Maßnahmen zur Ausgabenreduktion müssten dann keinesfalls auf Kosten der Emissionsreduktion gehen und umgekehrt.

Im Gegenteil: Wird Telematik richtig eingesetzt, können beide Vorhaben Hand in Hand verfolgt und sowohl Kosten als auch Emissionen zur gleichen Zeit eingespart werden. Hürden, die ehemals gegen Telematik im Flottenbetrieb sprachen, werden dabei Stück für Stück abgebaut. Als Beispiel nennt Geotab Datenschutzbedenken, die mittlerweile durch flexiblere Lösungen und neue Privacy Features entkräftet werden.

Elektro im Fokus

Aber auch der Umstieg auf Elektrofahrzeuge wird dringlicher werden. Im Bereich der E-Mobilität wird sich, so die Erwartung, in den kommenden Monaten einiges tun. Laut einer Studie von Geotab könnten bereits heute etwas mehr als 60 Prozent der europäischen Pkw und leichten Nutzfahrzeuge in Flotten ohne Abstriche durch elektrische Alternativen ausgetauscht werden. Trotzdem halten mangelnde Fahrzeugverfügbarkeiten, lange Wartezeiten, gestiegene Energiekosten sowie erhöhte Anschaffungskosten viele Flottenbetreiber von einer Umstellung ab. Sie warten lieber ab, dass sich der Markt zu ihren Gunsten verbessert. Das kann sich mit Blick auf die 2030 bevorstehende Bannung von Dieselfahrzeugen als Nachteil erweisen. Eine Flotten-Elektrifizierung ist nicht über Nacht umsetzbar. Allein deshalb ist ein sukzessiver Umstieg ratsam, da er genügend Zeit bietet, sich allmählich an die Bedingungen einer vollelektrischen Flotte anzupassen.

Zudem kommen Fahrzeughersteller diesem Trend allmählich nach. So setzen bedeutende Hersteller mehrheitlich ihren Fokus auf E-Fahrzeuge und damit auf die Möglichkeit, technischen Fortschritt mit Klimafreundlichkeit zu vereinen. Deutlich wird das etwa durch die ersten E-Trucks, die auf dem Markt vorgestellt werden. Aber auch die Politik setzt diesbezüglich Signale: Steuervergünstigungen, Subventionen oder kostenfreies Parken schaffen ansprechende Rahmenbedingungen.

Eine Entwicklung, die sich auch im aktuellen Jahr fortsetzen und die Elektrifizierung von Flotten vorantreiben wird. ha

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Seite 14 bis 0 | Rubrik KAUF - MIETE - LEASING
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